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NS-Vergangenheit: Eklat im Stadtrat

Mit einer unbedachten Äußerung zur NS-Vergangenheit isoliert sich der CSU-Politiker. Seine Fraktion distanziert sich von seiner Aussage.

  • So könnte ein Mahnmal in der Austraße, gegenüber der früheren Zwangsarbeiterinnen-Baracken, aussehen. Dort gibt es schon eine kleine Grünanlage mit Sitzgruppe. Montage: pet
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Neustadt - "Die Inhaftierung der Zwangsarbeiterinnen war vor 67 Jahren. Warum lässt man das Geschehene nicht ruhen und zieht nicht noch weiter das Büßerhemd an?" Diese Worte von Stadtrat Gerhard Korn sorgten für einen Eklat im öffentlichen Teil der Sitzung. Und es kam noch brisanter: "Die hatten es vergleichsweise mit anderen Außenstellen doch noch gut hier in Neustadt."

Hintergrund ist die Debatte um ein Mahnmal für die Zwangsarbeiterinnen, die in der von 1944 bis 1945 in Neustadt unterhaltenen Außenstelle des KZ Buchenwald untergebracht waren. Die Diakonie Coburg, vertreten durch Heinz Rembor, nahm vor rund vier Monaten über den Bereich Kultur, Sport, Tourismus Kontakt zur Stadt Neustadt auf, um anzuregen, dieses Mahnmal zu errichten. Nach intensiven Gesprächen wurde festgelegt, dem Stadtrat zu empfehlen, eine solche Erinnerungsstätte zu errichten.

Nach kontroverser Diskussion mit teilweise heftigen Statements beschloss der Stadtrat bei drei Gegenstimmen von Gerhard Korn, Heinz Kiesewetter und Rainer Knauer, dieses Projekt fortzuführen.

Auf die brisante Aussage von Korn antwortete Rebhan in ungemeiner Schärfe: "Was den Frauen dort angetan wurde, auch von Neustadtern, ist eine außerordentliche Schande!" Rebhan bezeichnete die Worte Korns als "gefährliche Argumentation", der man begegnen müsse. "Man kann nicht einfach etwas ausblenden in der Stadtgeschichte, auch wenn es unangenehm ist. Das ist nicht richtig."

Ins selbe Horn blies die SPD-Fraktionsvorsitzende Heike Stegner-Kleinknecht: "Wir tragen Verantwortung, was in der Zukunft geschieht. Deshalb sind solch kleine Mahnmale wichtig, dass nie mehr so etwas passiert." Auch Stadtratskollege Wolfram Salzer meinte: "Ich dachte, wir haben die Diskussion über die 'Gnade der späten Geburt' schon seit über 20 Jahren hinter uns. Deshalb befremdet mich diese Argumentation von Stadtrat Korn." Und die CSU-Fraktionsvorsitzende Elke Protzmann stellte klar: "Das ist die Meinung eines Einzelnen, nicht der CSU-Fraktion."

Ulrich Bieberbach regte an, den Zeitdruck für die Umsetzung des Mahnmal-Projekts zu nehmen und den 21. Oktober als möglichen Einweihungstermin aus der Beschlussfassung zu streichen, was dann auch so beschlossen wurde. Die Gesamtkosten würden sich auf rund 7500 Euro belaufen. pet

    
    

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