zuletzt bearbeitet: 07.02.2012 06:03 Uhr
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Der fränkische Nockherberg
Kultsendung ist ein arg strapazierter Begriff, auf dieses TV-Ereignis aber trifft er zu: Zum nun 25. Mal strahlt der Bayerische Rundfunk die "Fastnacht in Franken" aus - die erfolgreichste Sendung aller Dritten Programme aller Zeiten. Alles begann in Lichtenfels.
Veitshöchheim - Von so einem Erfolg hätten die Macher von "Fastnacht in Franken" 1987 sicher nicht einmal zu träumen gewagt. Die erste Sendung kam damals noch aus Lichtenfels - und hatte handwerklich und auch inhaltlich wenig mit dem Quotenrenner von heute zu tun. "Damals stand das Witzeerzählen in der Bütt noch im Vordergrund", sagt Dorit Schatz, pensionierte Redakteurin des Bayerischen Rundfunks (BR), die fast 25 Jahre lang die erfolgreiche Sendung begleitet hat.
Vom teils zotigen Klamauk der ersten Jahre ist heute nichts mehr übrig. Lustig ist sie aber immer noch, findet Schatz. Die "Fastnacht in Franken" sei ziemlich politisch geworden, manch einer spricht in Anlehnung an die berühmte Starkbierprobe vom "Fränkischen Nockherberg". Nachdem die Sendung in ihren ersten zehn Jahren ein Schattendasein führte, kamen ab Mitte der 1990er Jahre immer mehr Politiker nach Veitshöchheim. Seit 1988 wird die Live-Sendung immer von dort ausgestrahlt.
Spezieller Humor
Dass sich die "Fastnacht in Franken" zu dem Quoten-Flagschiff des BR und aller Dritten Programme entwickelt hat, ist sicher auch dem "ganz speziellen fränkischen Humor geschuldet", glaubt Redakteurin Schatz. Die fränkischen Fastnachter seien "authentisch, das ist keine Show wie oft beim rheinischen Karneval, es ist Brauchtum". Die Zuschauerzahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2006 sahen 5,3 Millionen Menschen zu, so viele wie noch nie - 2,1 Millionen kamen aus dem Freistaat.
Auf diese Erfolge sind die Fastnachter in Franken mächtig stolz. "Kein Sport und auch kein Papstbesuch lockt in Bayern mehr Zuschauer vor den Fernseher", sagt Bernhard Schlereth, Präsident des Fränkischen Fastnacht-Verbandes. Der Verband veranstaltet seit 25 Jahren mit dem BR die Fernseh-Sitzung. "Sie ist unser Schaufenster, über das wir einer breiten Öffentlichkeit zeigen, wie lustig wir sein können", sagt Schlereth: "Uns mögen nicht nur Fastnachter, sondern auch Fastnachtsmuffel."
Diese Erfahrung hat auch Dorit Schatz gemacht. Vor allem Zuschauer, die mit Schunkelkarneval à la "Mainz bleibt Mainz" (ZDF) - der gleichwohl erfolgreichsten Fernsehsitzung Deutschlands - nichts anfangen können, blieben bei "Fastnacht in Franken" hängen. "Mir geht es ganz ähnlich", sagt Schatz. Mit feuchtfröhlichem Fasching könne sie auch "eher wenig" anfangen, ebenso mit einem mehrstündigen Sitzungsmarathon. "Die fränkische Fastnacht als gelebtes Brauchtum aber finde ich großartig", sagt sie.
Die Unterscheidung mag für Außenstehende spitzfindig klingen, für die Fans der Veitshöchheimer Live-Sendung ist es die Wahrheit. Eine ihrer glühendsten Anhängerinnen ist Bayerns Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Seit der Live-Sendung von 1988 war sie fast immer selbst mit dabei, außer wenn es mal gesundheitlich nicht ging. "Ich war schon lange da, bevor die ganze altbayerische Politprominenz auch kommen wollte", sagt sie süffisant. Veitshöchheim ist für sie ein Heimspiel.
Ursprünglich war einmal geplant, zur fränkischen Fastnacht nur Politiker aus Franken als Ehrengäste einzuladen. Großkopferte Altbayern in den ersten Reihen - das wollten sich die Franken ersparen. "Aber nach und nach haben auch Minister aus den anderen Landesteilen versucht, über Umwege an Karten zu kommen", erinnert sich Redakteurin Schatz. So saß irgendwann trotz fränkischer Ehrengastregelung das ganze Kabinett in Veitshöchheim. Die damalige Ministerin Stamm inklusive.
