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Ressort Coburg
Erschienen am 19.02.2010 00:00
21 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer
Von Chris Winter

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Gewerbesteuer
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Coburg - Die Stadt wird in diesem Jahr mit 21 Millionen Euro weniger an Einnahmen auskommen müssen. Um diesen Betrag sinkt heuer die Gewerbesteuer. Diese Zahl nannte Stadtkämmerer Wilhelm Austen am Donnerstag bei der Haushaltsberatung. Danach kalkuliert die Finanzabteilung der Stadtverwaltung in diesem Jahr mit einer Gewerbesteuer-Einnahme von 56,1 Millionen Euro. 2009 hatte Coburg noch 76,5 Millionen Euro Gewerbesteuer verbuchen können. Gerechnet wird in diesem Jahr mit Erträgen von 117,3 Millionen Euro, wahrend die Aufwendungen mit 149,7 Millionen Euro veranschlagt sind.

Durch den Rückgang bei der größten Einnahme (Gewerbesteuer) der Stadt wird der Haushalt der Stadt in diesem Jahr ein Minus von 32,4 Millionen Euro haben. Dies ist nach den Worten des Stadtkämmerers kein auszahlungswirksamer Verlust, tatsächlich fehlen der Stadt eben diese 21 Millionen Euro, die weniger an Gewerbesteuer herein kommen. Gewerbesteuer zahlen die Unternehmen auf ihren Gewinn. Bei einigen Unternehmen sank das Gewerbesteueraufkommen, andere zahlen in diesem Jahr keine Gewerbesteuer mehr. Wie schon in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten ist die HUK Coburg Versicherungsgruppe der größte Gewerbesteuerzahler der Stadt. 80 Prozent davon kommen von diesem Unternehmen.

Im vergangenen Jahr 2009 war die Stadtverwaltung von einer Gewerbesteuer von 68 Millionen Euro ausgegangenen, tatsächlich konnten durch Nachzahlungen 80 Millionen verbucht werden. Nicht zuletzt deshalb hatte der städtische Haushalt 2009 mit einem Fehlbetrag von "nur" 2,16 Millionen Euro abgeschlossen. 2010 wird sich der Fehlbetrag nach der Finanzplanung auf 32,4 Millionen Euro belaufen, 2011 betragen die "Miesen" 30,8 Millionen und 2012 sowie 2013 wird immer noch mit einem Fehlbetrag von 27,6 Millionen und 28,7 Millionen Euro gerechnet.

"Wenn die geplanten enormen Investitionen für die Neubauten in der Stadt so wirksam werden wie beabsichtigt", so Stadtkämmerer und Finanzreferent Wilhelm Austen, "dann wird Coburg Ende 2011 Kredite aufnehmen müssen". Neben den sinkenden Einnahmen sind auch die Umlagen ein Grund für die negative Entwicklung der kommunalen Finanzen. So beträgt die Gewerbesteuerumlage in diesem Jahr rund 14,5 Millionen Euro, während sich die Umlage an den Regierungsbezirk auf 17,5 Millionen Euro summiert. "Und diese wird weiter steigen", zeigt sich Austen im Gespräch mit der Neuen Presse sicher.

Denn beim Regierungsbezirk steigen die Sozialausgaben, wie auch bei der Stadt. Gab Coburg etwa 1999 für die Jugendhilfe rund zehn Millionen D-Mark aus, sind es aktuell zwölf Millionen Euro. "Die freiwilligen Leistungen der Stadt müssen auf den Prüfstand", so der Finanzreferent. Um 200000 Euro von 34,8 auf 35 Millionen Euro gestiegen sind die Personalausgaben der Stadt, während der Unterhalt der eigenen Gebäude aufwendiger geworden ist.

Erhebliche Zuschüsse aus dem städtischen Haushalt sind nötig, um die Verluste verschiedener Einrichtungen auszugleichen. So wird das Landestheater aus der Stadtkasse mit 5,85 Millionen Euro in diesem Jahr unterstützt, 1,3 Millionen Euro sind es für das Hallen-Freibad "Aquaria", 1,6 Millionen Euro für die stadteigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft und 1,3 Millionen Euro benötigt die Tourismusabteilung, weitere 700 000 Euro das Kongresshaus Rosengarten und knapp 490000 Euro der städtische Schlachthof. Für die mitunter sehr aufwendige Straßenbeleuchtung - die Designerleuchten des Marktplatzes verbreiten sich zunehmend in der Stadt - wird in diesem Jahr ein Zuschuss von rund 1,1 Millionen Euro nötig werden. "Man kann die Stadt selbstverständlich effektvoll illuminieren, aber bei dieser finanziellen Entwicklung und den geplanten Ausgaben gehen irgendwann die Lichter aus", zeigt sich Wilhelm Austen überzeugt. Manche der ehrgeizigen Projekte werden wohl verschoben werden müssen.

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von lexington am 18.02.2010 23:28
    ade...
    Coburg muss kleinere Brötchen backen.
    Verkehrt ist das nicht. Denn wie die mit dem Geld gehaust haben, das war doch nicht mehr normal.

  • von evelyn am 19.02.2010 09:44
    ok
    dann wird eben in der verwaltung gespart: licht wird früher ausgeknipst, bleistiftverlängerungen angeschafft, putzfrauen entlassen, die straßen nach samba einen tag später gesäubert... usw.

  • von iaegl am 19.02.2010 20:09
    Mensch
    evelyn, Du hast ja echt nen Hang zur Komik. Mit dieser Bleistiftverlängerungsnummer könntest Du locker im "Schwarzen Bären" auftreten.
    Und ich dachte immer, Du gehst zum Lachen in´n Keller. Echt stark, Süße!

  • von glaskugel am 22.02.2010 20:58
    @ Evelyn
    Warum sparen, wenn es doch diese "dekadente" Volk gibt?

    Einfach ein paar tausend Arbeitslose bewegen und schon kann viel Geld gespart werden im Wertstoffhof, Kinderbetreuung, Straßen- und Grünflächenbereinigung, Altenpflege und und und....

  • von evelyn am 23.02.2010 10:30
    glaskugel
    die stadt co mit der brd verwechselt? erst denken, dann tippen! aber recht haben sie schon: in co ist der dekadenz-anteil besonders hoch...

  • von glaskugel am 23.02.2010 13:47
    Evelyn, extra für Sie...
    ....werde ich das nächste Mal einen Beitrag von mir mit "Achtung Sarkasmus" kennzeichnen, damit auch Sie diesen als solchen erkennen.

  • von evelyn am 23.02.2010 18:38
    glaskugel
    trotzdem gibt es in der stadt coburg, auf die sich der artikel bezieht, keine paar tausend arbeitslosen! auch ihr sarkasmus kann nicht über tatsachen hinwegsehen.

  • von glaskugel am 23.02.2010 18:53
    Zahlen
    NP vom 29.01.2010:
    Im Januar erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat im Agenturbezirk Coburg um 20,1 Prozent auf 9863.

    Knapp 9900 Arbeitslose sind nicht ein paar Tausend?

 

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