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Klinikum: 114-Millionen-Projekt gestartet

Der Startschuss zum Jahrhundertbau des neuen Klinikums ist gefallen. Bäume und Hecken müssen dem "Green Hospital" weichen.

Von Andreas Welz
  • Der Bauausschuss beim Ortstermin am Klinikum. Die ersten vorbereitenden Arbeiten haben begonnen, es wurden zahlreiche Bäume gefällt. Fotos: Welz
  • Landrat Christian Meißner mit einer Zeichnung des neuen Parkhauses, das jetzt näher an den Neubau rücken soll.
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Lichtenfels - Die kreischenden Motorsägen kündigten am Montagmorgen die Bau vorbereitenden Arbeiten für das neue Helmut-G.-Walther-Klinikum in Lichtenfels an. Ein kleiner Wald mit Buchen, Birken und Ahornbäumen nordöstlich des Hauptgebäudes lag schnell am Boden. Schwachholz wurde gehäckselt und die Stämme auf Meterstücke zurecht geschnitten. Auch neben der Professor-Arneth-Straße fielen Kiefern und Fichten.

"Jeder sieht, wir sind auf dem Weg", läutete Landrat Christian Meißner die Realisierung des 114 Millionen teuren Projekts ein. "Wir wollen mit dem Fällen und der Rodung von Hecken bis zum 1. März fertig sein, dann beginnt die Brutzeit der Vögel", sagte Meißner, der damit den Umweltgedanken des neuen "Green Hospitals" hervor hob. Geschäftsführer Michael Jung freute sich über ein paar Euro, die der Holzverkauf einbringt.

Mehrkosten aufgefangen

Zuvor hatte der Bauausschuss für den Krankenhausneubau getagt. Wichtigster Beschluss war die Errichtung eines Parkhauses als dreischiffiges Gebäude, halbgeschossig versetzt. Das Haus soll - entgegen der ursprünglichen Planung - dichter an das neue Gebäude rücken. Dadurch muss es tiefer in den Hang gegraben werden, was rund eine halbe Million Euro Mehrkosten verursacht.

Um die geplanten 4,13 Millionen Euro der veranschlagten Kosten dennoch zu halten, entschied der Bauausschuss, das oberste Parkdeck nicht zu überdachen. Damit fallen auch die 200 000 Euro für die vorgesehen Photovoltaik-Anlage fort. Es sei später immer noch möglich, die vierte Ebene zu überdachen und Sonnenkollektoren zu installieren, erläutert Meißner.

"Die Krankenhausbesucher werden uns dankbar sein", so der Vorsitzende des Bauausschusses, Meißner. Die Entfernung vom Fahrstuhl und Ausgang des Parkhauses bis zum Haupteingang schrumpfe auf 100 Meter und die schwache Neigung, mit höchstens sechs Prozent, würden Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte zu schätzen wissen. Die Planskizze des Parkhauses weist ein großzügiges und lichtdurchflutetes Gebäude aus. Die Einfahrt ist am obersten Deck. Im Einbahnverkehr werden die Zwischendecks bedient, die Ausfahrt ist unten.

Wie geplant entstehen 320 kostenpflichtige Stellplätze, damit erhöht sich die Gesamtzahl auf 420 kostenpflichtige Parkplätze. Es wird auch in Zukunft einen kostenfreien Kurzzeitbereich geben. Die Zufahrt erfolgt über die Henry-Dunant-Straße, die zunächst als Baustraße genutzt wird, die Ausfahrt über Professor-Arneth-Straße. Geschäftsführer Michael Jung wies darauf hin, dass sich Besucher und Mitarbeiter während der Bauzeit auf eine geänderte Parksituation einstellen müssten. Man wolle teilweise an Grünflächen den Mutterboden mit der Grasnarbe abschieben und für Parkplätze aufschottern.

Neuausschreibung

Meißner berichtete auch von den geänderten Vergabemodalitäten des Klinikums. So erfolge jetzt eine Neuausschreibung der Architektenleistung und der Haustechnik. Von der EU war moniert worden, dass die ursprüngliche Ausschreibung der Sanierung des alten Gebäudes galt (die Neue Presse berichtete). Meißner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Regierung von Oberfranken der ersten Ausschreibung zugestimmt hatte. Um den Bau nicht zu verzögern, hätte man auf einen Rechtsstreit verzichtet, auch wenn er zugunsten des Bauherrn ausgegangen wäre. Die Neuausschreibung sei von der EU überprüft worden und werde ab Dienstag, 21. Februar, im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Meißner teilte mit, dass alle Beschlüsse des Ausschusses einstimmig gefasst wurden.

Im Namen der Gesellschafter der regioMed GmbH, mit dem Krankenhausverband Coburg, den Landkreisen Lichtenfels, Sonneberg und Hildburghausen sowie der Stadt Schleusingen, freute sich die Hauptgeschäftsführerin Katja Bittner, dass der Kostenrahmen von rund 114 Millionen Euro trotz der Beschlüsse des Bauausschusses gewahrt werde. Sie erinnerte daran, dass ein Parkhaus nicht zuschussfähig sei. Sie rechnet mit den ersten Fördergeldern im Jahre 2015. Bis dahin müsse das Projekt vorfinanziert werden. Insbesondere die Planung schlage hier mit 20 Prozent der Gesamtsumme zu Buche. Bittner macht darauf aufmerksam, dass die Baumaßnahmen ohne Beeinträchtigung des Krankenhausbetriebes durchgeführt würden. "Das werden die Patienten zu schätzen wissen", sagte sie.

Der Zeitplan

März 2012 bis März 2013: vorbereitende Baumaßnahmen mit Ausbau der Baustraße, der Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes und der Installation von Ver- und Entsorgungsleitungen; Anfang September 2012: Erster Spatenstrich mit Ministerpräsident Horst Seehofer; März 2013: Inbetriebnahme des Parkhauses; Ab April 2013: Hauptbaumaßnahme; September 2016: Fertigstellung.


    
    

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