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Rodungen sorgen für Unmut

Die Eisenbahnfreunde Rodachtalbahn lassen aus Sicherheitsgründen Bäume fällen. Einige Steinwiesener kritisieren diese Maßnahme.

Von Katharina Jungkunz
  • Lilo Simon kann die Rodung entlang der Bahnstrecke nicht nachvollziehen.
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Steinwiesen - Lilo Simon aus Steinwiesen ist außer sich: Entlang der Schienen der dort verlaufenden Rodachtalbahn hat man sich ihrer Meinung nach an der Natur vergriffen. "Bestimmt 40 bis 50 Bäume haben sie schon gefällt. Ich weiß nicht, aus welchem Grund", empört sie sich. Ein derartiger Eingriff in die Umwelt ist für sie unergründlich: "Wenn man hier auf dem Radweg unterwegs ist oder mit der Rodachtalbahn fährt, will man ja gerade die Natur sehen."

Wo vor Kurzem noch die holzigen Pflanzen ihre Wurzeln schlugen, liegt jetzt Kleinholz. Simons Meinung nach müsse das Fällen der Bäume augenblicklich aufhören: "Die machen ja immer weiter damit. Am Anfang hieß es, dass nur störende Bäume gefällt werden müssen, jetzt werden es immer mehr." Um der Abholzung nicht tatenlos zusehen zu müssen, habe sie den Bund Naturschutz darüber in Kenntnis gesetzt. "Mir ist es ein wichtiges Anliegen, dass hier etwas unternommen wird", fordert Simon. Und damit sei sie nicht allein. Auch andere Spaziergänger, die sie angesprochen hat, stünden der Rodung entlang der Gleise skeptisch gegenüber.

Joachim Doppel, geschäftsleitender Beamter der Marktgemeinde Steinwiesen, gibt allerdings Entwarnung: "Es wird auf keinen Fall zu viel abgeholzt." Der Träger der Rodachtalbahn, die Eisenbahnfreunde um Ralf Ellinger, habe eine Firma mit der Rodung damit beauftragt und die Gemeinde darüber in Kenntnis gesetzt. "Man kann natürlich nicht jedes Zweigchen einzeln abschneiden. Es gibt außerdem auch bestimmte gesetzliche Vorschriften, an die man sich hier halten muss. Bei Querungen von Straße und Eisenbahn müssen zum Beispiel Sichtdreiecke freigehalten werden", erklärt Doppel. In jedem Fall laufe alles nach Eisenbahn-Recht. "Die Gemeinde hat nichts damit zu tun, wir wurden lediglich informiert. Aber wir sehen darin auch kein Drama", so Doppel. Für die Tiere seien noch genug Rückzugsräume vorhanden und die Zweige wüchsen ja auch wieder nach.

Von den Rodungsarbeiten betroffen ist laut Ralf Ellinger eine Strecke von schätzungsweise 300 Metern Länge. Bei dieser Fläche handle es sich ausschließlich um Bahngrund, andere Grundstücke würden nicht tangiert. "Die Bäume mussten wir aus Sicherheitsgründen fällen", erklärt Ellinger, "wegen Schnee- und Waldbruchgefahr, damit kein Baum auf die Gleise fällt und den Betrieb gefährdet." Ähnliche Arbeiten seien auch im Raum Steinbach am Wald und Ludwigsstadt durchgeführt worden. Ob derartige Maßnahmen getroffen werden, entscheide der Betriebsleiter: "Wenn wir glauben, dass Gefahr im Verzug ist, müssen wir natürlich etwas unternehmen." Dass die Arbeiten im Winter ausgeführt werden, hat einen Grund: "Bis Mai haben wir noch Betriebspause. Außerdem müssen die Rodungsarbeiten unter bestimmten Auflagen durchgeführt werden, damit die Tierwelt keinen Schaden nimmt. Vogelschutz ist zum Beispiel ein Thema", sagt Ellinger. Hierbei halte man sich an die Vorgaben der Naturschutzbehörde im Kronacher Landratsamt.

    
    

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