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Erschienen am 09.09.2009 00:00
HUNDEKOT
"Die sollen die Kacke mitnehmen"
Von Gabi Arnold
Untersiemau - Das Problem ist in Städten und Dörfern des Landkreises bekannt: Hundekot, der Gehwege, Ränge, Wiesen und Anlagen verunreinigt, sorgt regelmäßig für Ärger. Auch Familie Püls ist sauer. Idyllisch liegt der Neubau der Familie Püls am Hirtenberg am Ortsrand von Untersiemau.

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Adrian, Sascha und Markus stinkt es im wahrsten Sinne des Wortes. Hundekot verdirbt den Kindern das Spielen. Ein Plakat am Hirtenberg soll nun an die Hundehalter appellieren.
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Untersiemau - Das Problem ist in Städten und Dörfern des Landkreises bekannt: Hundekot, der Gehwege, Ränge, Wiesen und Anlagen verunreinigt, sorgt regelmäßig für Ärger. Auch Familie Püls ist sauer.

Idyllisch liegt der Neubau der Familie Püls am Hirtenberg am Ortsrand von Untersiemau. Das Gelände ist ideal zum Toben und Fußball spielen für die Brüder Sascha (11 Jahre), Adrian (9) und Markus (8). Wenn da nicht der Hundekot wäre, der die Hänge und Wiesen verschmutzt. Die Hunde machen zwar nicht auf das Grundstück der Familie, aber in die unmittelbare Nähe. "Im Winter lag hier eine Mine an der anderen," erzählt Katja Püls. Beim Fußball lande der Ball der Kinder häufig auf den Häufchen. "Die Kinder kommen ständig damit in Kontakt." Ungefähr zehn Hundebesitzer gehen hier täglich mit den Hunden spazieren, schätzt Katja Püls. Dagegen sei auch absolut nichts einwenden, wohl aber gegen die Hinterlassenschaften der Vierbeiner. Diese seien mehr als unappetitlich: Mutter Püls macht sich auch Sorgen um die Gesundheit der Söhne. Im Dezember 2008 klagte Adrian über heftige Bauchschmerzen und ein Kribbeln am After. Der Arzt stellte damals fest, dass Adrian sich mit so genannten Madenwürmern (Enterobius vermicularis oder Oxyuris vermicularis) angesteckt hatte. Seitdem erkrankt der Junge alle drei Monate.

Katja Püls hat im Internet recherchiert und den Arzt befragt. Das Ergebnis: Tierkot ist eine mögliche Ansteckungsquelle. Bei einer Wurmerkrankung muss die dreifache Mutter strenge Hygieneregeln einhalten. Kissen, Stofftiere, Bettbezüge und die Kleidung der gesamten Familie müssen gewaschen, die Polstermöbel gereinigt werden. Außerdem müssen alle Familienmitglieder behandelt werden. Das geht ins Geld, da die Krankenkasse nur die Behandlung von Adrian zahlt.

Nicht alle Hundebesitzer sind verantwortungslos. Markus kennt auch positive Beispiele. Der Junge erzählt von einem Rentner aus der Gemeinde, der stets mit Spaten bewaffnet loszieht. "Der vergräbt die Kacke." Ein Spaten müsse es nicht sein, aber den Hundekot sollen die Hundebesitzer mitnehmen.

Sascha, Adrian und Markus möchten jetzt mit einem Plakat die Halter wachrütteln und hoffen auf deren Verständnis. "Treten Sie auch gerne in Hundescheiße herum? Nein. Warum muten Sie es dann den anderen zu, die dafür sorgen, einen gepflegten Rasen zu erhalten?" steht darauf geschrieben.

Manfred Lorenz vom Ordnungsamt der Gemeinde kennt das Problem nur zu gut. Im Mitteilungsblatt werde regelmäßig an die Besitzer appelliert, aber: "Es fühlt sich keiner angesprochen." Bei Hinweisen schreite die Gemeinde ein, rufe den Eigentümer an und weise auf mögliche Folgen hin. "Der Hundehalter muss dafür sorgen, dass die Wiese nicht verunreinigt wird," betont Lorenz.

