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Erfolgreich seit 110 Jahren

Die Coburger Baufirma Otto Hauch feiert in diesem Jahr Jubiläum. Das Spezialgebiet ist heute die Sanierung von Baudenkmalen und historischen Häusern.

Von Iris Kroon-Lottes
  • In der vierten Generation führt Max Beyersdorf die Coburger Baufirma Otto Hauch. Die Firma feiert in diesem Jahr ihr 110-jähriges Jubiläum.
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Coburg - Es ist eine Erfolgsgeschichte, bestehend aus Euphorie der Gründerjahre, Rückschlägen in den Kriegsjahren, Wiederaufbau und Wohlstand, auf die die Baufirma Otto Hauch GmbH & Co.KG in Coburg seit nun 110 Jahren zurückblicken kann. Nach den Feierlichkeiten im Jahr 2002 zum 100-jährigen Bestehen lässt es Inhaber Max Beyersdorf zum diesjährigen "kleinen" Jubiläum etwas ruhiger angehen. "Wir planen ein großes Sommerfest mit allen Mitarbeitern, Kunden und langjährigen Partnern", verrät er.

Die Auftragslage der Firma ist gut, die 30 Mitarbeiter sind ausgelastet. Max Beyersdorf kann nicht klagen. Er führt in vierter Generation das Unternehmen, das Otto Hauch, damals aus der Nähe von Leipzig kommend, 1902 als Betonbaufirma in Coburg gründete. Heute hat sich der Betrieb auf die Sanierung von Altbauten und denkmalgeschützten Baudenkmalen spezialisiert, aber auch auf barrierefreies Planen und Bauen, Steinrestaurierungen, Kompletterschließung von Grundstücken, Pflasterungen und Landschaftsbau. "Machen können wir eigentlich alles rund um's Bauen, Sanieren und Restaurieren", sagt Beyersdorf. Besonders bei historischen Baudenkmälern gilt es als Bauleiter, Fingerspitzengefühl zu beweisen.

Respekt vor dem Alten

Am Anfang jedes Auftrags steht immer eine individuelle Beratung, nachdem eine ausgiebige Bestandsaufnahme der Bausubstanz vorgenommen wurde. "Im besten Falle fungiere ich als Vermittler. Der Bauherr muss wissen, was auf ihn zukommt. Gerade bei alten Gebäuden kann sich da im Laufe des Sanierungsvorgangs immer noch etwas ändern. Oft muss das ursprüngliche Konzept überarbeitet werden", sagt Max Beyersdorf. Bei alten Häusern oder Baudenkmälern müsse man die bestehende Substanz respektieren und in die neue Planung einbinden. Dabei sei viel Flexibilität bei Bauherr, Bauleiter und den Behörden gefragt. "Wir wollen unseren Kunden als Partner", erklärt Beyersdorf seine Philosophie und freut sich, wenn seine Bauherren ideenreich die gemeinsamen Vorhaben begleiten.

Projekte, die die Firma erfolgreich abgeschlossen hat, sind beispielsweise die Sanierung des Münzmeisterhauses in der Ketschengasse, eines der ersten gotischen Fachwerkbauten in Geschossbauweise oder die Instandsetzung des Sandsteinsockels und der Fassade des neugotischen Häuserkomplexes (ehemalige Bonbonfabrik Rudolph Weiss) am Albertsplatz in Coburg. "Unsere Mitarbeiter sind darauf geschult, während der Bauarbeiten besondere Funde zu bewahren und diese möglichst wieder in die Bausubstanz aufzunehmen", erklärt Beyersdorf.

Familiäre Atmosphäre

Kommt die Sprache auf seine Fachkräfte und vier Auszubildenden, gerät er beinahe ins Schwärmen. "Ich erwarte zwar viel Flexibilität und Einsatz von unseren Mitarbeitern, aber dafür ist unser Umgang sehr familiär geprägt", sagt er. Die Mitarbeiter kommen sowohl aus der Region Coburg als auch aus Thüringen und sind teilweise seit Jahrzenten bei Hauch tätig. Es gibt sogar Auszubildende, deren Großväter schon im Betrieb gearbeitet haben. Das bedeute eine hohe gegenseitige Verantwortung, sagt der Firmenchef, deshalb werden bei Hauch auch keine Mitarbeiter saisonbedingt entlassen, sondern ganzjährig beschäftigt.

Otto Hauch - Pionier der Betonbaubranche

Otto Hauch war ein unternehmerischer Freigeist. Geboren wurde er 1871 bei Leipzig. Mit 31 Jahren gründete er in Coburg die Betonbaufirma "Otto Hauch & Co". In die Vestestadt war Hauch durch einen Auftrag der Ingenieurbaufirma "Beton- und Monierbau" gekommen, bei der er Erfahrungen als Polier, Bauleiter und Techniker sammeln konnte. Vor dem Ersten Weltkrieg reichte das Geschäftsgebiet weit über die Grenzen des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha hinaus. In Hof und Mühlhausen in Thüringen gab es Zweigniederlassungen. Das Arbeitsfeld wurde ausgedehnt und vereinigte den größten Teil Ober- und Unterfrankens, Thüringens und einen Teil Sachsens und Preußens in sich.

Mit Geschick und Fleiß machte Otto Hauch die Firma bis 1924 zu einem Unternehmen, das einen hervorragenden Ruf innehatte und in der Bausaison Hunderten von Arbeitern und Angestellten Arbeit gab.

Der Betonbau als eigener Berufszweig entstand erst in den 1930er-Jahren. Otto Hauch baute noch keine Häuser, aber er war mit steigender Tendenz daran beteiligt, weil man anstelle der bis dahin üblichen Holzdecken immer häufiger Stahlbetondecken einzog. Hauch fertigte im Auftrag von Gemeinden viele Brücken, so die ehemalige Bogenbrücke bei Unterleiterbach.

Der Erste Weltkrieg setzte dem wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens ein Ende. Doch obwohl viele Arbeiter und Angestellte in den Krieg mussten, lief der Betrieb weiter. Auch in den anschließenden Friedensjahren gab es für das Unternehmen herbe Rückschläge. Firmengründer Otto Hauch starb im Jahre 1933. Sein Sohn Arthur, der seit 1924 im Unternehmen mitarbeitete, übernahm die Geschäfte. Ihm gelang es, den Betrieb zu konsolidieren. 1970 übergab er den Betrieb an seinen Stiefsohn Klaus Beyersdorf, dessen Sohn Max Beyersdorf heute in vierter Generation der Inhaber der Firma ist.


    
    

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