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Fassen wir einmal kurz zusammen, was der Stadtrat infolge der NIK-Debatte so vor sich hin beschlossen und beraten hat. In Coburg werden vier neue Hallen gebaut. Eine für den Oberbürgermeister und die Seinen auf der Lauterer Höhe. 15 Millionen (der Einfachkeit halber nennen wir hier nur ganze Zahlen, denn auf ein Milliönchen rauf oder runter kommt es in dieser Stadt sowieso nicht an) kostet das Denkmal für den HSC, der mit Riesenschritten Richtung deutsche Meisterschaft galoppiert, um den Ruhm dieser Stadt zu mehren.
Mitten in diese Stadt bauen wir eine Halle für die CSU und alle Bürgerbewegten. Wie man hört, für round about zehn Millionen. Im Winter gibt es dort mächtig was auf die Ohren. Statt Rock gegen Rechts vermuten wir Volksmusik gegen Links. Prinzipiell wäre es zwar kein Problem gewesen - und dürfte es immer noch nicht sein -, die Ballsporthalle so umzurüsten, dass sich dort auch Hansi Hinterseer heimisch fühlt. Aber das Fass will um Himmelswillen keiner aufmachen. Gibt nur wieder Streit. Und davon hat sie genug. Diese Stadt.
Diese Stadt plant auch ein Hotel. 125 Doppelzimmer sollen es sein vis à vis zur schönen Stadthalle. Damit dort auch etwas passiert, wenn Hansi Hinterseer gerade unpässlich ist. Das ganze Kongress-, Tagungs- und Veranstaltungszentrum funktioniert nur mit Hotel. Ein Investor aber ist nicht in Sicht. Diese Stadt aber wird sich ein Kongresshotel, jedenfalls solange es keine Halle ist, finanziell nicht an die Backe binden. Aber die Stadthalle: die soll schon sein. Sonst gibt es Mecker von den Ballsporthallenabnickern. Und da will sie ja nicht mehr hin. Diese Stadt.
Bis das neue Hallenparadies erblühen kann, muss die alte Dreifachturnhalle noch ein paar Jahre genutzt werden. Bis zu vier Millionen Euro, hat das Bauamt grob errechnet, kann das kosten. Ein Klacks, auf den es nicht ankommt in dieser Stadt. Und deshalb kann man sie anschließend getrost abreißen. Schließlich gibt es Wichtigeres in dieser Stadt. Nur der Vollständigkeit halber: noch eine Halle mit Akrobatikzentrum für den Schulsport (zehn Millionen) und eine neue Dreifachturnhalle (fünf Millionen).
Von einem "Vermittlungsproblem" spricht stellvertretender Bürgermeister Norbert Tessmer. Das ist vornehm ausgedrückt. Jetzt einmal ganz im Ernst: Diese Stadt ist drauf und dran, eine Million nach der anderen zu vergeuden, weil sich zwei unversöhnliche Lager gegenüberstehen. Sehenden Auges treiben unsere Stadträte Schindluder mit Steuergeldern. Natürlich gibt es einige - parteiübergreifend -, die dieses unsägliche, sündhaft teure Schauspiel mit Argusaugen beobachten. Aber auf den Tisch haut keiner in diesem Rat. Und das ist das Traurige daran. In dieser Stadt.


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