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Idyllisch liegt der Neubau der Familie Püls am Hirtenberg am Ortsrand von Untersiemau. Das Gelände ist ideal zum Toben und Fußball spielen für die Brüder Sascha (11 Jahre), Adrian (9) und Markus (8). Wenn da nicht der Hundekot wäre, der die Hänge und Wiesen verschmutzt. Die Hunde machen zwar nicht auf das Grundstück der Familie, aber in die unmittelbare Nähe. "Im Winter lag hier eine Mine an der anderen," erzählt Katja Püls. Beim Fußball lande der Ball der Kinder häufig auf den Häufchen. "Die Kinder kommen ständig damit in Kontakt." Ungefähr zehn Hundebesitzer gehen hier täglich mit den Hunden spazieren, schätzt Katja Püls. Dagegen sei auch absolut nichts einwenden, wohl aber gegen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Diese seien mehr als unappetitlich: Mutter Püls macht sich auch Sorgen um die Gesundheit der Söhne. Im Dezember 2008 klagte Adrian über heftige Bauchschmerzen und ein Kribbeln am After. Der Arzt stellte damals fest, dass Adrian sich mit so genannten Madenwürmern (Enterobius vermicularis oder Oxyuris vermicularis) angesteckt hatte. Seitdem erkrankt der Junge alle drei Monate.
Katja Püls hat im Internet recherchiert und den Arzt befragt. Das Ergebnis: Tierkot ist eine mögliche Ansteckungsquelle. Bei einer Wurmerkrankung muss die dreifache Mutter strenge Hygieneregeln einhalten. Kissen, Stofftiere, Bettbezüge und die Kleidung der gesamten Familie müssen gewaschen, die Polstermöbel gereinigt werden. Außerdem müssen alle Familienmitglieder behandelt werden. Das geht ins Geld, da die Krankenkasse nur die Behandlung von Adrian zahlt.
Nicht alle Hundebesitzer sind verantwortungslos. Markus kennt auch positive Beispiele. Der Junge erzählt von einem Rentner aus der Gemeinde, der stets mit Spaten bewaffnet loszieht. "Der vergräbt die Kacke." Ein Spaten müsse es nicht sein, aber den Hundekot sollen die Hundebesitzer mitnehmen.
Sascha, Adrian und Markus möchten jetzt mit einem Plakat die Halter wachrütteln und hoffen auf deren Verständnis. "Treten Sie auch gerne in Hundescheiße herum? Nein. Warum muten Sie es dann den anderen zu, die dafür sorgen, einen gepflegten Rasen zu erhalten?" steht darauf geschrieben.
Manfred Lorenz vom Ordnungsamt der Gemeinde kennt das Problem nur zu gut. Im Mitteilungsblatt werde regelmäßig an die Besitzer appelliert, aber: "Es fühlt sich keiner angesprochen." Bei Hinweisen schreite die Gemeinde ein, rufe den Eigentümer an und weise auf mögliche Folgen hin. "Der Hundehalter muss dafür sorgen, dass die Wiese nicht verunreinigt wird," betont Lorenz.
Sascha, Adrian und Markus möchten vor allem unbeschwert spielen: "Die sollen die Kacke mitnehmen", wünschen sich die Jungs.


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