zuletzt bearbeitet: 17.02.2012 00:37 Uhr
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Unterkunft für Asylbewerber: Verbaler Schlagabtausch im Stadtrat
Gereizte Stimmung im Stadtrat. Bürgermeister Udo Dauer gerät mit dem CSU-Fraktionsvorsitzenden Jochen Bauer wegen des Fremdenverkehrskonzepts aneinander. Auch Alois Dechant vom Bürgerblock ist auf den Rathauschef nicht gut zu sprechen.
Weismain - Den verbalen Reibereien vorausgegangen war eine Bekanntgabe des Bürgermeisters, die den Stein ins Rollen brachte. Darin teilte das Stadtoberhaupt dem Gremium mit, dass es im ehemaligen Altenheim der Caritas nicht sofort zu einer Vollbelegung mit Flüchtlingen kommen werde. Der Einzug werde schrittweise von Statten gehen und sich bis zu einem Dreiviertel Jahr hinziehen. Darauf hätten sich die Regierung von Oberfranken, das Landratsamt, die Stadt und der Eigentümer des Gebäudes, Geschäftsführer Thomas Dechant von der Akurat Vermögensverwaltungs GmbH geeinigt, so Dauer, der zugleich feststellte: "Durch diesen Schritt nehmen wir vielen Bürgern die Angst vor der Asylbewerberunterkunft. Darüber waren sich alle Beteiligten einig."
Das Wörtchen "Angst" brachte Dechant auf die Palme: "In Syrien, wo Oppositionelle wie die Hasen niedergeschossen werden, müssen die Menschen Angst haben, aber doch nicht wir hier in Weismain." Die argwöhnische bis ablehnende Haltung, die einige Bürger bei der Sondersitzung an den Tag gelegt hätten, sei beschämend. Seinen Stadtratskollegen warf der Redner vor, ihm bei der Sondersitzung in den Rücken gefallen zu sein, dem Bürgermeister, nie Wort für ihn ergriffen zu haben.
Dechant warf Dauer zudem Untätigkeit bei wichtigen Angelegenheiten vor. "Bezüglich der geplanten Umgehungen von Weismain sowie Modschiedel und Wunkendorf herrscht ein Schweigen im Walde", schimpfte der Stadtrat. "Im Landratsamt fand kürzlich ein Verkehrsgipfel statt, bei der die Thematik erörtert wurde. Wir müssen die Stellungnahme des staatlichen Bauamtes zur Umgehung von Modschiedel und Wunkendorf noch abwarten", konterte der Bürgermeister.
Konkreter wurde er auf Nachfrage von Stadtrat Alfons Deuber (CSU), der sich über den Sachstand der Umgehung von Weismain erkundigte. Derzeit, so Dauer, würden die Daten vom Architekturbüro an das staatliche Bauamt weitergeleitet. Anschließend komme es zur Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. "Voraussichtlich im August oder September wird es einen Satzungsbeschluss geben. Auch eine frühzeitige Bürgerbeteiligung ist vorgesehen", so Dauer.
Mehrere Kommunen auf dem Jura, darunter auch die Stadt Weismain, wollen in punkto Tourismus stärker zusammenarbeiten. Die Idee, einen Dachverband zu gründen, der gemeinsame Werbeaktionen durchführen könnte, steht im Raum. Doch konkret getan hat sich bislang nichts. "Ich vermisse bei allen Beteiligten die Ernsthaftigkeit, das Projekt auch umzusetzen", schimpfte Bauer in Richtung Dauer. Als dieser leise, aber für alle noch deutlich vernehmbar, feststellte "Jetzt hab ich bald keine Lust mehr. Da setzt man sich für etwas ein...", platzte Bauer der Kragen: "Auch als Bürgermeister muss man sich Kritik gefallen lassen."
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