"Sie ist unser Stamm-Gast", sagt Verbandspräsident Schlereth. Öfter als die CSU-Politikerin seien nur noch einige Künstler mit dabei gewesen, ein paar sogar jedes Jahr, wie zum Beispiel Bruno Gold aus Karlstadt, früher Bariton bei den "Gebrüdern Narr", heute bei den "Parodis". Die Sendung am 10. Februar soll aber "keine Jubiläumssendung" werden, in der sich die Fastnachter selbstbeweihräuchern, betont Schlereth. Hauptziel des Spotts wird wohl wieder die Landes- und Bundespolitik sein.
Auch die Gastgeber selbst werden wieder nicht verschont. Seit vielen Jahren schon ist die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" aus der Oberpfalz in Veitshöchheim zu Gast, um die Franken aus altbayerischer Sicht auf die Schippe zu nehmen. "Über sich selbst lachen zu können, ist doch die Grundlage eines gesunden Humors", so Kapellen-Chef Norbert Neugirg. Gepaart mit der "Schlitzohrigkeit und Hinterfotzigkeit" der Franken sei das sicher auch "einer der Gründe für den Erfolg".
"Fastnacht in Franken" am Freitag, 10. Februar, ab 19 Uhr live, wiederholt wird die Sendung am Samstag, 11. Februar, um 20.15 und am Dienstag, 21. Februar um 12.05 Uhr.
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Die neuesten Kommentare
Bitte...von volkibube am 24.01.2012 13:28verschonen Sie uns mit Ihren altmodischen Ansichten und zitieren Sie bitte nicht die Bibel wortwörtlich. Die ist nämlich zu einer Zeitgeschrieben worden, wo es noch keinen Fasching gab. |
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Närrische Theologen !von freierchrist am 24.01.2012 08:49In der Bibel, werden "Narren oder Tore" als gottlose, gleichgültige Menschen bezeichnet. In den Augen Gottes ist ein Narr keine komische Figur, sondern ein Gottesleugner. Nachdem letztes Jahr der frühere Landesbischof Friedrich in Veitshöchheim zum Narren wurde, folgt ihm heuer sein Nachfolger Bedford-Strohm. Laut seiner Aussage in der NP freut er sich ja jetzt schon "Veitshöchheim live zu erleben". Wer so, wie Bedford-Strohm verkündet, dass "Gott nach dem alles mit seiner Liebe zudecken wird und Täter und Opfer dann eins sein werden", wer den Menschen einen ungerechten Gott predigt und die Namenschristen im Glauben läßt, "dass wir alle in den Himmel kommen, weil wir so brav sind", der hat wirklich einen Platz in Veitshöchheim verdient. Wie wahr sind doch die Worte der Bibel: „Indem sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden.“ Römer 1,22 |
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"Christliche Politiker" und Kirchenobere.von freierchrist am 24.01.2012 08:10Hier kann man sie bewundern. Die "Christlichen Politiker" und die Kirchenvertreter. Der frühere ev. Landesbischof Friedrich war letztes Jahr in Veitshöchheim auf dem Fasching, lustig tanzend und lachend mit Gattin zu sehen - wenige Tage, nach dem Tod von drei deutschen Soldaten in Afghanistan. Unbekannt scheinen ihm die Worte der Bibel zu sein: "Es ist besser, in ein Haus zu gehen, wo man trauert, als in ein Haus, wo man feiert; denn da zeigt sich das Ende aller Menschen, und der Lebende nehme es zu Herzen! Trauern ist besser als Lachen; denn durch Trauern wird das Herz gebessert. Das Herz der Weisen ist dort, wo man trauert, aber das Herz der Toren dort, wo man sich freut." Prediger 7, 2-4 Lies: http://dasleben.info/article/die-narren-sind-los/ Aber wie kann man von den heutigen Kirchenvertretern noch Anstand erwarten, wenn diese "gegen die Worte Gottes" leben. Alkohol - und Kindesmißbrauch, und dann noch die Verehrung der "geistig toten Namenschristen" suchen - und auch erhalten. |
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