zuletzt bearbeitet: 07.08.2012 10:12 Uhr
Text
Text
Nach dem Flugzeugabsturz: Beistand für die Angehörigen
Nach dem Flugzeugunfall am Sonntag brauchen Verwandte der Opfer und Retter psychologische Betreuung. Blumen markieren den Unglücksort bei Grub am Forst.
Coburg - Vier gelbe Rosen, ein buntes Blumensträußchen, eine Sonnenblume und ein kurzer Brief liegen am Tag nach dem Flugzeug-Absturz an der Unglücksstelle bei Grub. Am frühen Sonntagmorgen sind dort vier Menschen in den Flammen des Flugzeugwracks gestorben. Die Vegetation ist verbrannt, vier verkohlte Baumstämme zeigen den Ort des schrecklichen Geschehens. "Madeleine, So schön anzusehn. Nie wird dein Strahlen vergehn. Ich liebe dich. Dein Philip", ist auf dem Zettel vor der Sonnenblume zu lesen.
Der tragische Unfalltod von vier Menschen am frühen Sonntagmorgen löst große Emotionen aus. Schon während des Einsatzes von rund 140 Feuerwehrleuten, Polizisten, Sanitätern und Anderen waren die Helfer der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) des Rote Kreuz gefragt. Matthias Müller etwa, im normalen Leben kaufmännischer Angestellter, war dabei, als die Polizei den Angehörigen eines der vier Opfer am Sonntag die schreckliche Nachricht überbrachte.
"Ich habe versucht, den Angehörigen Halt zu geben, und durfte die Emotionen mit aushalten", sagt er am Montagnachmittag bei einem Pressegespräch beim Kreisverband Coburg des Bayerischen Roten Kreuz. Die Helfer der Krisenintervention sind bei solchen Einsätzen auch selbst schockiert, "aber nicht geschockt". Selbstverständlich präge diese ehrenamtliche Tätigkeit das eigene Leben ganz entscheidend mit.
Am Sonntagvormittag mussten auch die Feuerwehrleute psychologisch betreut werden. Denn sie löschten das brennende Flugzeug und bargen die Leichen. Die Aussegnung der Toten vor dem Abtransport, die kurze Zeit des gemeinsamen Innehaltens nach der Hektik der Rettungs- und Bergungsarbeit, bezeichnet Matthias Müller als wichtig. "Dann können auch die Einsatzkräfte am Unfallort mit dem Ereignis abschließen."
Darüberhinaus stand für die Rettungs- und Hilfsorganisationen die Frage an, ob auch Zeugen des Unfalles, Freunde und Verwandte oder auch Schaulustige Hilfe brauchen. "Denn die Bemühungen der Bevölkerung, zur Einsatzstelle am Sonntag zu kommen, waren nicht wenig", erklärt BRK-Einsatzleiter Wolfram Krause. Einige Schaulustige umgingen die weitläufigen Polizeiabsperrung und drangen durch den Wald zur Unfallstelle vor.
Als am Sonntag um 6.23 Uhr Alarm gegeben wurde, meldete sich Krause in der an Einsatzleitstelle. "Schon an der Stimme des Disponenten war zu hören, dass es einen umfangreichen Einsatz geben wird."
Sechs Rettungswagen besetzt mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Kräften waren verständig worden. Ebenso Suchhunde, weil zunächst zwei Personen als vermisst galten. Zeitgleich standen drei weitere Rettungswagen in Bereitschaft, "denn neben diesem Einsatz muss auch der 'normale' Rettungsdienst sichergestellt sein", erklärt Pressesprecher Prof. Dr. Werner Reiners-Kröncke für den BRK-Kreisverband Coburg. "Ohne die ehrenamtlichen Helfer ist dies nicht zu bewältigen."
Menschen werden durch Unglücke plötzlich aus dem Lebens gerissen: Wenn Eltern durch den Tod ihres Kindes wie gelähmt sind, die Polizei eine Todesnachricht überbringen muss oder Menschen mit dem Suizid eines Angehörigen oder Freundes zurechtkommen müssen. Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) zielt auf die Bewältigung dieser Ereignisse. Info unter E-Mail psnv@drk.de
In Coburg ist die Erschütterung über den Tod der vier Insassen des am Sonntagmorgen verunglückten Flugzeuges groß. Im Internet wird auf Homepages sowie im sozialen Netzwerk Facebook der Toten gedacht. In Facebook zudem eine Spendenaktion für Kinder eines der Opfer gestartet worden.
Diesen Artikel
|
|||||
Ȇbersicht Coburg
Biber zerstört idyllischen Garten in Cortendorf
Ausgleichszahlungen gibt es nur für Land-, Forst- oder Teichwirte. Coburger Hausbesitzer suchen nun weitere Geschädigte. »mehrBis Oktober ein Nadelöhr
Die Alexandrinenbrücke ist sanierungsbedürftig. Am Montag beginnen die Bauarbeiten. Dann ist dort Einbahnstraße. Auch be... »mehrRaum für mögliche Expansion
Am 30. Juni soll das Areal der ehemaligen Brauerei Sturm eingeebnet sein. Danach wird die Firma Gaudlitz Eigentümer des ... »mehrPetersilie und Salat trennen
Petersilie und Salat sollten auf dem Gemüsebeet nicht nebeneinander stehen. »mehrDas könnte Sie auch interessieren
BFV.TV - Das Bayerische Fußballmagazin
Party
Nachrichten
Sport
Gelesen
Kommentiert
Bewertet
Magazine
Umfrage










































