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Ressort Coburg
Erschienen am 10.02.2010 00:00
Im Maschinenbau fehlen Professoren
Von Christoph Scheppe
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Protest: Wegen unbesetzter Stellen und fehlender Wahlmöglichkeiten bei den Fächern stellten Studenten des Fachbereichs Maschinenbau Hochschul-Präsident Michael Pötzl (rechts) zur Rede. Foto: Christoph Scheppe
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Coburg - Der Markt ist abgegrast, Professoren im Fachbereich Maschinenbau sind Mangelware - besonders und das schon seit Jahren an der Hochschule Coburg. Das wollen sich die Studenten nicht länger bieten lassen und protestierten am Dienstag für bessere Lehr- und Lernbedingungen. Dabei forderten sie Hochschul-Präsident Michael Pötzl mit Nachdruck auf, alles zu unternehmen, um die offenen Stellen schnell zu besetzen.

Der Professoren-Mangel führe zu einem reduzierten und eingeschränkten Fächerangebot, beklagten die Studenten vor allem negative Auswirkungen auf das aufbauende Vertiefungsstudium. "Die Hochschule Coburg wirbt im Internet mit einer großen Fächerauswahl, die aber tatsächlich nicht gegeben ist. Ich fühle mich getäuscht", ließ eine angehende Maschinenbauerin ihrem Unmut freien Lauf und sprach von "Zuständen wie in der DDR". Sie zahle in Coburg 500 Euro Studiengebühr, während Schweinfurt nur 300 verlange, dafür aber "echte Wahlmöglichkeiten" biete.

Der Studiengang Maschinenbau, der mit Beginn des Sommersemesters 2010 von insgesamt 240 Studenten belegt wird, leide unter chronischem Professoren-Mangel. Denn von den 24 zustehenden Stellen sei aktuell nur die Hälfte besetzt. Um dem Lehrauftrag dennoch einigermaßen nachkommen zu können, seien bereits in einigen Fällen Professoren aus dem Ruhestand heraus aktiviert worden, zeigten die Studenten für die Personalpolitik der Hochschulleitung keinerlei Verständnis.

Prekäre Situation

Auch wenn sie die Gesamtstellenzahl auf 16 korrigierten, stießen die Forderungen ihrer Studenten bei Maschinenbau-Dekan Winfried Perseke und Prodekan Michael Steber auf volle Unterstützung. Das Problem fehlender Professoren in diesem Studiengang sei länger bekannt und verschärfe sich durch steigende Studierendenzahlen. Steber, der im Sommer mit dem Ausscheiden von Perseke den Dekans-Posten übernimmt, sagte, er sehe die "Qualität der Lehre" gefährdet, sollte sich die Situation nicht ändern.

Befürchtungen, die nach Informationen der Neuen Presse auch Insider hegen. Für sie herrscht an der Hochschule Coburg das schlechteste Betreuungsverhältnis Student/Professor aller bayerischen Maschinenbau-Studiengänge. Ein Grund sei, dass die Hochschulleitung Ausbaustellen des Ministeriums nicht für den überlasteten Fachbereich Maschinenbau, sondern für den neuen Studiengang Biotechnologie verwende - aus Prestigegründen.

Gegen solche Vorwürfe, mit denen er gestern auch aus Studentenkreisen konfrontiert wurde, setzte sich Präsident Michael Pötzl zur Wehr. Zwar sei der "Engpass unbestritten" und er werde alles tun, um im Maschinenbau die Stellen zu besetzen. Aber er rechne kaum mit einer kurzfristigen Entspannung, weil es im "technischen Bereich immer schwieriger wird, Professoren zu gewinnen". Pötzl: "Das braucht Zeit."

 
 

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