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Ressort Hassberge
Erschienen am 26.05.2010 00:00
Fliegende Glücksbringer gerne gesehen
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Der Bund Naturschutz will in Ebern und Umgebung im Juni die Bestände an Mehl- und Rauchschwalben erfassen.
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Ebern - Im Volksglauben bringt die Schwalbe einem Haus, in dem sie nistet, Glück. Sie schützt es vor Feuer und Blitz. Doch die Lebensbedingungen für Schwalben sind schwieriger geworden. Die Schwalbenzählung des Bundes Naturschutz - erfasst wurden Mehl- und Rauchschwalben - im Eberner Raum hatte bereits in den 19090er Jahren deutlich gezeigt, wie sehr die Schwalben von äußeren Bedingungen abhängig sind.

Hatte in einer Ortschaft ein weiterer Landwirt die Milchwirtschaft aufgeben müssen, so war im darauffolgenden Jahr die Anzahl der Rauchschwalben deutlich zurückgegangen. Wichtig ist der Zugang zu Ställen und anderen landwirtschaftlichen Gebäuden für die Rauchschwalben, die im Innern von Gebäuden nisten. Hier stellt ein geöffnetes Fenster schon eine Hilfe dar.

So werden die Schwalben zum Teil auch Opfer des gesteigerten Sauberkeitsbedürfnisses unserer Tage. Aber selbst dort, wo ihnen der Nestbau nicht verwehrt wird, ist ihnen das Anheften ihrer Nester wegen der Glätte der neuen Außenputze oft nicht möglich. Oder aber stürzen die Nester, wegen der schlechten Haftung, durch die auf die Häuser übertragenen Erschütterungen aus dem Straßenverkehr, oftmals sogar zusammen mit der Brut, wieder ab, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundes Naturschutz.

Vorbildlich nennt der BN das Verhalten der Hausbesitzer, die an ihren Hauswänden Nisthilfen anbringen und darunter Kotbretter zur Vermeidung von Schmutz an der Hauswand und auf dem Boden. Wird gleichzeitig noch dafür gesorgt, dass in feuchten Schlammlöchern Material für den Nestbau zur Verfügung steht, so ist die Hoffnung berechtigt, dass sich Schwalben ansiedeln werden - besonders dann, wenn in der Nachbarschaft schon welche nisten, betont man beim Bund Naturschutz. Fertige Kunstnester können spät eintreffenden Schwalben helfen, den entstandenen Zeitverlust wieder wettzumachen. Groß ist die Freude vieler Naturliebhaber, wenn die Schwalbe, die als sogenannter "Kulturfolger" die Nähe des Menschen sucht und von jeher als Glücksbringer gilt, "unter seinem Dach" eine neue Brutstätte gefunden hat.

Leider gehen trotzdem die Bestände der beiden heimischen Schwalbenarten, der Mehl- und der Rauchschwalbe deutlich zurück.

Um dies zu belegen und das Thema bekannt zu machen, führt der BN Ebern in diesem Jahr wieder eine Schwalbenerfassung durch. Als Vergleich dienen die umfangreichen Daten, die vom Bund Naturschutz Ebern von 1992 bis 1996 unter Mithilfe zahlreicher Unterstützer gesammelt wurden. Dabei wurden in etwa 30 Ortschaften die Schwalbenbestände anhand der besetzten Nester im Eberner Raum erfasst. Damit besteht die einmalige Gelegenheit vor Ort Veränderungen zu belegen.

"Helfen Sie mit, übernehmen Sie die Erfassung einer Ortschaft oder melden einzelne Nachweise an Gebäuden, sprechen Sie Bekannte, Nachbarn an, damit ein möglichst umfassendes Ergebnis erreicht wird", bittet der BN potenzielle Helfer. Die Erfassung erfolgt im Monat Juni und umfasst die beiden Schwalbenarten Mehlschwalbe, die an Häusern baut und brütet, und die Rauchschwalbe, die im Gebäude, bevorzugt Ställen, zu finden ist.

Erfassungsbögen und weitere Informationen gibt es auf der Homepage des BN Ebern unter www.bund-naturschutz-ebern.de oder bei Harald Amon, 09531/1737, oder bei Kurt Langer, 09531/4131.

 
 

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