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Coburg

Die Becherhelden

Coburg beweist Umweltbewusstsein. Kaffee zum Mitnehmen soll es in Zukunft in Mehrweggefäßen geben. Einige Cafés praktizieren das schon jetzt erfolgreich.



Sehen gut aus und schützen die Umwelt: Hadi Baker (links) und Max Schubart mit ihren Mehrwegbechern. Foto: Katharina Osterhammer
Sehen gut aus und schützen die Umwelt: Hadi Baker (links) und Max Schubart mit ihren Mehrwegbechern. Foto: Katharina Osterhammer  

Zwanzig vor Acht, in Gedanken sind viele Coburger schon im Büro oder noch zu Hause: In mehreren Cafés der Vestestadt wird ein Kaffee zum Mitnehmen - ein Coffee-to-go - bestellt. Die meisten Kunden denken kaum darüber nach. Dabei landen so 320 000 Becher in Deutschland stündlich im Müll. Auch deshalb will die Stadt nun in Zusammenarbeit mit den Cafés das Bewusstsein für das Problem stärken.

Deutschlandweit gibt es schon Initiativen: Die "Becherhelden"-Kampagne der Deutschen Umwelthilfe, sowie das private Crowdfunding-Projekt "Coffee to go again" zum Beispiel. Beide haben zum Ziel, dass weniger schädliche Einweg-Becher verwendet werden. Coburger Cafés, die Mehrwegbecher verkaufen und mitgebrachte Gefäße wieder auffüllen, können das durch Plakate und Aufkleber der Projekte in ihren Schaufenstern sichtbar machen. Das soll dem Thema mehr Aufmerksamkeit bringen und den Umweltschutz der Geschäfte zeigen.

Für die Umsetzung der Informations- und Werbekampagne stellt die Stadt einen Betrag von 2000 Euro zur Verfügung - das hat der Stadtrat in seiner Sitzung beschlossen.

Wie das Problem in der Praxis gelöst werden kann, darüber haben sich die Stadträte auch Gedanken gemacht. Eine Möglichkeit könnte ein gemeinsames Pfandsystem für alle Coburger Cafés sein. "In einer kleinen Stadt wie unserer ist das leider jedoch nur schwer umzusetzen", ist sich SPD-Stadträtin Johanna Thomack sicher. Damit man dem Müllproblem trotzdem zeitnah Herr werden kann, ist Citymanager Jörg Hormann derzeit in den Cafes unterwegs. Sein Anliegen: Die Betreiber für das Problem zu sensibilisieren.

Dabei trifft Hormann allerdings immer wieder auf Besitzer, die sich schon selbst mit dem Thema beschäftigt hatten. In allen Filialen der regionalen Schubart-Kette zum Beispiel werden bereits Mehrwegbecher verkauft. "Wir wollen unseren Beitrag leisten", erklärt Max Schubart, Geschäftsführer des Unternehmens. Und dieser Beitrag kommt an. Alleine im letzten Jahr wurden in allen Filialen knapp 1500 wiederverwendbare Trinkgefäße an Kunden verkauft. "Diese nehmen das Angebot gerne an. Man merkt, wenn das Thema gerade in den Medien präsent ist, dann erhöht sich die Nachfrage",beobachtete er. Angeboten werden Spülmaschinen-geeignete Bambus-Becher in verschiedenen Designs sowie ein Porzellangefäß mit aufgedrucktem Logo der Veste Coburg und dem Coburger Mohr.

Das Café Feiler am Theaterplatz hat ab Herbst ebenfalls Mehrwegbecher im Sortiment."Jeder sollte umweltbewusst denken, aber auch handeln", ist Geschäftsleiterin Melanie Feiler überzeugt. Momentan nutze man im Café sowie in allen weiteren Filialen vorrangig kompostierbare Kaffeebecher.

Citymanger Jörg Hormann hat derweil noch weitere gute Neuigkeiten. "Auch andere Cafés, Tankstellen und Fast-Food-Ketten haben schon eigene Konzepte entwickelt", weiß er. Und die Aktion sei nicht nur auf die Innenstadt beschränkt. "Sollten sich Betriebe aus dem Umland melden, werden wir sie natürlich mit einbeziehen", verspricht er.

Stadträtin Johanna Thomack hofft mit der Initiative noch mehr Menschen von dem Thema überzeugen zu können: "Wir wollen das Bewusstsein schärfen und hoffen, dass mehr und mehr Leute dafür Feuer fangen, etwas zu ändern", so die Stadträtin.

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Katharina Osterhammer
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Veröffentlicht am:
14. 07. 2017
16:27 Uhr

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Katharina Osterhammer

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14. 07. 2017
16:27 Uhr



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