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Erschienen am 06.03.2010 00:00
Packender Roman aus der Medici-Zeit
Von Julia Bischoff
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Weitgereiste Abenteurer und eingespieltes Lese-Team: Schriftsteller Rainer M. Schröder und seine Frau Helga stellten den Roman "Hüter der Macht" in Coburg vor. Foto: Bischoff
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Coburg - Man schreibt das Jahr 1427 in Florenz. Die Medici sind die mächtigste Familie dieser Zeit und kontrollieren die Bankgeschäfte in ganz Europa. Die damalige Republik ist Schauplatz von Intrigen und Verschwörungen.

Mitten in dieser unruhigen Zeit, in der es nichts Außergewöhnliches war, seinen Feind mit Hilfe eines Auftragsmörders aus dem Weg zu räumen, lebt Cosimo, Oberhaupt der Medici. Er ahnt nicht, dass es einige Familien in Florenz gibt, die seinen Tod wollen. Der bettelarme, junge Sandro wird dazu auserkoren, den hinterhältigen Anschlag auszuführen. Doch es kommt anders: Sandro trifft eine Entscheidung, die den Lauf der Dinge maßgeblich verändert. . .

Spannung und Liebe

Neben der Spannung kommen auch Gefühle nicht zu kurz im Roman "Hüter der Macht". "Ein Roman ohne Gefühlswelt ist nicht besonders lesenswert", betont Autor Rainer M. Schröder. Sandro verliebt sich unsterblich in die Sklavin Tessa. Zur damaligen Zeit galt eine derartige Liebesbeziehung zwischen einer Sklavin und einem freien Mann als undenkbar.

Schröder und seine Frau Helga waren am Donnerstag in der Coburger Buchhandlung Riemann zu Gast und stellten den gespannten Leser/innen sein neustes Werk vor. Das in Amerika lebende Paar war für die Lesereise extra eingeflogen. Schröder erzählte einige Anekdoten aus seinem abenteuerlichen Leben mit Helga. Der 51-Jährige blickt auf unzählige Reisen zurück, die ihn und seine Ehefrau in die entlegensten Winkel der Erde führten. Unter anderem überquerten sie an Bord eines polnischen Containerfrachters in zwölf stürmischen Tagen den Nordatlantik. Sie durchquerten mit einem Wohnwagen den australischen Kontinent und statteten den Buschmännern in der afrikanischen Kalahari-Wüste einen Besuch ab. Von seinen Abenteuern nimmt das Ehepaar stets unzählige Eindrücke und Inspirationen mit nach Hause, die Schröder zu neuen Büchern inspirieren.

Warum er sich dazu entschloss, die Handlung seines aktuellen Romans im Umfeld der Medici anzusetzen, erklärt er mit seiner Faszination für diese Familie. Sie vereinte Macht, christlichen Glauben, Kunstverständnis und Innovation, war aber auch für ihre Skrupellosigkeit bekannt. Bei der Recherche wälzte Schröder Unmengen von Büchern, reiste oft nach Florenz und forschte in alten Dokumenten.

Nach Florenz zurückversetzt

Am Donnerstag war es an seiner Frau, die gespannten Zuhörer mit ihrem ausdrucksstarken Vortrag von fünf Romanpassagen zu fesseln, was ihr wahrhaftig gelang. Man glaubte sich bei der Lesung in das Florenz der Renaissance zurückversetzt.

Mit seinem aufwendig recherchierten Roman gelingt es Schröder nicht nur, Faktenwissen darzustellen. Vielmehr präsentiert er Spannung und Gefühle in einem geschichtlich makellosen Gewand. Der Bestsellerautor schreibt fast ausschließlich historische Romane, weil er "die Erinnerung bewahren will" und der Meinung ist: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen". "Hüter der Macht" ist das erste Buch der Trilogie "Die Medici-Chroniken". Im Sommer 2010 soll der zweite Band auf den Markt kommen, im Sommer 2011 dann der dritte.

Rainer M. Schröder: "Die Medici-Chroniken - Hüter der Macht", Arena-Verlag, 551 Seiten, ISBN 978-3-401-06350-2, 19,95 .

 
 

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