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Betrüger: Täter schocken und hoffen auf leichtgläubige Bürger

Die Polizei warnt vor Anrufen, bei denen Unbekannte Geld fordern. Zwei junge Männer stehen im Verdacht, über diesen Weg eine ältere Frau betrogen zu haben.

  • Die Polizei rät: Niemals Bargeld an Unbekannte aushändigen. Foto: Archiv
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Haßfurt - Mit einer altbekannten Masche Anrufer eine ältere Dame um ihr Erspartes gebracht. Sie übergab nach einem Anruf am Mittwochvormittag 3000 Euro an einen Unbekannten. Die Kriminalpolizei Schweinfurt hat die Ermittlungen übernommen.

In mehreren Fällen haben Betrüger versucht, Bürger zu Zahlungen zu veranlasen. Da sich das Phänomen "Enkeltrick" oder "Schockanruf" inzwischen auch bei dem gefährdeten Personenkreis älterer Menschen immer mehr herumspricht, liefen die Bemühungen der Betrüger, an das Geld ihrer Opfer zu kommen, fast ausnahmslos ins Leere. Allerdings waren sie in einem Fall trotzdem wieder erfolgreich.

Zunächst klingelte am Vormittag gegen 9 Uhr das Telefon bei einem 49-jährigen Haßfurter. Der Anrufer gab an, dass der Sohn des Mannes bei einem Sturz verletzt worden sei und auch ein kleines Mädchen verletzt worden wäre. Nun würde ein Anwalt kommen um eine größere Summe Geld für die Familie des Kindes abzuholen. Der Angerufene reagierte richtig: Er ging nicht auf die Forderungen des Anrufers ein und rief seinen Sohn an. Dabei stellte er fest, dass es diesem gut ging und verständigte umgehend die Polizei über den Vorfall.

Bei einer 81-jährigen Frau aus Haßfurt hatten die Betrüger leider mehr Glück. Auch bei ihr forderten sie unter dem Vorwand eines Unfalls Geld. Kurz darauf übergab die Rentnerin gegen 11.30 Uhr 3000 Euro an einen Unbekannten. Als die Geschädigte die Polizei verständigte, war der Unbekannte zunächst spurlos verschwunden.

Von ihm liegt folgende Beschreibung vor: Er ist etwa 1,65 bis 1,70 Meter groß, etwa 20 bis 25 Jahre alt und schlank. Er war bekleidet mit einem grauen Oberteil, vermutlich ein T-Shirt und einer langen Hose. Er hatte kurze blonde Haare und trug keine Brille und keinen Bart.

Gegen 14.30 Uhr blitzten die Betrüger mit der gleichen Masche in Bad Kissingen ab. Ein 61-Jähriger Bad Kissinger ignorierte die Forderung des angeblichen Anwaltes über mehrere tausend Euro und verständigte sofort die Polizei. Weitere Anrufe blieben bei ihm aus.

Als jedoch um 16.40 Uhr ein Ehepaar aus Bad Brückenau mitteilte, dass sich soeben russisch sprechende Leute gemeldet hätten und 1800 Euro forderten, weil der Sohn im Krankenhaus liege und das Geld für eine Operation gebraucht werde, lief die Fahndung nach den Tatverdächtigen wieder an. Tatsächlich konnten im Umfeld der Angerufenen aufgrund von sofort eingesetzten Fahndungskräfte zwei litauische Tatverdächtige festgestellt werden.

Die beiden 20 und 22 Jahre alten Männer nahm die Polizei vorläufig fest und überstellte sie der KPI Schweinfurt als sachbearbeitender Dienststelle.

Die beiden festgenommenen Männer hatten einen Bargeldbetrag dabei, der die am Vormittag erbeutete Summe übersteigt. Daraus kann geschlossen werden, dass die Täter vor ihrer Festnahme nochmals mit ihrer Masche erfolgreich gewesen sein dürften.

Die Kripo Schweinfurt bittet daher dringend um Hinweise in dieser Sache, insbesondere ist interessant, ob es weitere Geschädigte gibt oder ob weitere Anrufe bei anderen Zielpersonen eingegangen sind und wo eventuell ein silbergrauer VW Golf mit litauischen Kennzeichen aufgefallen ist. Hinweise erbittet die Polizei Schweinfurt unter Telefon 09721/2021731.

Die Kripo Schweinfurt hat in allen Fällen die Sachbearbeitung übernommen und warnt die Bevölkerung weiterhin eindringlich vor dieser Gaunermasche. Der Grundsatz muss lauten: Niemals an fremde Menschen Bargeld übergeben! Insbesondere ältere Mitbürger sollten von Verwandte, Freunde oder Bekannte auf die Arbeitsweise dieser Betrüger aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden.

Für die Ermittlungsarbeit ist es außerdem immer wichtig, sich Betroffene die Telefonnummer der Anrufer aufzuschreiben und ohne Zeitverzug die Polizei zu informieren. Personen, die den oder die Tatverdächtigen gesehen haben, oder die sonst etwas Auffälliges in Zusammenhang mit den Betrugsfällen bemerkt haben, werden gebeten, sich bei der Kripo unter 09721/2021731 zu melden.

    
    

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