Neue Presse Coburg

Kontakt Impressum als Startseite Sitemap
Suche
Ressort Kronach
Erschienen am 31.12.2009 00:00
Start-Erlaubnis für Firmenflieger?
Von Bianca Hennings
Ein größerer Fuhrpark ist für ein mittleres Unternehmen heute völlig normal. Eher selten ist da schon, dass zur Firmenflotte ein Flugzeug gehört. Hans Rebhan von der GSD Software GmbH Neukenroth hat nun als erster im Landkreis eine Außenstartgenehmigung für Flugzeuge bis 1000 Kilogramm in unmittelbarer Nähe seiner Firma beantragt.

npkc_xy_landewiese1_311209 Bild vergrößern
Auf der hellgrün eingezeichneten Fläche will Hans Rebhan künftig mit dem Firmenflieger starten und landen. Die Wiese befindet sich am Ortsausgang von Neukenroth in Richtung Pressig. Das große Gebäude links der B 85 (Ludwigsstädter Straße) ist das Hotel Rebhan's mit der Firma GSD Software.
Bild: Neue Presse
Neukenroth - Die für die Starts und Landungen vorgesehene Wiese liegt hinter dem Hotel Rebhan's und noch hinter der Bahnlinie in Neukenroth. Die betreffende Fläche beginnt am nördlichen Ende des Hotels und zieht sich 500 Meter in Richtung Pressig. Dabei wird es sich laut Rebhan nicht um eine geteerte Landebahn handeln, sondern einfach um eine 500 Meter lange Wiese.

"In Richtung Pressig gibt es dort keine Häuser und bis ich mit dem Flieger vom Start aus über Neukenroth bin, habe ich schon eine Höhe von 350 Metern erreicht", meint er. Der Flieger, den er anschaffen will, verursacht laut Hersteller einen Geräuschpegel von etwa 60 Dezibel. "Das ist so, als würden sich zwei Leute unterhalten - über Neukenroth in 350 Metern Höhe", erklärt er. Geplant seien fünf Starts und Landungen in der Woche. So sei auch der Antrag formuliert. "50 Prozent der Start- und Landevorgänge gehen in Richtung Neukenroth."

Für ihn wäre die Außenstartgenehmigung ein großer Gewinn: Zum einen würde er natürlich Zeit sparen. "Wir haben in Polen eine Filiale. Fahre ich da mit dem Auto hin, bin ich im Durchschnitt zehn Stunden unterwegs." Mit dem kleinen, 100 PS starken Flieger brauche er drei Stunden.

Umweltvorteil

Zum anderen sei die Flugvariante kostengünstiger. Denn mit dem Flieger brauche er für die gleiche Strecke knapp 65 Prozent weniger Sprit. "Das ist auch ein Umweltvorteil", macht Hans Rebhan deutlich. Sein Unternehmen wachse stetig, deshalb brauche man auch immer mehr Verkehrsmittel. "In der Firma sind derzeit fünf Piloten. Es kann sein, dass wir uns irgendwann ein zweites kleines Flugzeug anschaffen", sagt Rebhan. Auch müsse niemand Bedenken haben, dass sein derzeitiges Flugzeug - 300 PS stark und von der Lautstärke her vergleichbar mit einem Lkw - von Coburg nach Neukenroth "verlegt" wird. "Das bleibt in Coburg. Dafür hätte ich in Neukenroth gar keine Genehmigung."

Stockheims Bürgermeister Albert Rubel steht dem Projekt kritisch gegenüber. "Das Problem ist die Lärmbelästigung", meint das Gemeindeoberhaupt. Schließlich sei man in Stockheim und Neukenroth von Straßen- und Bahnverkehr schon stark betroffen. "Und dann kommt noch von oben was dazu", meint Rubel, und zählt auf: Vor der Grenzöffnung fuhren auf der B 85 noch 6800 Fahrzeuge pro Tag. Heute sind es mehr als 12 500. Die Bahn schickte vor 1989 noch 64 Züge täglich über die Gleise durch seine Gemeinde. Nun seien es mehr als doppelt so viele. Und ob es bei den von Hans Rebhan beantragten fünf Starts und Landungen pro Woche bleiben wird, sei fraglich. Für Rubel steht fest: Diese Außenstartgenehmigung ist nicht notwendig. Hans Rebhan könne schließlich auch von Coburg aus fliegen.

Seine Nachfrage beim Luftamt Nordbayern habe ergeben, dass die Außenstartgenehmigung für Flugzeuge bis 1000 Kilogramm von Hans Rebhan die erste in Oberfranken sein würde. Für Ultraleichtflugzeuge, die eine "Landebahn" von 400 Metern benötigen würden, gebe es in Oberfranken allerdings bereits 25 Genehmigungen.

Die von Hans Rebhan ins Auge gefasste Maschine ist ein Ultraleichtflugzeug, das auch als sogenannte "Echo-Maschine" zugelassen werden kann. Das hätte den Vorteil, dass der Neukenrother auf allen Flugplätzen landen darf. Ein Ultraleichtflugzeug darf das nicht. Gerade auf Geschäftsreisen in Deutschland wäre das für ihn jedoch hilfreich.

Über den Antrag des Neukenrother Unternehmers werden die Mitglieder des Bauausschusses Stockheim in einer Sitzung Ende Januar abstimmen. Das Landratsamt Kronach und das Luftamt Nordbayern arbeiten derzeit noch an den Stellungnahmen. Frank Pierdzig vom Luftamt Nordbayern erklärte auf Nachfrage der Neuen Presse, dass Flugzeuge natürlich immer bemerkbar seien. Ihm sei jedoch im gesamten Bereich Nordbayern kein einziges Außenstart- und -landegelände bekannt, das aus Lärmschutzgründen nicht genehmigt worden sei. Die bereits bestehenden "Landebahnen" seien zum Teil sogar näher an den Ortschaften, als dies bei Neukenroth der Fall sein wird. "Wir sprechen hier übrigens nicht von einem Flugplatz, sondern von einer Firma, die ein Flugzeug sozusagen als Firmenfahrzeug einsetzen möchte. Hier wird so wenig geflogen, dass der Lärmaspekt eigentlich vernachlässigbar ist", sagte Pierdzig.

 
 

Artikel drucken Drucken| Artikel speichern Speichern| Artikel versenden Versenden Bookmark bei: Facebook Bookmark bei: Myspace mit Twitter versenden Bookmark bei: StudiVZ Bookmark bei: Google
 
 
 
 

Kommentare zum Artikel

Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

 
 
 

 
 
Frankenwald
Handwerksführer
 
 
DIE KINDERZEITUNG
Teaserbild
 
 
 
Umfrage

Milliarden-Sparpaket: Fürchten Sie Einschnitte?

Ja, das wird sicher jeden treffen.
Nein, das geht doch mich nichts an.

weitere Umfragen