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Erschienen am 09.10.2008 00:00
MOSCHEE IN BAD RODACH
Aufklärung auch auf Türkisch
Von Tim Birkner
Bad Rodach – Die Islamische Union Bad Rodach möchte in der Coburger Straße eine Moschee errichten. Einen ersten Plan für das Gebäude hat der Verein bereits bei Bürgermeister Gerold Strobel eingereicht.
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In Ebersdorf gibt es bereits eine Moschee. Sie ist in einem unauffälligen Bau in einem Gewerbegebiet. In Bad Rodach soll die neue Moschee in der Coburger Straße entstehen. Foto: Hans Blischke
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Bad Rodach Die Islamische Union Bad Rodach möchte in der Coburger Straße eine Moschee errichten. Einen ersten Plan für das Gebäude hat der Verein bereits bei Bürgermeister Gerold Strobel eingereicht. (Die Neue Presse berichtete.)

„Das sieht aus wie ein ganz normales Wohnhaus mit zwei Geschossen“, sagt Strobel über die Pläne. Das bedeutet keinerlei Minarette. Das bedeutet für Strobel aber auch keinerlei Zuschüsse. „Wir haben Kirchenbauten bislang nur in der Denkmalpflege unterstützt“, so der Bürgermeister.

Für den Schriftführer der islamischen Union Bad Rodach, Mevlet Kükrük, hängt der Zeitplan an der Finanzierung. Insgesamt soll das Haus mit einer Gesamtfläche zwischen 150 und 180 Quadratmetern rund 170 000 Euro kosten.

Bislang existiert lediglich das Grundstück mit einem alten kleinen Haus. Dieses Häuschen soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Kükrük rechnet dann mit bis zu zwei Jahren, die der Bau dauern könnte. Bürgermeister Strobel ist bei dem Zeitplan vorsichtiger: „Ich schätze, das dauert noch eine ganze Weile“, sagt er mit Blick auf die finanzielle Situation.

Bislang hat die islamische Union angemietete Räume in Bad Rodach. „Die Benutzung ist sehr diskret. Die Besucher sind sehr viel zu Fuß unterwegs“, beobachtet Strobel. Es ist also weder erhöhter Autoverkehr zu erwarten noch ein größerer Parkplatz. Daher sagt der Bürgermeister: „Für den Zweck ist das in Ordnung. Da werden sicherlich keine Nachbarn gestört.“

Kükrük möchte mit der Moschee den türkischstämmigen Kindern den Zugang zum Islam und zur türkischen Sprache erhalten. „Das ist die dritte Generation, die in Deutschland aufgewachsen ist. Da gehen die Türkischkenntnisse verloren, wenn man nicht etwas tut.“ Daher soll auch ein Raum für Jugendliche eingerichtet werden. Ein von der Türkei offiziell angestellter Vorbeter, soll die Kinder dann über den Islam unterrichten. Bedingung dafür sei, so Kükrük, neben einer bestimmten Gemeindegröße auch eine eigene Moschee. In den bisherigen angemieteten Räumen sei das nicht möglich.

„Was sind die Gebote? Wie steht der Islam zu Alkohol und Rauschgift“, zählt Kükrük ein paar Aspekte auf, die dieser Vorbeter den Kindern und Jugendlichen näher bringen soll. „Es geht darum, dass die Kinder nicht draußen rumblödeln, sondern diese Aufklärung auch auf türkisch bekommen“, sagt Kükrük.

Die islamische Union in Bad Rodach existiert bereits seit 1969. Stark gewachsen ist die Gemeinde in der 80er Jahren. Heute hat sie rund 50 Mitglieder.

 
 
 
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