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Anwohnerbeschwerden: Das laute Wasserspiel

Die Wasserfontänen auf dem Albertsplatz spritzen überwiegend nur noch 80 Zentimeter hoch. Das soll weniger laut sein und die Nerven der Anwohner schonen.

Von Christoph Winter
  • Schön anzusehen, aber auch laut: Niedrigere Wasserfontänen entwickeln geringere Lautstärken. Mit einem neuen Steuerprogramm soll die Lärmentwicklung des aufplatschenden Wassers verringert werden. Fotos und Montage: C. Winter
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Coburg - Wasser fließt den Berg hinunter. Spritzt Wasser aber senkrecht in die Höhe empor und holt die Schwerkraft die Flüssigkeit wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurück, dann beginnen die Probleme. So funktioniert der neue Brunnen auf dem frisch gestylten Albertsplatz: 25 Fontänen schießen empor, bis in eine Höhe von zwei Metern.

Das Aufschlagen der in sich zusammenfallenden Wassersäulen hat mehrere Anwohner des Albertsplatzes um die Ruhe und damit aufgebracht. Auch in der unteren Ketschengasse am sogenannten Säumarkt ist besonders in den ruhigeren Abendstunden das Platschen zu hören. Das Wasserspiel sei zu laut und strapaziere die Nerven, so der Tenor der Beschwerden, die vereinzelt bei Christiane Zinoni-Peschel im Grünflächenamt der Stadt eingingen. Besonders wenn die Wassersäulen die Maximalhöhe von zwei Metern erreichen, die Pumpen abrupt stoppen, sind die Menschen genervt von dem Geräusch. Je höher, desto platsch!

Deshalb wird nun das Computerprogramm, das jede der 25 einzelnen Pumpen ansteuert und verschiedene Fontänenbilder erzeugt, neu geschrieben. "Überwiegen wird nun ein ruhiges Grundprogramm, das die Höhe der Wasserfontänen auf 80 Zentimeter begrenzt", erklärt Christiane Zinoni-Peschel. Nach jeweils fünf Minuten wechselt der Rechner in der unterirdischen Brunnenstube und Steuerzentrale das Programm. "Sechs verschiedene Bilder sind gespeichert." Dabei wechselt die Höhe der Fontänen in unterschiedlicher Art: Mal schießen die Wasserstrahlen in der Mitte des Brunnenfeldes am höchsten, ein anderes Programm erzeugt eine Wellenbewegung der Fontänen. Vieles ist mit der Computersteuerung möglich.

Im neuen Steuerprogramm, welches zurzeit von der Dresdner Brunnenbaufirma in den letzten Feinheiten ausgearbeitet wird, kommt die lauteste Einstellung nicht mehr vor: Alle 25 Fontänen erreichen die größte Höhe und schlagartig stoppt der Computer alle Pumpen. Nur noch einmal in 30 Minuten werden die Fontänen sich zwei Meter in die Höhe erheben, um dann schrittweise kleiner zu werden.

Wenn dann das Wasser aufs Pflaster knallt, können schon um die 70 dBA Schalldruck erreicht werden. Diese Lautstärke ergab eine amateurhafte Messung eines Anwohners. Die hat aber nur eine geringe Aussagekraft, denn für eine fundierte Aussage über die Lautstärke sind mehrere Schallmessungen in den Wohnungen und auf dem Albertsplatz nötig.

Neben der Höhenbegrenzung der Wassersäulen wird Detlef Eilfeld von der Dresdner Brunnenbaufirma auch die Sensorsteuerung verändern. Um die 25 Fontänen, aber auch zwischen den Wassersäulen, gibt es mehrere Signalgeber. Tritt der Passant mit dem Fuß in die unmittelbare Nähe der Sensoren, ändern sich Höhe, Anzahl und auch die farbige Beleuchtung der Fontänen. "Das war bisher schon so", sagt Zinoni-Peschel, "jetzt werden die Änderungen im Brunnenbild deutlicher zu sehen sein."

Die vergangenen Wochen und Monate waren nach den Worten der Mitarbeiterin des Grünflächenamtes ohnehin eine Test- und Ausprobierphase für das Wasserspiel. Als im November vergangenen Jahres die Fertigstellung des Albertsplatzes nach der Neugestaltung gefeiert wurde, konnten die Coburger kurze Zeit das illuminierte Wasserspiel bestaunen. "Dann wurde es wegen der Frostgefahr stillgelegt und erst wieder im Frühjahr in Betrieb genommen", stellte Christiane Zinoni-Peschel fest. Dabei traten auch "Kinderkrankheiten" zutage, die inzwischen beseitigt sind. So verursachten mehrere Undichtigkeiten jeden Tag größere Wasserverluste. Mehrere Kubikmeter gingen verloren.

Über den nicht ernst gemeinten Vorschlag, dem Wasser doch Weichspüler zuzusetzen, kann Detlef Eilfeld nur ganz müde lächeln: "Das würde die Technik auf Dauer in Mitleidenschaft ziehen."

Ein ruhiges Programm überwiegt jetzt.

Christiane Zinoni-Peschel, Grünflächenamt


    
    

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