Sascha, Adrian und Markus möchten vor allem unbeschwert spielen: "Die sollen die Kacke mitnehmen", wünschen sich die Jungs.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von evelyn am 09.09.2009 09:17
    Es sind...
    meistens die frei laufenden Hunde, und zwar zumeist die größeren, die - da ohne menschliche Einwirkung - ihre Haufen überall hinterlassen. Und die werden natürlich nicht weggeräumt von den Hundeführern, die lieber - unbeteiligt tuend - in der Gegend herumgucken. Ich habe noch nie einen Hund an der Leine gesehen, dessen Hinterlassenschaften nicht von seinen Herr/Frauchen weggeräumt wurden. Deshalb fordere ich als erste Maßnaheme die Anleinpflicht für alle Hunde - überall auf öffentlich zugänglichen Wegen! Und die muss durchgesetzt werden, ggf. gegen Bußgelder usw.

  • von wie_weit am 09.09.2009 11:22
    @evelyn: gar kein schlechter Einwand...
    Wenn Hunde unangeleint herum laufen und offenbar keine Halter in der Nähe ist, dann muss die Stadt Untersiemau wohl ihrer Pflicht nachkommen und die herrenlose Hunde einfangen und ins Tierheim bringen. Wenn sich dann ein Halter meldet, muss er die ganzen Kosten tragen.

  • von lionidae am 09.09.2009 13:17
    Ich schon
    Ich sehe regekmäßig Hundehalter die ihre Hunde an der Leine führen, Ihnen beim kacken zusehen und sich noch absolut im Recht fühlen wenn sie die Sauerei dann liegen lassen. Meine Meinung: Die Leute anreden und auch tatsächlich Bußgelder kassieren. Wenn's im Geldbeutel wehtut, dann werden die Hundehalter auch handeln vorher nicht!

  • von lexington am 09.09.2009 13:46
    Hundekot...
    ... ist nicht nur eine Gefährdung der Gesundheit spielender Kinder, wie im Bericht geschildert.
    Durch Hundekot verschmutztes Futter kann auch bei Kühen zu schwerwiegenden Krankheiten führen.
    Rücksichtslose Hundebesitzer müssen deshalb mit Bußgeldern belegt werden, Appelle an deren Einsicht reichen nicht mehr aus, um dem Übel Einhalt zu gebieten.

  • von evelyn am 09.09.2009 17:37
    alle sind dagegen,
    dass das ständig passiert. Aber keiner tut was. bzw. nichts kommt dabei heraus. wann gibt es einmal ein sichtbares Ergebnis, nämlich, dass die sauerei endlich aufhört???

  • von kasandra am 10.09.2009 02:36
    Wie hundefeindlich ist Deutschland eigentlich?
    Ich habe selbst einen kleinen Hund und sehe die Sache aus einem etwas anderen Blickwinkel, auch wenn ich hier dafür gesteinigt werde. 1. Gibt es so gut wie nirgends Flächen, wo ein Hund auch mal ungestraft "müssen" kann. Wie wäre es, so etwas mal einzurichten? 2. Abfalleimer für Hundekot gibt es auch praktisch nirgends. 3. Schon mal versucht, Hundedurchfall aufzuheben (kommt bei Hunden häufiger vor). 4.Wofür zahle ich eigentlich Hundesteuer????

