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Gerangel um den Bahnhof

Beim barrierefreien Ausbau fordert der Freistaat mehr Engagement vom Bund. Nach Einschätzung der Bahn deutet sich trotz des politischen Geplänkels eine Lösung an. Parallel bemüht sich die Stadt um ein Parkhaus-Grundstück.

Von Christoph Scheppe
  • Komplette Barrierefreiheit: Während Bahn und Freistaat Bayern für die große Lösung votieren, will sich der Bund finanziell nur am Ausbau des künftigen ICE-Mittelbahnsteigs des Coburger Bahnhofs beteiligen. Fotos: Hans Blische
  • Parkhaus Lossaustraße: Stadt und Bahn stehen seit geraumer Zeit in engen Grundstücksverhandlungen. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.
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Coburg - Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf: Während der Freistaat Bayern und die Deutsche Bahn AG auf einen kompletten barrierefreien Ausbau des Coburger Bahnhofs drängen, will sich der Bund finanziell lediglich an dem späteren ICE-Mittelbahnsteig beteiligen. Gegen diese "Minimalplanung" hat der bayerische Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Zeil, FDP, bei Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, CSU, schriftlich interveniert.

Optimale Erschließung

Werde am Coburger Bahnhof nur ein ICE-Bahnsteig barrierefrei ausgebaut, wäre weder ein problemloses Umsteigen noch die Begegnung zweier Fernzüge möglich, hatte Zeil bereits Ende April beim Durchschlag für den Rennbergtunnel argumentiert. Zugleich mahnte er "dringende Detailabstimmungen" zwischen Bund, Land und Bahn an. Nur so könne ein "überzeugendes Gesamtkonzept erstellt werden, das für die Region die optimale Bahnerschließung bringt". Der Bund, so Staatsminister Zeil, dürfe bei Coburg nicht auf halbem Wege Halt machen.

Auch wenn es noch keine offizielle Bestätigung gibt, mehren sich derweil Anzeichen, wonach zwischen München und Berlin beim Thema "Nachbesserung" erste Fortschritte erzielt worden sind. Letztlich hänge davon der Ausbaugrad ab, sagte Heike Steinhoff von der DB Station & Service AG (Bamberg) als Zuständige für den Coburger Bahnhof. Grundsätzlich sehe die Bahn ebenso wie der Freistaat die Notwendigkeit einer kompletten barrierefreien Gestaltung.

Parkplätze vonnöten

Mit der Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke zwischen Ebensfeld und Erfurt wird Coburg zunächst zum ICE-Halt. Ob daraus jedoch eine Dauereinrichtung wird, hängt wesentlich von der Fahrgastzahl ab. Deshalb müssen im Umfeld der Bahnhofs ausreichend Parkmöglichkeiten geschaffen werden. Darin sind sich Kommunalpolitiker aller Couleur in Stadt und Landkreis Coburg einig.

Schon seit Jahren liebäugeln die Verantwortlichen im Rathaus mit einem Parkhaus an der Lossaustraße. Im Bausenat wurden bereits Varianten mit 120 und 240 Stellflächen vorgestellt. Allerdings befindet sich das zum Bau erforderliche Grundstück im Besitz der Bahn. "Wir sind heftig dran, das möglichst bald zu konkretisieren", verweist Stadtkämmerer Wilhelm Austen wiederholt auf Verhandlungen mit der Bahn. Dabei gehe es auch um die Frage, wer als Investor und/oder Betreiber auftrete.

Feier am 1. Juli

Vor 120 Jahren ging die Bahnstrecke Coburg-Bad Rodach in Betrieb. Dieses Ereignis wird am Sonntag, 1. Juli, mit mehreren Veranstaltungen gewürdigt. Um 11 Uhr steht am Bahnsteig 1 in Coburg die Taufe eines Agilis-Triebwagens auf dem Programm. Den gesamten Tag über gibt es zwischen Coburg und Bad Rodach Freifahrten. Unterwegs bietet sich ein Zwischenstopp im Bahnhof Neuses an. Beim Sommerfest und Tag der offenen Tür zeigen die Eisenbahnfreunde Steinachtalbahn-Coburg eine Modellbahnausstellung. Unweit des Bad Rodacher Bahnhofs feiern die Schützen ihr Fest.


Bahnhof ohne Uhr

Seit der Sanierung des Vordachs am Coburger Bahnhof fehlt die zur Grundausstattung einer jeden Station gehörende Uhr. Statt Ziffernblatt ziert seit Monaten ein DB-Schild den angestammten Platz. Den uhrlosen Zustand würde die Bahn gerne beheben, beteuert Heike Steinhoff (DB Station & Service AG). Allerdings erweise sich die Ersatzbeschaffung als schwierig. "Die alte war eckig, wurde über eine ,Mutteruhr' gesteuert und ist nicht mehr erhältlich. Die neuen sind rund und basieren auf Funktechnik", sagt Steinhoff. Derzeit verhandele man mit dem Denkmalschutz, um der uhrlosen Zeit ein Ende zu bereiten.


    
    

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