Neuses/Paris – Bei seinem Gesprächstermin in Paris übergab der Bundestagsabgeordnete für Coburg/Kronach Hans Michelbach (CSU) der Geschäftsführung von Valeo Postkarten von Kronacher Landkreisbürgern und ein gemeinsames Schreiben des Kronacher Landrats und Bürgermeisters sowie der Bundes- und Landtagsabgeordneten in Kronach gegen die Schließung. Die gesamte Region hat sich gegen den Verlust der Arbeitsplätze gewandt und Erhaltungsmaßnahmen verlangt. Wer die Beschäftigten von Valeo Neuses unterstützen möchte, kann weiterhin eine Postkarte an den Betriebsrat schicken oder bei der Neuen Presse, Spitalstraße 2, in Kronach abgeben.
Der Wahlkreisabgeordnete Michelbach hat die hohe Produktivität und Qualität des Leuchtenwerks hervorgehoben und Interesse der deutschen Automobilindustrie an der Erhaltung des Standortes betont. Valeo sehe allerdings gewisse Absatzprobleme über das Jahr 2011 hinaus und befürchte eine rezessive Entwicklung am Automarkt. Daher wäre eine Konzentration auf weniger Standorte notwendig.
„Es wird weitere Gespräche geben“, fasst Michelbach das Ergebnis seiner Unterredung mit den Valeo-Verantwortlichen in Paris kurz zusammen. Die Gesprächsatmosphäre sei gut gewesen, weshalb er die Hoffnung für die Arbeitsplätze in Neuses noch nicht aufgeben wolle. Auch Valeo habe, berichtet Michelbach weiter, ein Interesse an einer Lösung signalisiert. Valeo wolle keine Konfrontation und sei offen für alle Möglichkeiten, die eine dauerhafte wirtschaftliche Lösung für die Valeo-Gruppe biete.
Es gehe nun darum, weitere Gespräche auch unter Einbeziehung des Betriebsrates zu führen. Unter anderem werde man nun verschiedene Lösungsmöglichkeiten mit dem bayerischen Wirtschaftsministerium erörtern. Dieses arbeite auch schon an entsprechenden Vorschlägen. Dabei kämen verschiedene Ansatzpunkte in Frage, um den Verlust von Arbeitsplätzen in Neuses zu vermeiden.
„Es ist jeden Versuch wert, alle Lösungsmöglichkeiten zu finden und zu prüfen, bevor die Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren“, so Michelbach, der zudem betont, dass dies auch im Interesse von Valeo sei, da das Unternehmen sonst mit unkalkulierbaren Sozialtransfer-Tarifkosten konfrontiert sein könnte. Michelbach erinnerte daran, dass der Landkreis Kronach schließlich Fördergebiet sei. Modernisierungsinvestitionen könnten auch bei einem solchen Großunternehmen mit bis zu 15 Prozent gefördert werden.
Als weitere Möglichkeit sah Michelbach, andere Bereiche am gleichen Standort im Rahmen von Erweiterungsinvestitionen zu fördern, um Ersatzarbeitsplätze zu schaffen. Letztlich sollte aus Sicht Michelbachs auch darüber nachgedacht werden, ob nicht andere Valeo-Konzernbereiche Teile der Produktion nach Neuses verlagern, um die Arbeitsplätze dort zu erhalten.

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