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Ressort Coburg
Erschienen am 14.10.2009 00:00
Glänzend durchdacht
Von Jürgen Engel
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Jürgen Engel ist Redakteur in der NP-Producer- Redaktion
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Der Einstand ist gelungen: Mit "Trigger" ("Auslöser") präsentiert Wulf Dorn rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse seinen ersten Roman. Zwar schreibt der heute 40-Jährige bereits seit seinem zwölften Lebensjahr, doch hat er bislang ausschließlich Kurzgeschichten veröffentlicht, für die er allerdings schon mehrfach ausgezeichnet wurde.

Sein Psychothriller "Trigger" spielt über weite Teile in einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie. Diese Umgebung ist dem Jungmann unter den neuen Romanautoren wohlvertraut, arbeitet er doch seit 15 Jahren in einer psychiatrischen Klinik, wo er sich um die berufliche Rehabilitation psychisch kranker Menschen kümmert. Wie ein roter Faden zieht sich der bekannte Kinderreim "Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann" durch die 432 Seiten des Romans. Hauptfigur des Thrillers ist die junge Psychiaterin Ellen Roth. Sie soll eine schwer misshandelte Patientin therapieren, deren Identität unbekannt ist. Die gequälte Frau fühlt sich vom Schwarzen Mann verfolgt und sich diesem unrettbar ausgeliefert. Doch dann verschwindet die Patienten spurlos aus der geschlossenen Abteilung der Klinik. Ellen Roth macht sich auf die Suche nach ihrer Patientin und gerät dabei schnell ins Visier des Schwarzen Mannes. Dieser unbekannte Psychopath zwingt die Ärztin zu einer makabren Schnitzeljagd um ihr Leben und um das der unbekannten Patientin, die jetzt wieder in der Gewalt des schwarz bekleideten Psychopathen ist.

Ellen Roth und zwei Freunden gelingt es dann doch, einen ersten vagen Hinweis auf die wahre Identität der Frau zu ermitteln. Die Spur führt in ein kleines Schwarzwalddorf. Dort stößt die Psychiaterin zunächst auf eine Mauer des Schweigens. Die Romanhandlung nimmt an dieser Stelle eine völlig unerwartete Wendung, die den Leser fast überrumpelt. Dann geht es Schlag auf Schlag, bis Stück für Stück die ganze Wahrheit einer menschlichen Tragödie aus dem Dunkel ans Licht geholt ist.

In fesselnder Form nimmt Wulf Dorn die Leser mit zu den Abgründen der menschlichen Seele, vor denen niemand gefeit ist. Diesen schweren Stoff vermittelt er inhaltlich klar gegliedert in einer ungeschminkten, den Leser mitnehmenden Sprache, die mitunter auch derb bis brutal herüber kommt - passend zum jeweiligen Inhalt. Der literarische Gang in die Welt von Traum und Alptraum, Wahnvorstellungen, Persönlichkeitsspaltung, Identitätsunterdrückung, Panikattacken oder Schizophrenie ist eben kein Sonntagsspaziergang.

Wulf Dorns erster Roman ist absolut lesenswert. Er ist packend, wie man es von einem Thriller auch erwarten kann. Aber er ist vor allem glänzend durchdacht. So ein Buch legt man auch zu später Stunde nicht so einfach aus der Hand. Als Gute-Nacht-Geschichte mag ich "Trigger" trotzdem nicht empfehlen. Merken sollte man sich den Namen Wulf Dorn aber auf jeden Fall.

Wulf Dorn: "Trigger", Heyne-Verlag, München, 432 Seiten, 9,95 (Taschenbuch), ISBN: 978-3-453-434028.

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Glänzend durchdacht
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