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„Wir lassen Valeo nicht mit einer Billignummer da rauskommen“, betonte der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Coburg, Jürgen Apfel. Das erste Mal in der Region werde man deshalb „zweigleisig fahren“. Das bedeute, dass man einerseits betriebliche Verhandlungen führen werde, in denen nun auf den ersten Entwurf in Sachen Interessensausgleich seitens der Werkleitung ein Gegenentwurf vom Betriebsrats folgen wird. Andererseits werde man auch als IG Metall mit Valeo direkt über die Bedingungen der Schließung ins Gespräch kommen. Dazu sei im Rahmen einer IG Metall-Mitgliederversammlung eine betriebliche Tarifkommission gewählt worden. Diese werde sich am heutigen Dienstag treffen, um Forderungen im Rahmen eines Sozialtarifvertrags zu erheben.
„Die Verhandlungen zum Sozialtarifvertrag unterliegen anders als die betrieblichen Verhandlungen nicht der Friedenspflicht. Wenn Valeo also nicht auf die Forderungen der Tarifkommission eingeht, dann kann dies einen zunächst befristeten Warnstreik bedeuten. Oder wenn gar nichts mehr vorwärts geht, gibt es eine Urabstimmung und dann einen Streik um den Sozialtarifvertrag“, erklärte Jürgen Apfel.
Fest entschlossen
Man sei fest entschlossen, diesen Weg zu gehen. Es liege an Valeo, in den betrieblichen Verhandlungen zu zeigen, dass der Konzern die berechtigten Forderungen der Belegschaft ernst nehme. Die Forderungen würden beispielsweise die Höhe der Abfindungen ebenso betreffen, wie die Dauer und die Ausstattung der Transfergesellschaften oder die Fragen, was mit älteren Arbeitnehmern beziehungsweise Härtefällen passieren werde.
„Wir wollen Valeo die Chance bieten, mit akzeptablen Angeboten im Rahmen der betrieblichen Verhandlungen zu vermeiden, dass es in der Auseinandersetzung um die Bedingungen der Schließung zu einem verschärften Konflikt kommt“, sagte Apfel, dem das Verhalten Valeos im Zuge der geplanten Schließung des Neuseser Leuchtenwerks völlig unverständlich ist. An anderen Valeo-Standorten habe man sich stets bemüht, mit der Gewerkschaft ernsthaft zu diskutieren und Kompromisse zu finden. Nur in Neuses sei dies nicht möglich gewesen.
Apfel: „Das bestärkt uns in der Annahme, dass der Beschluss, das Werk zu schließen, schon viel länger existiert. Und trotzdem wurden die Hoffnungen auf ein gutes Ende so lange aufrecht erhalten. Das haben die Beschäftigten nicht verdient. Wenn sie gehen müssen, dann unter angemessenen Bedingungen.“


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