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Coburg

Landrat will Steuererleichterung für Retter

Kreisbrandrat Manfred Lorenz zeichnet bei der Kommandantentagung verdiente Feuerwehrleute aus. Zudem spricht er Beförderungen aus.



Kreisbrandrat Manfred Lorenz (rechts) ehrte bei der Frühjahrstagung der Kommandanten der 99 Freiwilligen und Werkfeuerwehren im Landkreis Coburg verdiente Feuerwehrleute und sprach Beförderungen aus (von links): Stefan Zapf, Reinhard Hartung, Matthias Langguth, Landrat Michael Busch, Helmut Halboth, Johannes Kempinski, Manfred Groß, Stefan Püls, Detlef Schoder und Markus Mönch, Bürgermeister der Gemeinde Weidhausen.	Foto: Braunschmidt
Kreisbrandrat Manfred Lorenz (rechts) ehrte bei der Frühjahrstagung der Kommandanten der 99 Freiwilligen und Werkfeuerwehren im Landkreis Coburg verdiente Feuerwehrleute und sprach Beförderungen aus (von links): Stefan Zapf, Reinhard Hartung, Matthias Langguth, Landrat Michael Busch, Helmut Halboth, Johannes Kempinski, Manfred Groß, Stefan Püls, Detlef Schoder und Markus Mönch, Bürgermeister der Gemeinde Weidhausen. Foto: Braunschmidt  

Weidhausen - Manfred Groß von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rodach war von 1989 bis 2016 als Schiedsrichter tätig. Die nicht einfache Tätigkeit, beispielsweise bei Feuerwehrwettkämpfen, würdigte Kreisbrandrat Manfred Lorenz bei der Tagung der Kommandanten der 99 Freiwilligen und Werkfeuerwehren im Landkreis Coburg in Weidhausen. Lorenz sprach Manfred Groß für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen eine Anerkennung aus.

Matthias Langguth von der Freiwilligen Feuerwehr Rödental hat nach den Worten des Kreisbrandrats Herausragendes im Feuerwehrwesen geleistet. Dafür konnte Langguth das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber in Empfang nehmen.

Kreisbrandmeister Helmut Halboth von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Rodach stellt sich seit über 40 Jahren in den Dienst der Hilfsorganisation. Ein Schwerpunkt seiner Aufgaben war in den vergangenen Jahren die Einführung des Digitalfunks für die Feuerwehren im Coburger Land. Das Ehrenkreuz in Silber des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes war äußeres Zeichen des Dankes.

Kreisbrandrat Manfred Lorenz nahm die Frühjahrstagung der Kommandanten zum Anlass, um Beförderungen auszusprechen. Zum Brandmeister wurden die Kreisbrandmeister Johannes Kempinski, Oliver Rupp und Detlef Schoder befördert, zu Oberbrandmeistern die Kreisbrandinspektoren Reinhard Hartung, Stefan Püls und Stefan Zapf.

Landrat Michael Busch würdigte das Engagement der geehrten und beförderten Feuerwehrleute. Grundsätzlich sprach sich Busch dafür aus, in der Feuerwehr aktiven Frauen und Männern eine Steuererleichterung zu gewähren. Diese Anerkennung des ehrenamtlichen Dienstes sei geboten, zumal die Feuerschutzabgabe abgeschafft worden ist. Diese mussten in der Vergangenheit Bürgerinnen und Bürger zahlen, die nicht in einer Hilfsorganisation tätig sind.

Markus Mönch, Bürgermeister der Gemeinde Weidhausen, sagte, er habe bis zu seinem Amtsantritt im Jahr 2008 die Feuerwehr zur Kenntnis genommen, mehr nicht. Heute wisse er, was es bedeute, in einer Feuerwehr mitzuarbeiten.

Die Städte und Gemeinden hätten nicht den Hauch einer Chance, ihrer Kernaufgabe "Brandschutz" nachzukommen, wenn es die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer nicht gäbe. Deren Dienst "verdient unser aller Respekt", sagte Mönch.

Im Mittelpunkt der Kommandantentagung stand der Bericht von Kreisbrandrat Manfred Lorenz. Kreisbrandmeister Detlef Schoder stellte die Bilanz der 16 Kinderfeuerwehren im Landkreis Coburg vor, die er als Erfolgsgeschichte bezeichnete.

Kreisbrandinspektor Stefan Püls beleuchtete in Vertretung von Kreisbrandmeister Oliver Rupp die Entwicklung der 72 Jugendgruppen mit ihren 464 Feuerwehranwärtern sowie in Vertretung von Kreisbrandmeister Andreas Steller die Modulare Trupp-Ausbildung. Püls erläuterte zudem, wie sich die Teilnahme von Feuerwehrleuten aus dem Landkreis an Lehrgängen an der Staatlichen Feuerwehrschule entwickelt.

Kreisbrandmeister Bernd Schultheiß berichtete über die Brandschutzerziehung, die sich insbesondere an Jungen und Mädchen in Kindergärten sowie an Schüler richtet. Wie wichtig diese Aufgabe ist, verdeutlichte Schultheiß mit einer Zahl. Bei einer repräsentativen Umfrage unter 10 000 Schülern der Jahrgangsstufen 5 bis 13 in allen Bundesländern kam heraus, dass jeder Fünfte die Notrufnummer 112 nicht kannte.

Kreisbrandmeister Michael Hager betreut die derzeit 536 Atemschutzgeräteträger im Landkreis Coburg. Von der Sollstärke von 810 sei man noch ein Stück entfernt. Derzeit gelinge es lediglich, die doppelte Besetzung der 270 Atemgeräte sicherzustellen, die bei den Feuerwehren im Landkreis Coburg stationiert sind. Hager wies darauf hin, dass sich jeder Atemschutzgeräteträger ab seinem 50. Lebensjahr alle zwölf Monate von einem Arzt untersuchen lassen muss, "da gibt es keine Toleranzgrenze". Gleiches gelte für die alljährlich vorgeschriebene Belastungsübung.

Kreisbrandinspektor Stefan Zapf schilderte, wie die Erstellung des Sicherheitskonzepts für die ICE-Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt die Coburger Feuerwehren belastet. Kreisbrandinspektor Reinhard Hartung erläuterte, wie sich die Feuerwehreinsätze auf der Autobahn zwischen den Anschlussstellen Eisfeld-Süd und Untersiemau entwickeln. Ein Unfallschwerpunkt sei die Auffahrt Ebersdorf auf die A 73 Richtung Coburg.

Kreisbrandmeister Krischa Heym setzte sich mit Brandmeldeanlagen auseinander, die mittlerweile auch kleine Feuerwehren im Landkreis beschäftigen. Als Beispiel nannte Heym das neue Industriegebiet Großheirath, wo Unternehmen solche Meldegeräte installiert haben. Heym bot Schulungen zum Umgang mit den Warnanlagen an.

Kreisbrandinspektor Helmut Halboth erläuterte, in welche Datensysteme Mannschaftsstärken, vorhandene Ausrüstung und Einsatzberichte eingepflegt werden und welche Aufgaben dabei den Kommandanten obliegen. Frauenbeauftragte Sabine Rudolph bat darum, ihr mitzuteilen, wie viele Frauen in den Feuerwehren im Landkreis aktiv sind. Hier fehlten noch zahlreiche Rückmeldungen. wb

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20. 03. 2017
17:18 Uhr

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20. 03. 2017
17:18 Uhr



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