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Valeo baut mit am Elektro-Auto

Das Unternehmen nimmt in seinem Werk in Bad Rodach eine bislang einmalige Anlage in Betrieb. Sie dient der Entwicklung von E-Mobilität.

Von Wolfgang Braunschmidt
  • Rainer Paduch, Leiter des Entwicklungszentrums von Valeo in Bad Rodach (rechts), und André Wittmann am Hochvolt-Klimaprüfstand für elektrische Fahrzeuge, der am Freitag offiziell in Betrieb genommen wurde. Der Prüfstand, der in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg und BMW entstand, ist bislang einzigartig. Valeo hat in die Anlage mehrere Millionen Euro investiert. Foto: Braunschmidt
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Bad Rodach - Der Prüfstand, den die Valeo Klimasysteme GmbH, Bad Rodach, am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellt hat, ist einzigartig. Die Anlage, in die der im Kreis Coburg ansässige Automobilzulieferer drei Millionen Euro investiert hat, soll einen wichtigen Beitrag leisten, Elektroautos alltagstauglich zu machen.

Rainer Paduch, Leiter des Projekts, erläuterte, dass in Bad Rodach rund 150 Entwickler und mehr als 650 Mitarbeiter an der Zukunft des Autos bauen. Die sehen Kraftfahrzeughersteller in der Elektromobilität. Und das stellt nicht nur die Autofirmen, sondern auch ihre Zulieferer vor große Herausforderungen.

Für die Valeo Klimasysteme GmbH stellt sich die Frage, wie Fahrzeuge, die mit Strom angetrieben werden, beheizt werden können. Denn vom Elektromotor lässt sich - anders als beim Benzin- oder Dieselantrieb - keine Abwärme abzapfen. "Jede Kilowattstunde, die der Hochvolt-Batterie für das elektrische Heizen entnommen wird, verringert die Reichweite des Elektrofahrzeugs", erklärte Rainer Paduch. Zusätzlich muss der Stromspeicher auf "Wohlfühltemperatur" gebracht werden. Auch das kostet wertvolle Energie.

Der neue Hochvolt-Klimaprüfstand dient dazu, auszuloten, wie weit der Stromverbrauch in einem Elektroauto für Heizung und Klimaanlage gesenkt werden kann, um dessen Reichweite zu vergrößern. Denn auf Komfort wolle heute - anders als noch vor 20 Jahren - kein Fahrer mehr verzichten, sagte der Entwicklungsleiter bei Valeo in Bad Rodach.

Außerdem forscht der Automobilzulieferer daran, wie Ladezyklen verkürzt und die Lebensdauer einer Hochvolt-Batterie verlängert werden können. "Unser Ziel ist es, Klimaanlagen in Elektroautos so effizient wie nur möglich auszulegen", betonte Rainer Paduch. Das Projekt stehe für "Hochtechnologie in Nordbayern", die auch in Bad Rodach neue Arbeitsplätze schaffen werde.

Gefördert wurde es vom bayerischen Wirtschaftsministerium im Rahmen des Programms "Elektromobilität" und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Unterstützung kam von BMW, der Hochschule Coburg und der Technischen Hochschule Nürnberg.

Valeo entwickelt und baut in Bad Rodach Klimasysteme für Autohersteller. Jährlich verlassen das Werk rund zwei Millionen Klimaanlagen. Das Unternehmen entwickelt zudem Bedienelemente für den Fahrzeuginnenraum. Personalchef Carsten Heimers: "Bad Rodach ist innerhalb des Valeo-Verbunds ein führender und wachsener Standort", der Mitarbeiter suche.

Der Hochvolt-Klimaprüfstand für E-Fahrzeuge

In dem Prüfstand, den Valeo Bad Rodach am Freitag in Betrieb genommen hat, werden Klimasysteme und komplette Fahrzeuge unter harten Winterbedingungen und hohen Sommertemperaturen zwischen - 20 und + 60 Grad Celsius getestet. Serienreife Hochvolt-Batterien für Elektrofahrzeuge werden in die Tests einbezogen. Sie werden unter elektrischen Lasten betrieben, die im Straßenverkehrsalltag auftreten.

In Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg sowie der Unterstützung, die der Münchner Autohersteller BMW gewährte, wurde in Bad Rodach gleichzeitig ein Wärmepumpen-Testsystem geschaffen, um Elektro-Fahrzeuge effizienter heizen zu können und damit ihre Reichweite im Winter zu erhöhen.


    
    

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