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Ressort Coburg
Erschienen am 09.02.2010 00:00
Die IHK kämpft für den Flugplatz
Von Wolfgang Braunschmidt
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Gerade wenn es um Ersatzteilservice geht, sind Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Coburg auf Flugzeuge angewiesen. Deshalb fordern jetzt 31 Unternehmen eine zukunftsfähige Luftverkehrsanbindung für die Region. Foto: IHK Coburg
Bild:  

Coburg/Kronach/Lichtenfels - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Coburg ist der Forderung von Kommunalpolitikern und Bürgerinitiativen nachgekommen, darzulegen, welche Unternehmen auf einen Verkehrslandeplatz angewiesen sind. Am Montag veröffentlichte die IHK eine Liste mit den Namen von 31 Unternehmen - 30 aus Coburg, eine aus Kronach -, die für den Wirtschaftsraum eine zukunftsfähige Luftverkehrsanbindung fordern. In diesen Betrieben sind nach Angaben von IHK-Präsident Friedrich Herdan und IHK-Geschäftsführer Siegmar Schnabel rund 17 000 Beschäftigte tätig.

Herdan betonte, dass die Umfrage ausschließlich unter den knapp 8000 Mitgliedsbetrieben der IHK Coburg stattgefunden hat. Ein Unternehmen aus Kronach sei von sich aus auf die Kammer zugegangen.

Der IHK-Präsident unterstrich, dass ein Verkehrslandeplatz für den Wirtschaftsraum Coburg, zu dem er Kronach, Lichtenfels, Hildburghausen, Sonneberg und Teile des Landkreises Haßberge zählte, unverzichtbar sei. National und international agierende Firmen dieser Region seien zwingend auf einen Flugplatz angewiesen, gerade wenn es um schnellen Service geht. Dieser spiele im Wirtschaftsraum Coburg, der vom Maschinenbau und Automobilzulieferern geprägt ist, neben der Produktqualität eine immer größere Rolle.

In einer Pressekonferenz sagte der IHK-Präsident, vielen Unternehmern sei es unverständlich, dass sich Kommunalpolitiker sehenden Auges in die Gefahr begäben, eine heute noch funktionierende Luftverkehrsanbindung in der Region aufs Spiel zu setzen und offenbar bereit seien, einen "harten Standortfaktor" preiszugeben. "Wir kämpfen dafür, dass dies nicht geschieht", betonte Friedrich Herdan.

Dass die Ausnahmegenehmigung für den Instrumentenflugbetrieb mit Geschäftsflugzeugen auf dem Coburger Flugplatz "Brandensteinsebene" zum Ende dieses Jahres ausläuft, sei seit langem bekannt. Deshalb habe die Coburger Wirtschaft kein Verständnis dafür, dass in der Region "kein brauchbares Konzept" für die Sicherung des Werkflugverkehrs existiere.

Kritik übte Friedrich Herdan in diesem Zusammenhang am Coburger Landrat Michael Busch. Dieser hatte gesagt, er benutze kein Flugzeug. Herdans Antwort: "Man darf die Bedürfnisse einer Region nicht auf die eigenen reduzieren."

Die Kammer sei mit allen Standortalternativen einverstanden, die im Raumordnungsverfahren für einen Verkehrslandeplatz als geeignet ermittelt wurden: Bieberbach bei Sonnefeld, Gossenberg bei Großheirath, Wiesenfeld bei Meeder und die "Brandensteinsebene" in Coburg. Wichtig sei lediglich, für einen dieser Standorte umgehend "ein Planfeststellungsverfahren erfolgreich durchzuführen".

