zuletzt bearbeitet: 06.03.2012 06:04 Uhr
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Der Streit um Ausleihe des Dürer-Gemäldes setzt sich fort
München - Der heftige Streit um die gescheiterte Ausleihe eines Albrecht-Dürer-Gemäldes von München nach Nürnberg zieht weitere Kreise. Staatsgemäldedirektor Klaus Schrenk verlangte am Montag eine Entschuldigung vom Grünen-Landtagsabgeordneten Sepp Dürr, der ihn der Lüge beschuldigt hatte. Die beleidigenden Äußerungen entbehrten jeder Grundlage. "Er sollte sich öffentlich entschuldigen", ließ Schrenk mitteilen. Dürr sagte dazu auf Anfrage: "Ich wollte nicht Herrn Schrenk persönlich angreifen und auch nicht die Arbeit der Staatsverwaltung kritisieren." Ziel seiner Kritik seien die Politiker, die sich für die Ausleihe stark gemacht hätten "und sich jetzt hinter einem aus dem Hut gezauberten Gutachten verstecken".
Der Auslöser der Unstimmigkeiten: Schrenk hatte die Nürnberger zunächst fälschlich beschuldigt, sie hätten Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" bei der letzten Ausleihe im Jahr 1971 beschädigt. Dürr hatte dann am vergangenen Mittwoch gesagt: "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht mehr. Wie soll ich so einer verlogenen Bagage noch was glauben?" Der frühere Grünen-Fraktionschef räumte ein, das Wort Bagage sei "etwas überzogen" gewesen.
Schrenk seinerseits argumentierte, er habe sich bei seiner falschen Auskunft auf eine Stellungnahme der Münchner Restauratoren aus dem Jahr 1999 verlassen. "Nachdem die Chefrestauratoren aus Nürnberg und München bei einer Untersuchung der Holztafel am 10. Februar 2012 zu der Auffassung gelangten, dass der angesprochene Schadensverlauf bereits vor 1934 entstanden sein musste, wurde diese neue Erkenntnis umgehend öffentlich bekanntgegeben." Die Ausleihe war letztlich gescheitert, weil das neue Gutachten ergeben hatte, dass das mehr als 500 Jahre alte Bild in schlechtem Zustand ist.
Staatsgemäldedirektor Klaus Schrenk
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