Kronach – Die Bevölkerung im ehemaligen westdeutschen Zonenrandgebiet wird bis zum Jahr 2025 weiter schrumpfen. Das geht aus der Prognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hervor, die gestern von der Deutschen Presseagentur (dpa) veröffentlicht wurde. Die Studie fußt auf den Geburten-, Sterbe- und Umzugszahlen der amtlichen Bevölkerungsstatistik bis 2005.
Laut BBR verliert die kreisfreie Stadt Coburg bis zum Jahr 2025 rund 12,6 Prozent ihrer Einwohner. Sie würde dann nur noch 36 100 Menschen zählen; 2007 lag die Einwohnerzahl laut amtlicher Statistik bei 41 283.
Ähnlich stark gebeutelt wird der Landkreis Kronach. Seine Bevölkerung schrumpft um 12,99 Prozent von 72 289 (2007) auf 62 900 (2025).
Etwas besser weg kommt der Landkreis Coburg. Für ihn wird der Bevölkerungsrückgang auf 8,58 Prozent (von 90 244 auf 82 500) prognostiziert. Der Landkreis Lichtenfels verliert laut BBR 6,58 Prozent seiner Einwohner und schrumpft von 69 045 auf 64 500 Menschen.
Am besten schneidet in dem Gutachten der Landkreis Haßberge ab. Er muss, so die Bevölkerungsexperten, lediglich einen Verlust von 5,29 Prozent hinnehmen. Die Einwohnerzahl ginge demnach bis 2025 von 86 477 auf 81 900 zurück.
Eindeutiger Gewinner der Bevölkerungsentwicklung in Bayern ist der Großraum München, allen voran der Landkreis Erding. Leben dort derzeit noch rund 125 000 Menschen, sollen es im Jahr 2025 schon mehr als 147 000 sein. Das entspricht einer Steigerung um 17,8 Prozent.
Die Abwanderung aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet führen die Wissenschaftler auch auf den Niedergang von Alt-Industrien wie Porzellan, Möbel, Textil und Spielwaren nach dem Auslaufen staatlicher Förderprogramme zurück. So wurde die Zonenrandförderung nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 abgeschafft. Es folgten Unternehmensschließungen und der Abbau tausender Arbeitsplätze. wb

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