zuletzt bearbeitet: 01.03.2012 06:03 Uhr
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Kreativität mit allen Sinnen
Die Sechstklässler der Kronacher Realschule II können sich an zwei Tagen mit verschiedenen Kunsttechniken befassen. Das Angebot dient zur Orientierung vor der Wahl des Schulzweigs. Nebenbei erwerben sie Kompetenzen fürs ganze Leben.
Kronach - Im "Struwwel" geht es an diesem Dienstagvormittag rund. In allen Ecken wird gemalt, geklebt, geschnitzt, gebastelt und verziert. Mal- und Kunsttechniken werden ausprobiert, darunter sogar eine traditionelle Kunstform der Ureinwohner Australiens. Es sind Sechstklässler der Realschule II, die da so geschickt und voller Tatendrang bei der Sache sind. Sie nehmen an den bereits im siebten Jahr in Folge stattfindenden Kunsttagen teil. Das besondere Angebot soll ihnen eine Entscheidungshilfe für die Wahl ihres Schulzweigs ab der siebten Jahrgangsstufe geben. Neben dem mathematischen, kaufmännischen oder französischen Zweig kann an der RS II als eine von insgesamt nur drei Schulen in ganz Oberfranken auch der künstlerische Zweig gewählt werden.
Ein großer Befürworter des künstlerischen Zweiges ist Kunst- und Werklehrer Robert Haynes, der neu an der RS II ist und dort für ein Schuljahr unterrichtet. Der Halbamerikaner absolvierte sein Vorpraktikum und sein Fachjahr an der Waldorf-Schule in Nürnberg. Dort arbeitete er bevorzugt mit Stein und Ton und nahm sich der Bildhauerei an. Der Liebe wegen verschlug es ihn nach Kronach.
Wie Robert Haynes ausführt, sei Kunst weit mehr als "nur" Zeichnen und Malen, sondern Kreativität mit allen Sinnen. "Kunst fördert die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, ihre mathematische Intelligenz und ihre räumliche Vorstellungskraft. Der Gegenstand, an dem gearbeitet wird, wird ja von allen Seiten betrachtet. Kunst entfaltet intelligente Fähigkeiten. Man weiß, dass Arbeiten mit Händen und manuelle Fertigkeiten - wie zum Beispiel Stricken - die mathematische Intelligenz fördern."
Junge Menschen, die kreativ seien und die Gelegenheit hätten, eigene Ideen umzusetzen, lernten für ihr ganzes Leben. Gleichzeitig würden sie Alltags- und Sozialkompetenzen wie Flexibilität und Teamgeist erwerben und auf die zukünftige Berufswelt vorbereitet. Die angehenden "Künstler" durchliefen - in Gruppen aufgeteilt - alle Angebote zeitverschoben. Für das Verzieren von Seife mittels Schnitzmesser, Sägen und Feilen zeichnete Robert Haynes verantwortlich, während Lehrerin Maria Seubert mit den Jungen und Mädchen Faschingsmasken bastelte und verzierte.
Richtige Kunstwerke entstanden beim Malen von Aquarellen auf Leinwand der Fachschaftsvorsitzenden für Kunsterziehung, Arnhild Schlingschröder, die die Kunsttage alljährlich organisiert. Anja Betz leitete den Workshop "Dot-Painting" - eine Punktmalerei, die ihre Wurzeln in den Rindenmalereien, den Körperbemalungen, den Boden- und Felsmalereien der Aborigines hat. Die Elemente dieser Malereien sind Punkte, Tupfen, Kreise, Linien, Streifen, Spiralen, Ornamente, Spuren im Sand, Tier- und Pflanzendarstellungen. Dabei werden kleine gefertigte Rundhölzer mit der Spitze in Acrylfarben getaucht und dann senkrecht, wie ein Stempel, auf die Maloberfläche gedrückt. Ausschlaggebend ist der gleichbleibende Abstand zwischen den Punkten, um einen schönen Flächenverlauf und den "Pixel-Effekt" zu erhalten.
So wird Reihe für Reihe gepunktet, was zeitaufwendig ist, aber sehr interessante optische Effekte erzeugt.
Robert Haynes, Kunstlehrer
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