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Ressort Kronach
Erschienen am 09.02.2010 00:00
Schlagloch-Alarm auf den Straßen
Von Eva Liebl und Maximilian Queck
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Schlaglöcher machen Autofahrern das Leben schwer. In vielen Gemeinden ist noch gar nicht abzusehen, wie schlimm es nach der Schneeschmelze kommen wird. Foto: Queck
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Kronach - Eis, Schnee, Salz, Splitt - Den Straßen im Frankenwald hat der Winter bis jetzt schon ordentlich zugesetzt. Die Folgen spüren die nun Autofahrer: Manche Strecken haben sich in wahre Buckelpisten verwandelt, an vielen Stellen klaffen tiefe Schlaglöcher im Teer. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat nun reagiert und ein Sofortprogramm für die Reparatur der Straßen angekündigt. Wie eine NP-Umfrage in den Rathäusern im Landkreis ergab, ist das auch bitter nötig.

Thomas Pfeifer, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg, sieht die Sache dennoch relativ gelassen: "Na ja, sicherlich gibt es mehrere Straßenschäden. Das ganze Ausmaß ist aber erst im Frühjahr zu sehen, wenn es dann doch mal taut und das Straßenbild sichtbar wird."

Pfeifers Kollege Ludwig Pötzinger vom städtischen Bauamt Kronach berichtet ähnliches: "Sicher hat der Winter einige Schäden hinterlassen. Wie schlimm es wirklich ist, kann man erst sagen, wenn der Frost aus den Bodenbelägen weg ist. Der Schaden wird massiv sein. Bei besonders schlimmen Zuständen versuchen wir, gröbere Arbeiten schon jetzt zu erledigen."

In den Gemeinden ist die Lage ebenso prekär. Hans Kaufmann, Bürgermeister von Tettau, übt sich in Galgenhumor: "Ach, wir haben so viele Schlaglöcher, sollen wir ein paar nach Kronach runterschicken?. Der Winter hat hier ganze Arbeit geleistet, in manchen Bereichen ist die Geschwindigkeitsbegrenzung bereits auf 30 Stundenkilometer herabgesetzt worden. Wir können noch nichts machen, erst wenn es taut. Die Autofahrer müssen hier auch sehr vorsichtig sein."

Auch Andreas Schorn, Leiter des Pressiger Bauamtes, kann nichts besseres vermelden: "Sicher, es gibt deutliche Schäden. Der Winter dieses Jahr ist einfach verheerend, und dann kommt noch dieser Frost dazu. Sobald es geht, bessern wir natürlich mit Kaltasphalt aus." In Steinbach am Wald und Weißenbrunn kann man dagegen noch wenig zu aktuellen Lage sagen:"Unebenheiten sind auf jeden Fall da," so Bauhofleiter Andreas Vetter. "Mehr wird man erst im Frühling sehen." Ähnlich äußert sich Weißenbrunns Bürgermeister Egon Herrmann.

Ein wenig anders klingt die Lage dagegen in Stockheim, Tschirn und Steinwiesen. "Wir haben ja recht viele Straßen erst erneuert", so Bautechniker Günter Hempfling aus Stockheim. "Ein paar Schlaglöcher hat man immer, aber es hält sich in Maßen. Es kamen auch noch keine Beschwerden." Er hofft auf kein böses Erwachen, wenn es im Frühling taut. Auch in Tschirn ist man optimistisch: "Unsere Straßen waren im Herbst in einem sehr guten Zustand," so Bürgermeister Peter Klinger. Auch Joachim Doppel, Geschäftsleiter der Gemeinde Steinwiesen, bleibt gelassen: "Nun ja, es ist eigentlich immer das gleiche, im Bereich der Zufahrten ein wenig mehr, aber sonst sieht es so aus wie es immer im Winter aussieht."

Kein Geld für Kosmetik

Wilhelmsthals Bürgermeister Wolfgang Förtsch freut sich über den Plan von Peter Ramsauer: "Das kommt für uns wie gerufen. Es wird Zeit, dass sich die Regierung mal Gedanken macht, wie wir die ganzen Winterschäden beseitigen können. Da werden einige Buckelpisten zum Vorschein kommen und wir als Gemeinde können sowieso nur die nötigsten Sicherheitsmängel beheben. Für Kosmetik ist kein Geld da. Wir werden aber baldmöglichst mit dem Teeren anfangen."

In der Marktgemeinde Küps ist der Schaden, den der harte Winter angerichtet hat, ebenfalls noch nicht abzusehen. Viele Straßen seien noch mit Schnee und Eis überzogen, erklärt Bauhofleiter Karl-Heinz Schneider. So seien noch keine genauen Einschätzungen möglich. Auf die Frage nach Reparaturmöglichkeiten erklärt der Bauhofleiter, dass sogenannter "Kaltteer" zum Einsatz komme.

In Marktrodach sieht man die Lage etwas entspannter. Nach bisheriger Einschätzung des dortigen Baufhofleiters Alexander Böhm dürften die Schäden im Jahr 2010 wohl kaum gravierender ausfallen als die der Jahre zuvor. Allerdings könne noch keine endgültige Aussage getroffen werden. Um weiterhin die Fahrsicherheit zu gewähren, wird in Marktrodach jeden Freitag das komplette Ortsnetz von Mitarbeitern des Bauhofes abgefahren. Schäden im Straßenbelag würden durch "Reparaturasphalt" behoben. Dieser gehe nach dem Auftragen eine chemische Reaktion mit Wasser ein und werde dann sechs bis zwölf Monate halten.

Uwe Höhn, Chef des Bauhofes Mitwitz, kann noch keine genauen Prognosen abgeben. Aufgrund der anhaltenden Räum- und Streueinsätze seien die Mitarbeiter des Bauhofes so beschäftigt gewesen, dass man sich noch nicht großartig um die Bestandsaufnahme der Straßenschäden gekümmert habe. Die Frage, ob bereits Beschwerden von Autofahrern über den Straßenzustand vorlägen, beantwortet Uwe Höhn wie folgt: "Beschwerden gibt es immer."

Schnee liegt noch zu hoch

In Ludwigsstadt und Nordhalben liegt noch zu viel Schnee, um die Frostauswirkungen bewerten zu können. In seiner Gemeinde seien jedoch mehr Schäden als im Vorjahr zu erwarten, so Nordhalbens Bürgermeister Josef Daum.

Gabriele Weber, Rathauschefin in Teuschnitz, erklärt, dass Schlaglöcher momentan kein Problem für ihre Kommune darstellen. Die Straßen seien sowieso so schlecht gewesen "dass ein großer Teil erneuert werden musste". Deswegen würden sich diese in gutem Zustand befinden.

 
 

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