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Coburg

Verein sieht wachsenden Protest gegen CC

Die Gemeinschaft "Alternative Kultur" fordert einen kritischen Umgang mit dem Coburger Convent. Sie sieht dabei die Stadt in der Pflicht.



Coburg - Die Infowoche zum Coburger Convent (CC), die der Verein für "Alternative Kultur e.V." Coburg veranstaltet hat, sei auf große Resonanz gestoßen. Die Vorträge, Filme, Konzerte und Kundgebungen hätten rund 250 Coburger besucht, teilte der Verein am Mittwoch mit.

Ein Freiluftkino auf dem Markt mit dem Film "Deckname Dennis" hatte die Infowoche zum CC eröffnet. In dem Streifen kommt der Coburger Convent vor. "Deckname Dennis" setzt sich mit wachsendem Nationalismus kurz nach der Wiedervereinigung auseinander.

Die Vorträge, die in der Infowoche stattfanden, beleuchteten neben unterschiedlichen Verbindungsarten auch autoritäre Rituale und die Aufrechterhaltung reaktionärer Traditionen. Hierbei seien viele Überschneidungen mit rechtsextremen Gruppierungen offengelegt und das herrschende Männerbild im Coburger Convent erklärt worden, heißt es in der Mitteilung. Zudem seien gemeinsam Perspektiven und Ideen für die Zukunft im Umgang mit dem CC entwickelt worden.

Auf Unverständnis sei bei den aus unterschiedlichsten Richtungen kommenden Besuchern das Verhältnis der Stadt Coburg zum CC gestoßen, die dem Convent jedes Jahr städtische Infrastruktur zur Verfügung stellt. "Der Stadt Coburg würde es gut tun, sich mit der Kritik am CC auseinander zu setzen, anstatt ihn als 'bunt durch sein Coleur' zu bezeichnen und ihn herzlich willkommen zu heißen, wie Oberbürgermeister Tessmer beim Grußwort im letzten Jahr", so Jonas Baumann vom Verein

Dass viele Coburger ihre Pfingsttage nicht mit den Studentenverbindungen hätten verbringen wollen, sei dem Verein auch dadurch gezeigt worden, dass der alternative Programmpunkt des Konzerts am Freitag vor Pfingsten auf hohen Anklang gestoßen sei. Auch der Filmabend am Pfingstsamstag und das Akustikkonzert am Montagnachmittag seien von jungen Coburgern "dankbar als Ausweichmöglichkeit" angenommen worden.

"Für uns als alternativen Kulturverein ist es wichtig Subkulturen zu stärken und so auch eine andere Form des miteinander Feiern und etwas Erleben zu vermitteln. Dies geschieht im Gegensatz zum CC nicht durch Autorität, Hierarchie und den Ausschluss von Frauen", betont Jonas Baumann.

Schockiert sei der Verein "Alternative Kultur" von der diesjährigen Aggressivität von Mitgliedern des CC. So seien dem Vorstand drei körperliche Angriffe, einer davon auf einen Konzertbesucher am Freitagabend, bekannt. Weiterhin sei es mehrfach zu Gewaltandrohungen gekommen.

Zum Abschluss der Infowoche gab es zwei Kundgebungen. Dabei habe es für Teilnehmer die Möglichkeit gegeben, "die eigene Kritik lautstark auf die Straße zu tragen", erklärt der Verein für Alternative Kultur". "Uns freut es, dass vor allem junge, in Coburg lebende Menschen, sich deutlich gegen den CC positioniert haben", so Jonas Baumann.

Dass der Fackelmarsch in der Nacht zum Pfingstdienstag heuer wieder mehrere Besucher zu einem Auftritt unter anderem mit T-Shirts der rechtsextremen Partei "Dritter Weg" bewegt habe, verwundere den Verein bei einer solchen Ästhetik und den geschichtlichen Bezugspunkten nicht. Die Pressemitteilung schließt mit dem Fazit, die Infowoche zum CC habe gezeigt, "dass die Stimmen, die eine kritische Auseinandersetzung der Stadt mit dem CC fordern, mehr und lauter werden".

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2017
15:51 Uhr

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07. 06. 2017
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