Eine finanzielle Beteiligung von Unternehmen an den Bau- und Betriebskosten eines Flugplatzes lehnte Herdan kategorisch ab. Ein Verkehrslandeplatz gehöre, wie Autobahn oder ICE, zu Infrastruktureinrichtungen, die die Öffentliche Hand aus Steuergeldern finanzieren müsse. Im Fall des Coburger Flugplatzes seien Stadt und Landkreis in der Pflicht, einen zukunftsfähigen Flugplatz zu schaffen und zu unterhalten. Sinn mache es, sich dafür in der kommunalen Familie der Region - auch in Südthüringen - Partner zu suchen. Schließlich profitiere der gesamte Wirtschaftsraum von einem Verkehrslandeplatz. Dieser sei im Wettbewerb der Regionen - Herdan nannte Würzburg/Schweinfurt, Bamberg/Forchheim, Hof/Bayreuth und Meiningen/Suhl - ein unverzichtbarer Standortfaktor.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von ichsehealles am 08.02.2010 23:47
    Michael S. kämpft für eigenen Hafen
    (Ironie an)
    Michael S. fordert einen Hafen für seine 60 Meter Yacht an der Itz. Von den befragten 42.000 Coburgern sind 30 auf eine Wasserstraßenanbindung für ihre Luxusyachten angewiesen. Eine finanzielle Beteiligung an den Bau- und Betriebskosten und des Ausbaues der Itz und des Mains lehnt Michael S. kategorisch ab. Ein Hafen gehöre, wie Autobahn, ICE oder Raketenabschussbasis, zu Infrastruktureinrichtungen, die die öffentliche Hand aus Steuergeldern der bescheuerten Steuerzahler finanzieren müsse. Im Fall des Coburger Hafens seien Stadt und Landkreis in der Pflicht, einen zukunftsfähigen Hafen zu schaffen und zu unterhalten. Schließlich profitieren die ganzen Großkopferten von einem Hafen. Dieser sei im Wettbewerb der Regionen - Michael S. nannte Monaco, die Bahamas und Dubai - ein unverzichtbarer Standortfaktor.
    (Ironie aus)

  • von rabbit am 09.02.2010 09:01
    @ichsehealles
    :-D
    der war gut... aber mal im ernst, das wird noch so kommen, sollte die die stadt bzw. der lankreis auf eigene kosten einen flughafen bauen ...

  • von unbekannt am 09.02.2010 09:46
    Unseriöse IHK
    Von 8000 Firmen bejahten 31, daß für sie eine "zukunftsfähigen Luftverkehrsanbindung" wichtig sei. Dies, wie es die IHK tut, automatisch mit der Forderung nach einem Verkehrslandeplatz im Landkreis gleichzusetzen, ist in höchstem Maße unseriös. Hier werden die Menschen für blöd verkauft. Dank A73 ist der Nürnberger Flughafen weniger als eine Pkw-Stunde von Coburg entfernt. Es wäre, zumal in diesen Zeiten, da man Steuermilliarden viel dringender und sinnvoller für Banker-Boni braucht, sträflich, hier ein weiteres Schwarzes Loch für Steuergelder aufzumachen, nur um die Anfahrtszeit auf zehn, 20 Minuten zu verkürzen. Sollten sich tatsächlich Politiker finden, die dieses Projekt beschließen und durchziehen, müßte man sie vor Gericht stellen.

  • von llechwedd am 09.02.2010 09:50
    Der Schriftsteller ...
    ... Robert Menasse (Dummheit ist machbar) hat diese Selbstbedienungsmentalität einmal sehr schön auf den Punkt gebracht:
    "Zu Zeiten des Manchester-Kapitalismus fragen die regierenden Politiker submissest bei den Unternehmen an, was getan werden müsse, um den Standort Manchester zu erhalten. Was hätten die Unternehmer wohl geantwortet? Natürlich das, was sie für richtig und notwendig hielten: Zwölfstundentag, Kinderarbeit, Steuerbefreiung, dies müsse garantiert werden, dann könne der Standort Manchester erhalten bleiben."

  • von Heiwesch am 09.02.2010 10:58
    Steuern
    "Eine finanzielle Beteiligung von Unternehmen an den Bau- und Betriebskosten eines Flugplatzes lehnte Herdan kategorisch ab...... die die Öffentliche Hand aus Steuergeldern finanzieren müsse. Im Fall des Coburger Flugplatzes seien Stadt und Landkreis in der Pflicht.....
    Wo bezahlen denn manche Unternehmen Steuern...?

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 12:17
    Kosten
    Die Kosten sollten die Firmen tragen, die ohne Flugplatz vor Ort angeblich nicht existieren können. Herr S. könnte den Betrag ja eigentlich auch locker aus dem Privatvermögen stemmen. Schließlich ermöglicht er seiner Tochter J. auch den "Beruf" der Kunstsammlerin...

  • von floriangeyer am 09.02.2010 11:42
    "weltweit" 299
    Will da jemand mit seinen "weltweit" grade mal 299 Mitarbeitern Präsident Gernegroß spielen?

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 12:11
    299
    wie kommst Du auf gerade 299 MA?

  • von floriangeyer am 09.02.2010 12:15
    an nordwestcoburger
    Stand im Internetauftritt.

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 12:19
    299
    rund 300, können also auch mehr sein. In Coburg. Da kommt noch der Rest weltweit dazu

  • von floriangeyer am 09.02.2010 13:18
    Oder weniger...
    ... in Zeichen der Krise.
    Aber einigen wir uns so: Es ist ein kleiner Betrieb.

