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Kronach

Tschirn sagt Nein zu neuen Trassenplänen

Nicht nur Tennet, der Netzbetreiber ärgert derzeit den Gemeinderat. Auch mit der Telekom hat man jüngst so seine Schwierigkeiten.



Der Gemeinde Tschirn geht (noch) kein Licht auf. Die Erneuerung der Leuchten im Park wurde verschoben. Foto: Michael Wunder
Der Gemeinde Tschirn geht (noch) kein Licht auf. Die Erneuerung der Leuchten im Park wurde verschoben. Foto: Michael Wunder  

Tschirn - Die Gemeinde Tschirn ist von der erneuten "Trassenplanung" um die Hochspannungsleitungen (die NP berichtete) nicht gerade begeistert. Bürgermeister Peter Klinger (CSU) informierte den Gemeinderat über einen Anruf des Netzbetreibers Tennet, nach dem die bestehenden Trassen auf einen Ausbau überprüft werden. Eine zweite parallele Leitung stelle für Tennet keine Alternative dar und werde aus Sicht des Unternehmens auch abgelehnt, sagte Klinger.

Förderfähiges Projekt

Bürgermeister Peter Klinger informierte, dass "Bayern Netz Natur" bei der Arbeitsgemeinschaft Rennsteig vorgestellt wurde. Dieses hoch geförderte Projekt basiere auf freiwilliger Basis. Es müsse jedoch jede Kommune selbst entscheiden, weil es überall andere Voraussetzung und einen anderen Bedarf an Naturschutzmaßnahmen gibt, so Klinger. Dietrich Förster und Petra Brehm werden dies in einer der nächsten Sitzungen erläutern. Durch das Projekt erwartet man eine 90-prozentige Förderung.

 

Nach dem momentanen Stand der Dinge werde aber über eine zusätzliche Beseilung der vorhandenen Trasse nachgedacht. Dies werde aber erst mit der Regierung von Oberfranken abgeklärt, eine Entscheidung sei nicht vor Herbst zu erwarten. Skeptisch äußerte sich Gemeinderat Thomas Hofmann (CSU): "Die wissen doch, was los ist, dann wird man mal vor vollendete Tatsachen gestellt", meinte er. Erwin Daum (AfT) war der Meinung, dass derzeit alles Spekulation sei. "Über was wollen wir diskutieren, wenn Zahlen, Daten und Fakten fehlen?", so Daum. "Können wir was verlieren, wenn wir Nein sagen?", fragte Georg Barnickel (CSU). "Ich würde jegliche Veränderung ablehnen".

Dies war letztendlich auch die Meinung der Mehrheit. Lediglich der langjährige Gemeinderat Günter Böhnlein (CSU) ließ einfließen, dass man sich vor 25 Jahren um die Standorte der Masten gestritten habe. Damals gab es gute Entschädigungen dafür, der Ausbau der Trasse sei durchaus denkbar, meinte er.

Zurückgestellt wurde die Erneuerung der Beleuchtung im Park. Die Gemeinderäte zeigten sich mit dem einzig vorliegenden Angebot in Höhe von 1737 Euro nicht einverstanden. Dabei sollten lediglich drei Lampen ausgewechselt werden. Günter Böhnlein und Christian Alber (AfT) forderten ein Gesamtkonzept sowohl für den Park als auch für die gesamte Ortschaft.

Zugestimmt wurde der Maßnahmenliste des Landschaftspflegeverbandes Frankenwald. Ausgenommen wird, wie im Vorjahr, die Fichtenentnahme. Auch sprach man sich gegen die Beweidung mit Schafen und Ziegen sowie das Mulchen aus.

Eine längere Diskussion entfachte auch die Glasfaserverkabelung in der Nordhalbener und Teuschnitzer Straße im Zuge des Staatsstraßenausbaus. Mit nunmehr 28 000 Euro liege man deutlich über der einst genannten Summe. Auch der Bürgermeister Peter Klinger zeigte sich von den hohen Kosten überrascht, zeigte aber auf, dass von den Verteilern an dieser Stelle auch eine gewisse "Schlüsselfunktion" für den gesamten Ort ausgehe. Der 2. Bürgermeister Michael Hader (AfT) meinte zunächst, dass längerfristig ohne Glasfaser nichts mehr gehe. Günter Böhnlein betonte, dass diese Maßnahme zwar finanziell zu stemmen sei, aber in den Folgejahren weitere Straßen ausgebaut würden und dann ganz andere Summen im Raum stünden. Er sah es nicht ein, dass andere Gemeinden hohe Förderungen für den Breitbandausbau erhielten und "die kleine Gemeinde Tschirn" wegen des Eigenausbaus selbst finanzieren oder zumindest vorfinanzieren müsse. "Hätte uns die Telekom mit dem Eigenausbau nicht ausgeschmiert, hätten wir jetzt dieses Problem nicht", meinte Georg Barnickel dazu. Er sah keine Notwendigkeit, jetzt mit "wahnsinnig viel Geld" in Vorleistung zu gehen.

Der Bürgermeister informierte, dass beide Förderprogramme aufgrund der bereits vorhandenen Breitbandgeschwindigkeit in Tschirn nicht greifen würden. Dennoch sprach er sich trotz der hohen Kosten für eine Verkabelung aus. Thomas Förtsch (CSU) ging auf die zusätzlichen Hausanschlusskosten ein, die auf die Bürger zukämen. Geschäftsleiter Thomas Weber wies darauf hin, dass es keine gemeindliche Grundaufgabe sei und man weitere Vorgehen gut überlegen müsse. Der vorgeschlagenen Glasfaserverkabelung stimmte nur Klinger zu.

Die Gemeinde Tschirn tritt nach vier Jahren wieder dem Landkreisbehördennetz bei. Geschäftsleiter Thomas Weber meinte, dass das Thema Sicherheit an erster Stelle stehe. Für die heutigen Virenangriffe brauche man eine professionelle Betreuung. Für die gesamte Verwaltungsgemeinschaft fallen dadurch 2600 Euro an Kosten an.

Die AfT-Fraktion hat eine Ortsbesichtigung beantragt, bei der viele Kleinigkeiten, die im Argen liegen, aufgenommen werden sollen. Zusätzlich regte der Bürgermeister eine Besprechung zum Thema Kommunalfahrzeuge an. Er informierte, dass der Regenwasserkanal hinter der Gemeindekanzlei derzeit gebaut werde. Aufgrund der Neuverlegung einer bestehenden Leitung und der zusätzlichen Verlegung eines Blitzableiters müsse man mit geringen Mehrkosten rechnen.

Grünes Licht gab es für die Baupläne von Michael und Johanna Renk (Anbau eines Carports mit Freisitz), der Firma Dr. Schneider (Neubau einer Lagerhalle und Überdachung vor der Lagerhalle) sowie für die Baupläne von Adrian Wurz und Yvonne Kistemann.

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Michael Wunder
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Veröffentlicht am:
04. 05. 2017
18:06 Uhr

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Michael Wunder

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Veröffentlicht am:
04. 05. 2017
18:06 Uhr



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