  • von lionidae am 10.09.2009 06:56
    @kasandra
    Das ist genau die Einstellung die Hundebesitzer haben! Was glauben Sie eigentlich wieviel Hundehaufen Ihnen für die 50 E entsorgt werden? Zum Teil habe ich in meinem Garten 5 Hundehaufen gefunden. Ich schwöre Ihnen ich habe noch keinen Cent Hundesteuer erhalten! Für 50 E im Jahr würde ich das auch nicht machen! Außerdem gibt es ja auch Tütchen, für die Haufen oder sollen jetzt Grundstücksbesitzer Abfalleimer dafür aufstellen - oder die Bauern auf ihren Feldern? Die Tatsache, dass Sie sich mit der Möglichkeit eine Tüte mitzunehmen nicht beschäftigt haben, ist ein Beweis wie rücksichtslos Sie gegenüber Ihren Mitmenschen handeln! Das mit dem Durchfall ist doch nichts als eine Faule Ausrede. Was ich in meinem Garten finde ist kein Durchfall! Deutschland ist nicht hundefeindlich! Sauer sind wir nur auf Hundehalter, die es als selbstverständlich ansehen, dass andere die Scheiße Ihres Hundes wegmachen! Wir kacken ja auch nicht in Ihren Garten!

  • von maxxblue am 11.09.2009 20:33
    Ein Dorf voller Dreck oder Toleranz - fehl am Platz ? Teil 1
    Wenn man Herrn Lorenz so hört, könnte man glauben Untersiemau versinke in Hundekot.
    Aber dem ist ja zum Glück nicht so! Auf besagter Wiese häuft sich keinesfalls der Hundekot.
    Die genannten Würmer sind ja nicht nur durch Hundekot verursacht, sondern können auch bei
    Tieren wie z.B. Kaninchen oder anderen Haustieren vorkommen. Dass eine Ansteckung dieser Art
    nicht ausgeschlossen ist, kann man sicher mit gesundem Menschenverstand nachvollziehen.
    Fraglich ist allerdings, warum, trotz der beschriebenen strengen Hygienevorschriften,
    diese Ansteckung seit 2008 wiederkehrend alle 3 Monate auftritt.
    Hier scheint ja nicht der Hundekot allein die Ursache zu sein, sondern
    noch andere Ansteckungsquellen in greifbarer Nähe zu lauern...

  • von maxxblue am 11.09.2009 20:34
    Ein Dorf voller Dreck oder Toleranz - fehl am Platz ? Teil 2
    ...Ich persönlich als Hundehalter achte darauf, dass mein Hund innerhalb des Ortes kein
    Häufchen hinterlässt.Da Hundekot auf öffentlichen Flächen, wie z.B. Gehsteigen und dergleichen,
    keinesfalls zu einem schönen Dorf passen, versteht es sich von selbst Acht zu geben und mitzuhelfen die Dorfschönheit zu wahren.Ein Vergraben der Häufchen ist keine dauerhafte Verhinderung der Ansteckungsgefahr, sondern
    bestenfalls eine rein optische "Verschönerung". Ich halte für diesen Fall stets eine Tüte parat.
    Ich bedauere sehr, dass man viele unschuldige in Verruf bringt, anstatt
    gezielt die Auslöser des Problems persönlich anzusprechen - lieber denunziert man ALLE öffentlich.
    Schade ist nur, dass dies das Krankheitsproblem der Familie nicht gänzlich löst, solange der
    wirkliche Krankheitsherd nicht ermittelt wird. Allein die Häufchen der Hunde können eine regelmäßige
    Ansteckung nicht hervorrufen. So viel zum Thema "Rücksichtnahme"...

  • von maxxblue am 11.09.2009 20:34
    Ein Dorf voller Dreck oder Toleranz - fehl am Platz ? Teil 3
    ...Schlagwort "Toleranz": Als Hundebesitzer wurde ich im schönen, idyllischen Ort Untersiemau
    schon das eine oder andere Mal grundlos angepöbelt.Es kam sogar vor, dass mein Hund von Kindern aufgestachelt wurde, damit er
    entweder das Bellen anfängt oder den Anstachlern selbst entgegenspringt. Glücklicherweise habe ich einen sehr wesensfesten Hund, dem
    solche kindischen Gesten förmlich egal sind."Der Mensch ist das Tier."

 

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