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 23:31
    Einigung
    ja ist wohl war, eher ein kleiner Betrieb der zur Zeit durch die Funktion seines Geschäftsfährers als IHK-Präsident in Erscheinung tritt

  • von demokratin am 09.02.2010 12:51
    Oligarchie
    Setzt man 31 zu 8000 ins Verhältnis, kommt man auf immerhin knapp 0,4%. Oligarchie(gesetzlose Herrschaft der Reichen, die nur an ihrem Eigennutz interessiert sind) gabs doch schon bei Platon. Irgendwie dreht sich die Argumentation im Kreis. Enttäuscht bin ich nur von den Repräsentanten der IHK. In solchen Positionen sollte man schon mehr Weitblick haben. Wie machen das eigentlich Unternehmen in anderen Städten, wie beispielsweise Bamberg? Bekommen die dann die Ersatzteile so viel später? Da wären sie ja schön blöd, wenn sie den Standort behalten würden. Wie sieht es eigentlich mit einem Hubschrauber-Shuttleservice vom Flughafen Nürnberg oder Erfurt aus? Hubschrauber dürfen doch sicherlich auf der Brandensteinsebene landen. Und M.S. Junior hätte dann auch eine Beschäftigung. Es muss ja nicht gleich ein Verkehrslandeplatz sein....

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 23:27
    Hubschrauber
    Heli-Shuttle-Service VON den Flughäfen N und EF? Eher zu diesen! Meines Wissens können Hubschrauber auf der Brandensteinsebene starten und landen. Wäre mal einen Vergleich wert: von der Ketschendorfer Straße aus zur Brandensteinsebene fahren, von dort mit dem Heli nach N oder EF. Und gleichzeitig von der Ketschendorfer mit dem Auto zu den Flughäfen. Die Zeitersparnis in der Luft wäre sicherlich gigantisch!
    Und... hat brose nicht Hubschrauberlandeplätze auf dem Firmengelände? Warum werden diese nicht genutzt?

  • von Havanna am 10.02.2010 07:42
    Verhältniss
    setz mann die 11 Kommentare hier im Forum gegen 40.000 Einwohner komme ich auf unter 0,03%, ist auch nicht toll. Zahlenspielereien helfen hier nicht weiter.

  • von unbekannt am 09.02.2010 15:58
    Passende, wenngleich ...
    ... ziemlich bestürzende Lektüre findet sich ausgerechnet heute online bei der Frankfurter Rundschau: Der Vortrag den der leitende Anti-Mafia-Staatsanwalts von Palermo am vergangenen Freitag in Karlsruhe gehalten hat:
    http://www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/feuilleton/2283116_Die-Mafia-in-der-globalen-Welt-Schurkenwirtschaft.html

  • von iaegl am 09.02.2010 20:24
    Wir
    finanzieren einen Flugplatz für Unternehmen, die Produkte herstellen, die keiner wirklich braucht, die wir aber kaufen sollten, weil wir sonst womöglich arbeitslos werden und den Flugplatz nicht mehr finanzieren können.

  • von unbekannt am 09.02.2010 21:03
    Na, die Tatsache, daß Sie ...
    ... gerade im Moment keinen Bedarf für einen Integralsitz oder ein Verzahnungszentrum oder vielleicht einen Baukompressor haben, sollten Sie aber nicht so leichtfertig verallgemeinern: Die Produkte von Brose, Kapp, Kaeser & Co. sind Weltspitze und nicht umsonst rund um den Globus begehrt. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, daß wir hier im Landkreis einen Flughafen so dringend brauchen wie die Werrabahn, nämlich überhaupt nicht.

  • von nordwestcoburger am 09.02.2010 23:20
    richtig!
    wenns um Ersatzteile oder andere eilige Lieferungen geht können die per Express über diverse Paketdienste verschickt werden und erreichen (fast) jeden Winkel der Welt in kürzester Zeit. Oder Verschickt brose Lieferungen mit den Firmenjets?

  • von Steuerfahnder am 10.02.2010 08:26
    Den Bund der Steuerzahler
    sollte man frühzeitig mal informieren. Die nächste Frage, die sich mir stellt ist auch inwieweit die IHK berechtigt ist, Plakate gestalten und drucken zu lassen die lediglich die Meinung von 31 zu 8000 darstellen. Locker sind hier mal 1000 schnell verbraten. Danke weiterso.

 

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