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Coburg

Brutaler Schläger vor Gericht

Wegen gefährlicher Körperverletzung muss sich ein 27-jähriger Coburger verantworten. Nicht zum ersten Mal.



Brutaler Schläger vor Gericht
Brutaler Schläger vor Gericht  

Coburg - Die Anklageschrift liest sich wie das Drehbuch zu einem Gewaltfilm: Ein 27-jähriger Coburger soll vier Personen teils brutal verprügelt haben. Abgespielt haben sollen sich die Gewaltexzesse im vergangenen Jahr in der einschlägigen Betäubungsmittelszene in Coburg.

Der arbeitslose Angeklagte soll einen Bekannten mit Schlägen gegen Kopf und Oberkörper verletzt haben. Der Mann erlitt eine Rippenfraktur. Außerdem soll der Angeklagte eine Frau zu Diebstählen aufgefordert haben und sie, als sie sich weigerte, gegen eine Tür geschlagen und am Verlassen der Wohnung gehindert haben. Die Frau renkte sich dabei einen Halswirbel aus. Eine Platzwunde am Hinterkopf war laut Staatsanwaltschaft das Ergebnis einer weiteren Gewalttat. Außerdem soll der 27-Jährige einen Mann ins Gesicht geschlagen und mit dem Fuß getreten haben. Das Opfer erlitt schwerste Verletzungen, etwa den Bruch der linken Augenhöhle, der seitlichen Augenhöhlenwand, des linken Jochbeins und des Unterkiefers.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Mann gefährliche Körperverletzung in vier Fällen, Freiheitsberaubung sowie Beleidigung zur Last. Der Mann hatte im August einen Polizeibeamten unflätig beleidigt. Weil sich der 27-Jährige, der 2014 unter anderem wegen Diebstahls, Bedrohung, vorsätzlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verurteilt worden war, nicht an die damals auferlegten Auflagen hielt, muss er sich auch deswegen noch verantworten. In Hand- und Fußfesseln wurde der Angeklagte der Ersten Großen Strafkammer vorgeführt. Insgesamt sechs Beamte behielten ihn während der Verhandlung im Blick. Der Mann gab sich einsichtig und war weitgehend geständig. "Ich bin drogenabhängig", sagte er. "Ich war mehrfach im Gefängnis gewesen und jetzt bin ich halt wieder hier." Er habe bisher nie so richtig Hilfe bekommen. Aus dem Berufsvorbereitungsjahr sei er wegen Körperverletzung "rausgeflogen". Seine bisher einzige Arbeitsstelle habe er wegen Drogenkonsums verloren. Auch aus einer Therapie sei er "rausgeworfen" worden. Er habe sich Opiate, Crystal Meth und Fentanyl gespritzt, Marihuana und Haschisch geraucht. "Ich nehme die ganze Zeit Drogen", gab er an. Eine entsprechende Medikation bekomme er auch in der Haft.

In Coburg habe er massiv mit Drogen gedealt. Er habe alles "reingeknallt" und fühle sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft. Bei der Verhandlung wolle er aber mitmachen. Bis auf die Schläge gegen die Frau und die Freiheitsberaubung gab der Mann die ihm vorgeworfenen Taten weitestgehend zu. Die Verhandlung wird heute, Dienstag, fortgesetzt.

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Katja Nauer
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Veröffentlicht am:
19. 06. 2017
17:36 Uhr

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Katja Nauer

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2017
17:36 Uhr



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