zuletzt bearbeitet: 10.02.2012 06:05 Uhr
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Jux in den höchsten Tönen
Die 12 Tenors betören ihr Coburger Publikum mit Stimme und Humor. Als Überraschungsgäste präsentieren sie die 10 Sopranos im Kongresshaus.
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Prächtige Stimmen, prima Stimmung: Die 12 Tenors - unter ihnen der Kronacher Johannes Beetz (Zweiter von links) - sangen sich mit amüsant präsentierten Evergreens aus Pop und Klassik ins Herz des Coburger Publikums. Fotzos: Ungelemk
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Soubretten mit Soulpower: Die 10 Sopranos würzten die Show ihrer männlichen Kollegen im Kongresshaus mit Kostproben ihres Programms.
Coburg - Die Herren sind brillanter Laune. Möglicherweise sind sie das ja immer, aber heute funkelt ihre Stimmung womöglich noch ein bisschen heller. Schließlich gibt einer von ihnen gewissermaßen ein Heimspiel. Und dann mobilisiert da noch diese zauberhafte Begleitung sämtliche Charme-Reserven: "The 10 Sopranos" haben eine Lücke im Tourneeplan für einen Abstecher genutzt, um ihre männlichen Pendants am Mittwochabend in Coburg stimmstark zu unterstützen.
Die Überraschung des Publikums mündet stracks in Begeisterung, als statt zwölf befrackter Gentlemen zehn Ladies in red auf der Kongresshaus-Bühne auflaufen und die Show mit einem duftigen "My Fair Lady"-Medley eröffnen. Dass sie es mit Tina Turner ebenso aufnehmen können wie mit Eliza Doolittle, demonstrieren die temperamentvollen Damen auch: Ihre "Proud Mary" bebt vor Soul-Power.
Wenn Belcanto sich mit Rock liiert, ist das für beide Seiten ja nicht immer ein Gewinn - an diesem Abend darf man das Hit-Patchwork aus Bernstein und Beach Boys, Michael Jackson und Giacomo Puccini freilich unbeschwert goutieren - sofern die Erwartungshaltung nicht allzu puristisch ist. So souverän und elastisch wie das Damen-Dezett tänzeln auch die 12 Tenöre zwischen den musikalischen Welten - und sie tun's mit jugendlichem Esprit und flapsigem Humor. Zwischen den zackigen Aufreißer "Funiculi Funicula" und den hymnischen Rausschmeißer "Time to say goodbye" entpacken sie zwei Stunden Entertainment mit gehörigem Funfaktor.
Augenzwinkernde Rampensauerein gehören natürlich zur Dramaturgie, sogar ein kleiner Divenkrieg, in dem schwerstes Geschütz gezündet wird: "O Sole Mio" schmettern Alexander Herzog (Nürnberger von Pavarotti-Format) und Gary Nardella (der singende Clooney-Clon aus Melbourn) um die Wette. Jenseits der Koketterien scheint das Teamwork tatsächlich zu klappen, alle bewähren sich als Solisten und Choristen, fast alle kommen auch moderierend zum Zuge.
Königliche Rock-Röhre
Primus inter pares im sympathischen Dutzend ist an diesem Abend natürlich Johannes Beetz aus Neufang bei Kronach, dessen Fans ihren "local hero" vernehmlich anfeuern. Mit sichtlichem Spaß pflügt er mit seiner Boy Group durch die gefälligen Gefilde der Unterhaltungsmusik, und sie ergänzen sich trefflich mit ihren Timbres und Temperamenten. Den volkstümlichen Schmachtfetzen ("Torna a suriento") nehmen sie so locker wie die Pop-Symphonietta ("Music"), very sophisticated interpretieren sie den Beatles-Klassiker "Come together" und im Michael Jackson-Medley legen sie eine fulminante "Thriller"-Parodie aufs Parkett. Selbst Queen'schen Pomp meistern sie dank der königlichen Rock-Röhre ihres künstlerischen Leiters Karl Davies. Und dank chorischer Unterstützung der 10 Sopranos, mit denen die "Bohemian Rhapsody" zum Monument gerät.
Ob soviel vokaler Pracht hält sich die souverän begleitende dreiköpfige Band (zwei Keyboards plus Schlagzeug) diskret zurück. An die Grenzen seiner klanglichen Überzeugungskraft stößt das synthetische Mini-Orchester allerdings, wenn großer Opernsound nicht nur vokal gefordert ist, wie in Verdis "Libiamo". Wohlweislich beherrschen darum Musical- und Pop-Nummern das Repertoire, von dem das Publikum nach dem finalen "We will rock you" längst nicht genug hat. Als Zugabe gibt's Body & Soul für Auge und Ohr: Zu "You can leave your hat on" zeigt Benjamin Wong in Chippendales-Manier, dass nicht nur seine Stimmbänder wohltrainiert sind.
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