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FTE mit zehn Prozent Umsatzplus

Das gute internationale Geschäft kompensiert den derzeit schwächelnden europäischen Markt. Ein Verkauf steht im Moment nicht an.

Von Bettina Knauth
  • Insgesamt 20 Millionen Euro hat der Eberner Automobilzulieferer FTE automotive 2011 investiert, auch in die deutschen Standorte Ebern und Fischbach: In Fischbach wurde im August eine Reinraumfertigung in Betrieb genommen. Mit Schutzkleidung und Haarnetz fertigen die Mitarbeiter dort in gefilterter Luft unter anderem Kupplungsgeber und -nehmer. Foto: Bettina Knauth
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Ebern - "Die Firma FTE steht derzeit nicht zum Verkauf. Tatsächlich kann aber ein Verkauf in den nächsten zwölf bis 18 Monaten stattfinden." Das erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung der FTE Gruppe, Dr. Andreas Thumm, am Donnerstag am Standort Fischbach. Er bestätigte vorbereitende Gespräche mit möglichen Investoren.

Die von der Geschäftsleitung präsentierten Zahlen für 2011 zeugen, nicht nur für mögliche Interessenten, von einem gut aufgestellten Unternehmen: Der Umsatz des weltweit führenden Herstellers für hydraulische Kupplungssysteme lag 2011 mit 430 Millionen Euro um rund 40 Millionen über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis werde um 3 bis 5 Prozent höher ausfallen und voraussichtlich das Vorkrisenniveau von 2007/2008 erreichen.

Nach einer leichten Abschwächung im zweiten Halbjahr präsentiere sich die wirtschaftliche Lage aktuell stabil. Für 2012 rechnet FTE mit leichtem Wachstum. Sinkende Umsätze im europäischen Geschäft kompensiert das Unternehmen, das führende europäische und US-amerikanische Autohersteller beliefert, durch stabile Märkte in China und Brasilien und unerwartet gute Geschäfte in Nordamerika. Die Investitionen sollen rund 50 Prozent über den Vorjahren liegen. Allein 2011 hat FTE automotive 20 Millionen Euro investiert. Bis 2016 strebt FTE einen Umsatz von mehr als 600 Millionen Euro an.

FTE genieße einen guten Ruf am Markt, wegen der Qualität seiner Produkte und der Innovationsfähigkeit des Unternehmens, hieß es. Große Hoffnungen setzt die Geschäftsleitung auf das neue dritte Standbein des Automobilzulieferers, neben Bremssystemen und manuellen Kupplungsgetrieben: Das Neugeschäft mit Doppelkupplungsgetrieben soll gerade in den USA neue Geschäftsfelder erschließen. Verträge mit General Motors, Audi, BMW und dem chinesischen Automobilproduzenten SAIC wurden bereits geschlossen. Neue Produkte wie Schaltstangensteller, Ausrücksysteme und eine CO2-sparende Pumpe sollen neue Märkte auf drei Kontinenten erobern. Zu den weiteren Top-Themen zählten 2011 die Vorbereitung der Gesellschaften in China und Brasilien auf Serienläufe und ein guter Start des slowakischen Joint Ventures SFMC, das Bremssättel wieder aufbereitet. Für 2013 plant FTE den Produktionsanlauf an einem Standort in Indien.

Von aktuell rund 3600 Mitarbeitern der FTE Gruppe arbeiten 1750 in Ebern und 420 in Fischbach. Die Geschäftsleitung plant den Beschäftigungsstand in Deutschland zu halten, rechnet aber nicht mit größerem Wachstum. Es gelte die richtige Balance zwischen der wachsenden Internationalisierung und der Erneuerung der deutschen Standorte, zwischen Investitionen und Bereitstellung von Kapazitäten zu finden, sagte Dr. Thumm.

2011 habe FTE mit der neuen Reinraumfertigung in Fischbach und dem erneuerten Maschinenpark in Ebern auch in Deutschland investiert. Außerdem seien alle Auszubildenden unbefristet übernommen worden. "Wir werden die Auszubildenden auch für die langfristige Personalplanung brauchen", sagte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Hennemann. Obwohl die Standorte von der regionalen Lage her benachteiligt seien, verzeichne man nur eine geringe Fluktuation und bisher keinen Fachkräftemangel.

Sollte FTE nach sieben oder acht Jahren vom französischen Finanzinvestor PAI Partners verkauft werden, handele sich um einen natürlichen Vorgang, betonte Dr. Thumm. Hennemann bestätigte, die Geschäftsleitung habe bereits zugesagt, Betriebsrat und Belegschaft rechtzeitig einzubeziehen. Sowohl Dr. Thumm als auch Hennemann betonten die offene Kommunikation und gute Zusammenarbeit mit dem Eigentümer.

    
    

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