zuletzt bearbeitet: 17.02.2012 00:49 Uhr
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Profi-Rugbyspieler sucht Asyl: Jetzt muss ein Anwalt helfen
Seit neun Monaten hofft der Profi-Rugbyspieler Reza Pournasiri aus dem Iran, in Deutschland bleiben zu können. Die Behörden lehnen seinen Antrag aber ab.
Kronach - Reza Pournasiri hat am Mittwoch einen negativen Bescheid vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erhalten. Der iranische Profi-Rugbyspieler, der aus politischen Gründen und als Mitglied einer religiösen Minderheit aus dem Iran fliehen musste, harrt seit mehr als neun Monaten im Asylbewerberheim in Kronach aus und wartet auf eine Entscheidung (die Neue Presse berichtete).
Ihm bleibt jetzt nur die Möglichkeit, Rechtsmittel beim Verwaltungsgericht Bayreuth einzulegen, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen und einer Abschiebung zu entgehen. Zu Hause, so fürchtet er, drohe ihm der Tod. "Ich hoffe, dass mir der Anwalt helfen kann", sagte Reza gestern der Neuen Presse auf dem Weg zu einem Spezialisten für Asylverfahren in Schweinfurt.
Die Kronacherin Manuela Kauffenstein, eine gute Freundin von Reza, will alle Hebel in Bewegung setzen, um eine Aufenthaltsgenehmigung für ihn zu erreichen. Für sie ist der negative Bescheid vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Entwicklungen im Iran ein unglaublicher Vorgang. Den Gang zum Anwalt sieht sie aber als gutes Zeichen. "Am Mittwoch hatte er schon leicht resigniert. Es war frustrierend für ihn, ein halbes Jahr im Asylbewerberheim zu warten und dann abgelehnt zu werden", so die Kronacherin. Doch nach einem kurzen Tief sei der Kämpfergeist im Profisportler wieder erwacht.
Der 27-Jährige kämpft für sein Bleiberecht, auch um seinen großen Traum, nämlich eine Profikarriere in Deutschland, zu verwirklichen. "Er könnte hier seine sportliche Karriere vorantreiben, hätte einen Job, würde niemandem auf der Tasche liegen: Ich verstehe es nicht", sagt Manuela Kauffenstein. "Er hat hier in Deutschland Perspektiven. Wenn er in den Iran muss, dann muss er sterben. Die werden ihn am Flugplatz gleich einsacken."
Elmar Jonas vom Fachdienst für Migration und Integration in Kronach sieht noch keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Knapp 3000 Iraner haben in Deutschland im Jahr 2010 Asyl beantragt. Insgesamt wurden im Rahmen des Asylverfahrens aber nur zehn Iraner wieder in den Iran abgeschoben.
"Das ist üblich. Man nimmt sich einen Anwalt und klagt dagegen", kommentiert Elmar Jonas den negativen Bescheid. Der Gang zum Gericht sei in der Praxis des Asylverfahrens nichts Ungewöhnliches. Gründe für eine Ablehnung gebe es verschiedene. Reza müsse sich nun mit seinem Anwalt beraten und genau hinschauen, warum die Ablehnung erfolgt sei. Das Schicksal von abgeschobenen Personen wird nach Auskunft von Elmar Jonas in der Regel nicht weiter verfolgt.
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Die Neue Presse wird das Verfahren weiter begleiten.
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