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Hassberge

Haßberg-Kliniken bleiben zahlungsfähig

Der Kreisausschuss gibt 2,2 Millionen Euro zur Deckung von Verlusten frei. In das alte Schloss Gereuth fließt auch Geld.



Die Haßberg-Kliniken erhalten einen hohen Zuschuss vom Kreis.
Die Haßberg-Kliniken erhalten einen hohen Zuschuss vom Kreis.  

Haßfurt - Damit die Haßberg-Kliniken zahlungsfähig bleiben, gab der Kreisausschuss in seiner gestrigen Sitzung 2,2 Millionen Euro zur Auszahlung frei. 200 000 Euro davon hatte der Landrat bereits im Zuge einer dringlichen Anordnung angewiesen. Überraschend kamen diese Beträge allerdings nicht, das Defizit der Krankenhäuser wird sich in diesem Jahr voraussichtlich auf insgesamt über drei Millionen Euro summieren.

Kreiskämmerer Markus Fröhlich erläuterte in diesem Zusammenhang, dass die Betriebskostendefizite nach fünf Jahren ohnehin ausgeglichen werden müssen. Die Frist könne man jedoch nicht abwarten, wenn die Haßberg-Kliniken zahlungsfähig bleiben sollen. Seit 2012 erwirtschaften die Kliniken zunehmende Verluste, zwischen 2012 und 2015 summierten sie sich auf 6,52 Millionen Euro, für 2016 sieht der Wirtschaftsplan ein Minus von 2,74 Millionen vor, für 2017 schon 3,22 Millionen. Um diesen Trend zu stoppen, hat der Kreistag vor einigen Wochen verschiedene Maßnahmen beschlossen, darunter das Ende der stationären Behandlung im Haus Hofheim und die Schließung der Geburtshilfe in Haßfurt, wenn sich nicht die Rahmenbedingungen für kleine Entbindungsstationen drastisch ändern (die NP berichtete).

Auch für Investitionen und Gebäudeunterhalt gewährte der Kreisausschuss Mittel. Vor allem in den Brandschutz in allen drei Häusern fließen über 100 000 Euro, außerdem finden in Hofheim Malerarbeiten für das künftige MVZ statt.

Umgebaut wird auch im Jobcenter, vor allem geht um ein Sicherheitskonzept und Brandschutzmaßnahmen. Laut Kostenkalkulation beläuft sich die Gesamtsumme auf rund 100 000 Euro. Eine entsprechende dringliche Anordnung des Landrats segnete der Kreisausschuss nachträglich ab.

Bei manchen Menschen kann die gerichtlich angeordnete Betreuung vermieden werden, wenn die Person entsprechende Unterstützung erfährt. Um diese Zielsetzung kümmert sich der Betreuungsverein Haßberge, der 2014 ins Leben gerufen wurde. Der Leiter des Sozialamts, Dieter Sauer, erläuterte, dass man beste Erfahrungen gemacht habe. 14 von 16 übertragenen Fällen konnten abgeschlossen werden. Bei vier Personen wurde eine Betreuung angeordnet, zehn Personen wurden durch intensive Begleitung und Vermittlung an andere karitative Einrichtungen in die Lage versetzt, ihre Angelegenheiten wieder selbst regeln zu können. Der weitaus größte Teil der Betroffenen leidet unter einer psychischen Erkrankung oder einer Suchterkrankung. Das Jahresbudget für den Verein ist mit 19 800 Euro festgelegt, die Zuwendungen bewegten sich in den ersten drei Jahren deutlich darunter und so sprach sich der Kreisausschuss dafür aus, auch bis Ende 2018 das Netzwerk Betreuungsverein Haßberge zu fördern.

Das Schloss Gereuth kennt fast jeder im Landkreis Haßberge - gegenüber jedoch liegt das alte Schloss und fristet ein Schattendasein. Im Zuge der Ersatzvornahme will der Landkreis nach zehn Jahren ein zweites Mal aktiv werden und dem weiteren Verfall Einhalt gebieten. Bernhard Joos von der Kreis-Bauverwaltung erläuterte, dass das Renaissance-Schloss aus dem Jahre 1570 mit seinem Anbau aus dem 18. Jahrhundert, dem gegenüberliegenden Barockschloss, dem Gasthaus Greiffenklau, der Kirche und den Okonomiebauten von 1715 ein "herausragendes Ensemble" bildet. Vor zehn Jahren wurde bereits eine Notsicherung durchgeführt. Eine solche ist auch jetzt geplant, allerdings mit einem größeren Zeithorizont. "Wir wollen das Dach so dicht machen, dass es zwanzig bis dreißig Jahre hält und weitere Gebäudeschäden vermieden werden", erklärte Klaus Edelhäuser vom Fachplanungsbüro. Er zeigte die Schäden an den Dächern auf, besonders am nordwärtsgerichteten Dach des Anbaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Schweifgiebel wurden bereits vor zehn Jahren mit Gittergeflecht ummantelt, damit keine Teile herabstürzen. Der Zustand hat sich aber ebenfalls deutlich verschlechtert. 820 000 Euro wird die Sicherung kosten.

Bernhard Joos rechnet mit einer 95-prozentigen Kostenübernahme durch den Entschädigungsfonds des Freistaats. Dann blieben für den Landkreis und die Gemeinde Untermerzbach jeweils 20 500 Euro. Auf Nachfrage aus dem Gremium erklärte die Leiterin des Bauamts, Adelinde Friedrich, dass das Schloss für zehn Euro zweimal den Besitzer wechselte, die letzte Eigentümerin, eine in England beheimatete Ltd.-Gesellschaft, existiere nicht mehr. Eine Klärung des Eigentümers sei nur sehr aufwändig. Da es keinen Kaufinteressenten gebe, habe man davon bisher Abstand genommen. Der Landrat bat um Zustimmung unter der Maßgabe, dass der Entschädigungsfonds Mittel freigibt und auch der Gemeinderat Untermerzbach seinen Eigenanteil beschließt. Der Kreisausschuss billigte dieses Vorgehen.

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Sabine Weinbeer
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Veröffentlicht am:
24. 07. 2017
17:15 Uhr

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Sabine Weinbeer

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24. 07. 2017
17:15 Uhr



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