Kronach - Diese Ente ist ein Renner. Bernsteinfarben leuchtet sie aus dem Glas, ihr weißes Häubchen steht ihr dabei hervorragend. Und ist sie erstmal am Gaumen angekommen, entfaltet sie einen hopfenaromatischen Geschmack und bleibt dabei feinherb zurückhaltend. Eben so, wie die Franken es mögen. Wie? Klingt nicht nach Entenbraten? Warum denn auch! Das Bier ist gemeint. Das Antlabräu. Seit Donnerstagabend darf es in der Oberen Stadt die Kehlen all derer hinabrinnen, die im "Antla" einen Platz ergattert haben.
Nun hat der Name "Antla" ja durchaus für Diskussionen gesorgt. Ist das Kronacherisch? Sollte es nicht "Entla" heißen? Und dieses ominöse "'s'" davor? "'s Antla" als Name für ein Wirtshaus in der Oberen Stadt? Bernd Holzmann muss da schmunzeln. Der Hotelbesitzer, der seiner 2,5-Millionen-Investition diesen Namen verpasst hat, erklärt das ganz pragmatisch: "In Mitwitz sagt man zur Ente 'Antla', in Kronach eher 'Entla' und in der Wallenfelser Kante sogar 'Itla'. Da hatte ich es nicht leicht." Am Ende hat er dann auf sein Bauchgefühl vertraut und ein bisschen auch auf seine Werbeberater. Die sagen, dass ein A am Anfang sich besser vermarkten lässt als ein E oder ein I. Und irgendwie haben sie da recht. Allein die Namensdiskussion hat dafür gesorgt, dass schon jetzt in Kronach jeder das "Antla" kennt.
So kommt es, dass bereits am Premierenabend die Hütte voll ist. Und das, obwohl Bernd Holzmann von "Einweihung" noch absolut gar nichts hören will. Schließlich sind die Bauarbeiten an den Außenanlagen des Wirtshauses noch nicht abgeschlossen. Einweihung ist also erst nächstes Jahr. Aber der erste Bieranstich markiert am Donnerstagabend einen nicht minder standesgemäßen Startschuss. Mit zwei kräftigen Schlägen "entjungfert" Landrat Oswald Marr das erste Fass, Braumeister Bernd Hautmann lässt den Gerstensaft anschließend in die Krüge fließen.
Das Bier, ein helles, mit dem die Ehrengäste danach anstoßen, ist das sogenannte "Antla 1". "Das erste Bier, das wir hier gebraut haben", erklärt Bernd Holzmann. Auch ein dunkles Bier gibt es. Daneben sind ein Weihnachtsbier sowie - spätestens im nächsten Jahr - ein Weizenbier geplant. Dazu gibt es fränkische Küche in allen möglichen Variationen - das gilt natürlich ebenso für das "Antla" auf dem Teller. Auch die Dienstkleidung der weiblichen Bedienungen, ein rotes Trachtenkleid, ist ein Hingucker.
Die Ehrengäste der Bierprobe in der Amtsgerichtsstraße 21 sparen am Donnerstag nicht mit Lob. "Ein Stück lebens- und liebenswerter" sei Kronach geworden, konstatiert Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein. Und Landrat Oswald Marr adelt die Einrichtung gar als Tourismus-Magneten. Wie gesagt: Diese Ente ist ein Renner.


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