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Hofgarten: Gefahr durch Sturmschäden

Noch droht im Coburger Hofgarten Gefahr wegen der Sturmschäden. Doch spätestens bis zur Museumsnacht am 8. September sollen auch die letzten Spuren der Verwüstung verschwinden.

Von Kristina Rauscher
  • Auch so manche Vogelhäuschen haben den Sturm nicht überstanden.
  • Bernhard Ledermann, Leiter des Grünflächenamtes, zeigt die Spuren, die noch an den heftigen Sturm erinnern. Manche Teile des Hofgartens sind aus Gefahrengründen noch abgesperrt. Das Robinienwäldchen, an dessen Rand der Baumriese hier zerstört wurde, ist bereits wieder hergerichtet. Fotos: Frank Wunderatsch
  • Fußgänger dürfen diesen Bereich nicht betreten. Noch immer hängen vereinzelt schwere Äste lose in den Bäumen. Sie könnten auf Spaziergänger fallen.
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Coburg - Die Nacht zum 1. Juli: Ein schwerer Sturm mit Windstärke 10 tobt durch Coburg und wütet im Hofgarten, knickt dicke Stämme, als wären sie Holzspielzeug. Auch eine rund 250 Jahre alte Linde trifft die Wucht des Windes, reißt zwei mächtige Baumkronen ab. Wie überdimensionale Knochenstümpfe ragen die betroffenen Äste in den Augusthimmel. Aber Bernhard Ledermann, der Leiter des Coburger Grünflächenamtes, ist dennoch optimistisch, dass der Baum in der Gegend des Spielplatzes noch lange steht. Der Erhalt des alten Riesen liegt ihm am Herzen. "Die Linde ist zwar teilweise hohl, aber stabil", schätzt er die Lage ein und hofft, dass die Linde mit sauberen Schnitten und weniger Krone zu retten ist. "Wir werden sie unter Beobachtung halten", sagt er. Das Gelände um den Baum ist noch abgesperrt.

Weitere gefährliche Stellen im Hofgarten sind entweder entschärft oder abgesperrt. Nur noch oberhalb des Kiefernwäldchens im Bereich des kurzen und langen Treppenweges warnt ein Schild mit der Aufschrift "Lebensgefahr" Fußgänger vor Betreten des Geländes. Hier liegt noch eine 30 Meter lange Buche flach, die der Wind entwurzelt hat. "Insgesamt haben wir in Coburg 34 Bäume verloren", fasst Ledermann zusammen. Doch es könnte noch der ein oder andere folgen, denn nun werden sie nach und nach auf ihre Stabilität überprüft.

"Die Herausforderung für das Grünflächenamt und insbesondere für Stephan Just als Leiter des Bereichs Baumpflege und Forst, war es, schon fürs Samba-Fest gebrauchsfähige und sichere Zustände zu erreichen", erklärt er. Eine schnelle und kostengünstige Lösung musste her, denn alles, was gefährlich war, musste sofort weg. "Zu Spitzenzeiten waren zwölf Arbeiter im Einsatz. Normalerweise sind es vier bis fünf." Sie brachten das heruntergefallene Holz an den Rand der Wege, wo es dann ein Häckselfahrzeug schluckte. "Es ist zu Hackschnitzel geworden", erklärt der Grünflächenamtsleiter. Manches auch zu Brennholz.

Der Hofgarten ist rund 20 Hektar groß, "das entspricht ungefähr 30 Fußballfeldern", rechnet Ledermann um. Auf gut einem Drittel der Fläche stehen Bäume. Um alle Schäden reparieren zu können, muss ein Steiger anrücken. Das Fahrzeug mit Hebearm befördert die Arbeiter an die beschädigten Stellen.

Ist das nicht möglich, muss ein Kletterer ran, informiert Ledermann. Die Stadt hätte zwar jemanden mit entsprechender Ausbildung, aber da ihm die Praxiserfahrung fehle und er deshalb nicht zum Einsatz kommen dürfe, müsse die Stadt, wenn nötig, einen Kletterer einkaufen.

Das Robinienwäldchen unter dem Naturkundemuseum ist schon so gut wie hergerichtet, nur vereinzelt hängt noch ein Ast im Baum. Auch hier gab es, so Ledermann, relativ hohe Verluste, was an den übrig gebliebenen Baumstümpfen zu erkennen sei. Gegenüber dem Museum hat ein schwerer Lindenast ein Stück der benachbarten Kastanie abgeschlagen und den Baum dahinter gleich mit zerstört. "Es ist nicht möglich, vorzubeugen. Die Böen sind unberechenbar", weiß Ledermann. Nur durch Pflege und Durchforstungsmaßnahmen könne man unterstützen.

Bis zur Museumsnacht am 8. September sollen alle Schäden restlos beseitigt sein. Die fehlenden Bäume will Ledermann durch rund 50 neue ersetzen. Darunter sollen ruhig auch ein paar größere mit einem Stammumfang von gut 40 Zentimetern sein. Vielleicht ziert auch bald noch etwas Kunst den Hofgarten. Denn die übrig gebliebenen Baumstümpfe könnten von einem Motorsägen-Künstler in Form gebracht werden. Doch das sei bislang nur eine Idee, sagt Ledermann.

 


Die Böen sind unberechenbar.

Bernhard Ledermann,

Leiter des Grünflächenamtes


Brennholz für den Winter

Die Baumreste aus der Sturmnacht sind zu Hackschnitzel beziehungsweise Brennholz verarbeitet worden. Wer Interesse hat und sich für den Winter mit dem Heizmaterial eindecken möchte, kann seinen Bedarf bei Grünflächenamtsmitarbeiter Stephan Just anmelden. Doch auch wenn kein Sturm gewütet hat, sorgt er für eine Verteilung des städtischen Brennmaterials. Stephan Just ist unter der Telefonnummer 09561/891676 zu erreichen.


    
    

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