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Coburg

Firma soll Coburger Flohmarkt retten

Die Stadt will sich aus der Organisation des Coburger Flohmarktes zurückziehen.



Nachflohmarkt 2012
Nachflohmarkt in Coburg.   Foto: Frank Wunderatsch
Coburg – Der Coburger Flohmarkt könnte von 2018 an von einem privaten Unternehmen veranstaltet werden. Der Verwaltungssenat der Stadt stellte am Montag die Weichen, damit sich die Verwaltung aus der Organisation des Marktes zurückziehen kann. Bei zwei Gegenstimmen billigten die Stadträte die Ausschreibung der Veranstaltung und die spätere Vergabe an einen gewerblichen Veranstalter.

Wie Kai Holland, der Leiter des Coburger Ordnungsamts, sagte, sei die Stadt in den letzten Jahren mit dem Flohmarkt immer tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Holland: „Es kommen immer weniger Marktbeschicker, andererseits laufen uns die Kosten davon.“ Deshalb stehe man nun vor der Wahl, den Flohmarkt ganz sterben zu lassen oder in andere Hände zu geben. Für 2017 kündigte Holland schon einmal vorsorglich eine weitere Verkleinerung des Marktes an: Der Schlossplatz soll nicht mehr benutzt werden.
Der Negativtrend sei schon seit Jahren zu spüren, meinte Holland. Seit typische Flohmarktartikel auf Internetplattformen, wie Ebay-Kleinanzeigen oder Shpock gehandelt würden, hätte die Nachfrage nach Flohmarktständen deutlich nachgelassen. Andererseits gäbe es immer mehr von Einkaufszentren, Vereinen oder Privaten organisierte Flohmärkte, durch die Besucher und Beschicker abgezogen würden. „Dieser Entwicklung sind wir einerseits damit begegnet, dass wir die Fläche nach und nach verkleinert haben. Andererseits fiel 2012 der Beschluss, nur noch einen Flohmarkt pro Jahr zu veranstalten.“
Diese Taktik ist allerdings nur eine Zeit lang aufgegangen. Seit die Standgebühren von der Stadt von zwei auf vier Euro pro beanspruchten Quadratmeter heraufgesetzt wurden, hätte das Interesse noch einmal nachgelassen.
Den letzten Schlag gegen den Coburger Flohmarkt führte dann offenbar der CEB. Seit zwei Jahren rechnet der Eigenbetrieb der Stadt für das Reinigen der Straßen nach der Veranstaltung und das Ausschildern von Umleitungen nicht mehr intern ab, wie das früher der Fall gewesen war, sondern erhebt Marktpreise mit allen Zuschlägen für die Sonntagsarbeit der Stadtreinigung und des Verkehrstrupps. „Seitdem ist das Defizit deutlich angestiegen“, bedauerte Kai Holland.

Fabian Leutheußer von der Gewerbeabteilung des Ordnungsamtes präsentierte detailliertes Zahlenmaterial das zeigte, dass 2015 ein Minus von 3249 Euro erwirtschaftet wurde und 2016 die Miesen auf 4376 Euro angestiegen waren. Würden auch noch die Leistungen des Ordnungsamtes zu Marktpreisen abgerechnet, müsste das Defizit noch einmal um jährlich 3500 Euro höher liegen, meinte Leutheußer. Die Referenten des Ordnungsamts empfahlen deshalb den Senatoren, einen privaten Organisator für den Flohmarkt zu finden. „Ein Interessent hat sich bereits von sich aus gemeldet“, informierte Holland. Allerdings gibt es einen Haken: Ein privater Veranstalter muss mindestens zwölf gewerbliche Händler nachweisen können, um ein Sondergenehmigung für einen Markt erhalten zu können.

Das gefiel den meisten Stadträten nicht. Sowohl Andreas Gehring (SPD), wie auch Barbara Kammerscheid (SBC), Prinz Hubertus von Sachsen-Coburg und Gotha (CSU) und Jürgen Heeb (Pro Coburg) warnten davor, dass sich der Charakter des Flohmarkts verändern könnte, wenn zu viele gewerblichen Händler auftauchen. Andererseits mahnten Prinz Hubertus und Jürgen Heeb an, dass die Stadt darauf achten solle, „dass sie finanziell etwas davon hat, wenn sie die Innenstadt an einen privaten Organisator vermietet.“ Wie Holland sagte, würden in der Regel Nutzungsgebühren in Höhe von 1500 Euro pro Tag erhoben.
Überhaupt nicht mit dem Plänen des Ordnungsamtes einverstanden war Hans Weberplas von der CSB. Ihm missfiel, dass Publikumsveranstaltungen, die die Innenstadt attraktiv machen, „unter den hohen Gebühren leiden, die von Haus zu Haus verrechnet werden.“ Ziehe man ins Kalkül, dass die Wohnbau an solchen Tagen hohe Parkgebühren einnehme und die Gastronomie gute Umsätze mache, dann würde dadurch das Defizit mehr als ausgeglichen. Weberpals und Andreas Gehring lehnten die Privatisierung des Marktes ab.
Autor
Norbert Klüglein

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
16:23 Uhr

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20. 03. 2017
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