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Ressort Kronach
Erschienen am 01.10.2008 00:00
STREIK BEI VALEO
Fünf Minuten für Ernstfall geprobt
Von Bianca Hennings
Neuses – In allen europäischen Werken von Valeo wurde gestern für fünf Minuten die Arbeit niedergelegt. In Neuses versammelten sich um fünf Minuten vor zwölf Uhr die Belegschaften des Valeo-Leuchtenwerks und des Wischerwerks vor dem Werkstor.

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Für fünf Minuten legten Mitarbeiter aller europäischen Valeo-Werke gestern ihre Arbeit nieder, um ihre Solidarität mit den Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Valeo-Leuchtenwerks in Neuses zu demonstrieren. Das Bild entstand beim Streik in Neuses ? von links: Betriebsratsvorsitzender Jörg Vogt, dahinter sein Stellvertreter Michael Heil und Eckhard Schneider (katholische Betriebsseelsorge, mit Mikrofon).
Bild: Bianca Hennings
NeusesIn allen europäischen Werken von Valeo wurde gestern für fünf Minuten die Arbeit niedergelegt. In Neuses versammelten sich um fünf Minuten vor zwölf Uhr die Belegschaften des Valeo-Leuchtenwerks und des Wischerwerks vor dem Werkstor. Betriebsratsvorsitzender Jörg Vogt erklärte, dass der europaweite Valeo-Streik zum Ausdruck bringen soll, dass hier in Neuses etwas geschehe, was niemand nachvollziehen könne. Es solle demonstriert werden, dass man hinter dem Neuseser Werk stehe. „Ich fordere das Management auf, mit uns in Verhandlungen zu treten, die Arbeitsplätze hier zu sichern und neue zu schaffen“, betont er. Vogts Stellvertreter Michael Heil rief seinen Kolleginnen und Kollegen zu: „Ihr habt euch jahrelang den Buckel krumm gemacht für Valeo. Nun habt ihr es auch verdient, dass alle Möglichkeiten ausgelotet werden, das Werk zu retten.“

Mit der Unterstützung von Gewerkschaften und Politik hofften beide Betriebsräte, die Konzernleitung doch noch davon überzeugen zu können, den Standort Neuses nicht zu schließen. Vogt wurde noch etwas deutlicher: „Seht diese fünf Minuten als Kleinübung an. Wenn das Management nicht reagiert, können wir auch anders. Dann ist das heute eine Auftaktveranstaltung.“

Wenn Arbeitnehmer vor ihrer Fabrik stehen und um ihre Arbeitsplätze kämpfen müssten, dann sei das ein trauriger Anlass, meinte Werner Schnabel vom DGB. Es mache aber auch Mut, dass hier sogar die internationale Solidarität funktioniere, sprach er den zeitgleich in allen europäischen Valeo-Werken durchgeführten Streik für den Erhalt des Neuseser Standorts an. Dem schlossen sich Pfarrerin Alina Ellgring, die im evangelischen Dekanat Kronach für den Bereich Kirche und Arbeit zuständig ist, und MdB Carl-Christian Dressel an.

Jürgen Apfel von der IG Metall freute sich besonders über die Solidarität der Kollegen vom Wischerwerk, die ebenfalls vor dem Werktor zu finden waren. MdL Christa Steiger und Weißenbrunns Bürgermeister Egon Herrmann betonten, dass man für den Erhalt des Neuseser Valeo-Leuchtenwerks kämpfen müsse: „Wir brauchen die Arbeitsplätze dringend in der Region.“

In Neuses hätten am gestrigen Dienstag um fünf Minuten vor zwölf Uhr die Kirchenglocken geläutet. Eckhard Schneider von der katholischen Betriebsseelsorge Kronach meinte, dieses Läuten sei als Einladung gemeint. „Ich hoffe, dass die Glocken geläutet haben, damit die Region noch stärker zusammensteht.“

Frank Meixner vom KDA (Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt) erklärte, die afa (Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der evangelischen Kirche) Oberfranken und Thüringen hätten sich am Samstag bei einer gemeinsamen Veranstaltung spontan an der NP-Postkartenaktion (siehe unten) zum Erhalt der Arbeitsplätze in Neuses beteiligt und mit 60 Unterschriften ihre Unterstützung zugesagt.

Wer die Neuseser Valeo-Belegschaft unterstützen möchte, sollte die Postkarte an Jörg Vogt schicken oder bei der Neuen Presse, Spitalstraße 2, in Kronach abgeben.

 
 

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