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Die Stars sind die Buchstaben

Ein Team der Hochschule Coburg hat mitten in Berlin eine unterhaltsame Ausstellung entworfen. Die Besucher erleben eine faszinierende Welt aus Licht und Lettern.

Von Mathias Mathes
  • Sind fasziniert von den Buchstaben: Die Absolventen der Hochschule Coburg Wolfram Schmeisser (links) und Marcus Hahn. Foto: M. Mathes
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Coburg/Berlin - Mitten in Berlin, am Alexanderplatz, hat kürzlich das Buchstabenmuseum eröffnet. Besucher tauchen ein in eine fantastische Welt aus Licht und Lettern. Gestaltet hat die ebenso informative wie unterhaltsame Ausstellung ein Team der Hochschule Coburg unter Federführung der Studenten Marcus Hahn und Wolfram Schmeisser.

2009 hatten sie erstmals vom Berliner Buchstabenmuseum gehört, erinnert sich Hahn. Bei einem Workshop an der Hochschule habe Dozent Tobias Kunz verschiedene Entwurfsaufgaben gestellt, darunter die Neugestaltung des wenig ansehnlichen Schaudepots des Buchstabenmuseums. Die beiden Studenten entschieden sich, dies im Rahmen ihrer Diplomarbeiten umzusetzen.

"Allerdings war uns von Anfang an klar, dass wir Mitstreiter benötigen", erklärt Schmeisser. Denn die Zeichen standen auf kompletten Neustart, vom Eingangsbereich bis zur attraktiven Präsentation der bereits gesammelten Buchstaben aus Firmenlogos und Hinweistafeln - manche nur einige Zentimeter groß, andere mehrere Meter hoch.

2500 Arbeitsstunden

So boten die Diplomanden den Umbau als Projekt für Studenten der Innenarchitektur an. Um ein "einmaliges Museumserlebnis" zu schaffen, habe ein schließlich zwölfköpfiges Team rund 2500 Arbeitsstunden geleistet, so Hahn. Sponsoren unterstützten das Vorhaben, in das rund 3000 Euro investiert wurden. Alle neuen Elemente konnten die Studenten bereits an der Coburger Hochschule und im Innovationszentrum Lichtenfels vorbereiten.

So entstand als zentrales Element ein Steg, der die Besucher durch die Ausstellung leitet. Die Brüstung beherbergt Beleuchtung, Objektbeschriftungen und ein Wegeleitsystem. Konzipiert haben die Studenten das Ganze als Rundgang.

Dabei waren sich Marucs Hahn und Wolfram Schmeisser bewusst: "Die wahren Stars des Museums sind die Buchstaben." Sie sollten besonders in Szene gesetzt werden. Die Studenten entschieden sich für eine "Aufhebung des Raums", tauchten Wand, Decke und Boden vollständig in Schwarz. Dann setzten sie die Ausstellungsstücke "ins rechte Licht". Die Buchstaben leuchten selbst, so wie sie es schon im Einsatz - etwa als Firmenname eines Schuhgeschäfts - getan hatten, oder werden von Spots angeleuchtet. Den besonderen Reiz der Ausstellung mache die Mischung aus kompletten Schriftzügen und einzelnen Buchstaben aus, erläutert Hahn.

Anordnung und dramaturgische Inszenierung der Ausstellung waren freilich nur eine Herausforderung für das Coburger Team. Das Ausstellungssystem sollte gleichzeitig wandelbar sein, sich problemlos an neue Räume anpassen lassen. Der Hintergrund: Das Domizil am Alexanderplatz wird nur eine vorübergehende Lösung sein, voraussichtlich bis März. Denn der gemeinnützige Verein Buchstabenmuseum ist darauf angewiesen, dass ihm Unterstützer Ausstellungsraum zur Verfügung stellen.

Das Konzept aus Licht und Schatten, leuchtenden und angeleuchteten Lettern bleibe jedoch erhalten, versichern Marcus Hahn und Wolfram Schmeisser. In jedem Fall können Besucher also herausfinden, wo zum Beispiel das E gelandet ist, das Filmfans um die Ohren fliegt, wenn beim Showdown von Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds" das Kino in Paris explodiert.

Buchstabenmuseum

Begeisterung für Typographie und das Sammeln von Buchstaben vereint die Mitglieder des 2005 gegründeten gemeinnützigen Vereins Buchstabenmuseum. Das Museum ist weltweit einzigartig und zeigt Lettern vergangener Epochen ebenso wie aktuelles Design. Derzeit ist die Ausstellung im ersten Stock des Berlin-Carrés, Karl-Liebknecht-Straße 13, untergebracht. Geöffnet ist das Buchstabenmuseum von Donnerstag bis Samstag, 13 bis 15 Uhr.


    
    

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