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Erschienen am 24.02.2009 00:00
Nordbayern verliert, München gewinnt

KronachDie Bevölkerung im ehemaligen westdeutschen Zonenrandgebiet wird bis zum Jahr 2025 weiter schrumpfen. Das geht aus der Prognose des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) hervor, die gestern von der Deutschen Presseagentur (dpa) veröffentlicht wurde. Die Studie fußt auf den Geburten-, Sterbe- und Umzugszahlen der amtlichen Bevölkerungsstatistik bis 2005.

Laut BBR verliert die kreisfreie Stadt Coburg bis zum Jahr 2025 rund 12,6 Prozent ihrer Einwohner. Sie würde dann nur noch 36 100 Menschen zählen; 2007 lag die Einwohnerzahl laut amtlicher Statistik bei 41 283.

Ähnlich stark gebeutelt wird der Landkreis Kronach. Seine Bevölkerung schrumpft um 12,99 Prozent von 72 289 (2007) auf 62 900 (2025).

Etwas besser weg kommt der Landkreis Coburg. Für ihn wird der Bevölkerungsrückgang auf 8,58 Prozent (von 90 244 auf 82 500) prognostiziert. Der Landkreis Lichtenfels verliert laut BBR 6,58 Prozent seiner Einwohner und schrumpft von 69 045 auf 64 500 Menschen.

Am besten schneidet in dem Gutachten der Landkreis Haßberge ab. Er muss, so die Bevölkerungsexperten, lediglich einen Verlust von 5,29 Prozent hinnehmen. Die Einwohnerzahl ginge demnach bis 2025 von 86 477 auf 81 900 zurück.

Eindeutiger Gewinner der Bevölkerungsentwicklung in Bayern ist der Großraum München, allen voran der Landkreis Erding. Leben dort derzeit noch rund 125 000 Menschen, sollen es im Jahr 2025 schon mehr als 147 000 sein. Das entspricht einer Steigerung um 17,8 Prozent.

Die Abwanderung aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet führen die Wissenschaftler auch auf den Niedergang von Alt-Industrien wie Porzellan, Möbel, Textil und Spielwaren nach dem Auslaufen staatlicher Förderprogramme zurück. So wurde die Zonenrandförderung nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahr 1990 abgeschafft. Es folgten Unternehmensschließungen und der Abbau tausender Arbeitsplätze. wb

 
 

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Kommentare zum Artikel

  • von meiky am 24.02.2009 10:56
    Kein Wunder
    Tja was soll ich sagen, das ist doch keine Wunder. Neue Gesetze sind ja auch Heimatfeindlich, wie z.B. das Arbeitslosengesetzt, das ja nach ner Zeit verlangen kann, Bundesweit vermittelbar sein zu müssen. Und peng, müssen wieder ein paar gehen.
    Quasi der gesetzlich verordnete Ausblutungsvorgang in ländlicheren Regionen.

    Klar, wird auch paar freiwillige geben, aber der Hauptanteil ist der, der muss.
    Und Geburtenrückgang, na sicher - wenn doch keiner mehr hier ist, wer soll die Kinder machen? Und die die hier bleiben, wollen zumeinst nicht, wegen Aussichtslosigkeit (Erfarhrungswerte im Bekanntenkreis).

  • von kronacher am 26.02.2009 11:52
    @meiky
    Bevor man so ein kränkliches Gejammere schreibt, sollte man sich besser informieren!!Das ALG I bzw. ALG II hat mit heimatfeindlich null zu tun! Die Fehler, warum bei uns hier wenig Firmen neu ansiedeln, liegt an den horrenden Förderunterschieden, an den bislang fehlenden Fernstraßenanbindungen etc. Im übrigen...wer die NP regelmäßig liest, erfährt auch, das es, man höre und staune, auch"Rückwanderer" gibt Also Leute, die gerne wieder hier her ziehen.

  • von wurschtl am 26.02.2009 19:51
    seit 20 Jahren absehbar
    Das war doch absehbar. Allein in KC wurde doch über die Jahre alles boykottiert, was sich hier niederlassen wollte. KC ist nicht mit der Zeit gegangen - und jetzt ist das Gejammer groß. Natürlich hat darunter auch der ganze Landkreis zu leiden. Zuerst wandern die Menschen zum Einkaufen ab -- dorthin wo sich die großen Ketten in Einkaufszentren vereinen -- die logische Folge davon ist nun mal eben, dass die Menschen dann auch zum Arbeiten und Wohnen abwandern.
    SW will ein Einkaufszentrum bauen - KC einen Aufzug......halleluja.

  • von floriangeyer am 26.02.2009 22:13
    Mangelndes Selbstbewusstsein
    Es ist auch ein Imageproblem, das wir haben. Wir werden in München nicht für voll genommen, das ist offensichtlich. Die zukunftsfähigen Arbeitsplätze wurden im Münchener Speckgürtel angesiedelt. Uns sind die alten Industrien geblieben. Unsere besser Ausgebildeten müssen aus diesem Grund wegziehen. Die Häuserpreise verfallen, zurück bleiben die Alten.
    Warum haben wir uns eigentlich nie gewehrt, sind auf die Straße gegangen, haben Dampf gemacht?
    Weil wir uns damit abgefunden haben.

 

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