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HSC Coburg

Mit Zweikampfstärke gegen die Scharfschützen

Die Handballer des HSC wollen im Bundesliga-Heimspiel gegen Frischauf Göppingen an die zuletzt guten Leistungen anknüpfen. Der Rückraum der Gäste stellt die Coburger vor eine große Herausforderung.



Einigkeit und Recht und Freiheit: Coburgs Nationalspieler Florian Billek (Zweiter von links) bei der deutschen Hymne mit seinen Kollegen (von links) Philipp Weber, Nicolai Theilinger und Kai Häfner.	Foto: jk
Einigkeit und Recht und Freiheit: Coburgs Nationalspieler Florian Billek (Zweiter von links) bei der deutschen Hymne mit seinen Kollegen (von links) Philipp Weber, Nicolai Theilinger und Kai Häfner. Foto: jk  

Coburg - Am Sonntag war er noch für die deutsche Handball-Nationalmannschaft in Hamburg auf dem Feld, morgen spielt er wieder in der HUK-Arena für den HSC: Florian Billek, Coburgs erster deutscher Nationalspieler, bleibt nur wenig Zeit, um die Erfahrungen der vergangenen Tage zu verarbeiten. "Ich bin mir relativ sicher, dass ich mit der Umstellung keine Probleme haben werde", sagt der 28-Jährige selbstbewusst.

Im Heimspiel gegen Frischauf Göppingen am Mittwoch um 20.15 Uhr steht wieder der harte Bundesliga-Alltag an. Für Coburgs Rechtsaußen ist es die erste Partie nach seinem Debüt im deutschen Auswahlteam. In den beiden Begegnungen gegen Schweden (in Göteborg 27:25 und in Hamburg 25:25) kam Billek zum Einsatz und erzielte drei Tore.

"Als die Nationalhymne in der ersten Partie gespielt wurde, war das schon ein emotionales Ereignis, aber dann vor knapp 11 000 Zuschauern in Hamburg - das war ein unbeschreibliches Gefühl", erzählt der 1,88-Meter-Mann. Beim ersten Einsatz in Göteborg sei die Nervosität wesentlich höher gewesen als beim Heimauftritt in der Hansestadt, da habe die Freude überwogen. "Das sind Erlebnisse, die man als Spieler nie vergessen wird." Einer höheren Drucksituation in der morgigen Partie sieht Billek gelassen entgegen: "Damit kann ich umgehen, denn ich verlange immer das Maximum von mir selbst."

Dass der Neu-Nationalspieler und seine Coburger Teamkollegen gegen Göppingen an die Leistungsgrenze gehen müssen, um etwas Zählbares mitzunehmen, daran lässt Jan Gorr keine Zweifel. "Sie haben in der vergangenen Saison den EHF-Pokal gewonnen, den holt man nicht einfach so", warnt der Coburger Coach vor dem Gegner. Der Klub aus Baden-Württemberg bezwang im Mai 2016 den französischen Vertreter HBC Nantes im Finale mit 32:26 und sicherte sich dadurch den Titel.

In der aktuellen Spielzeit belegen die Göppinger derzeit in der Handball-Bundesliga den elften Platz. "Sie haben ein paar Höhen und Tiefen, aber dennoch eine hohe Qualität in der Mannschaft", weiß der 38-Jährige. Der Handball-Lehrer sieht vor allem zwei entscheidende Aspekte im Spiel der Gäste, auf die sich seine Mannen vorbereiten müsse. "Sie spielen eine sehr offensive Ausrichtung der 6:0-Abwehr", weiß Gorr. Mit großer Zweikampfstärke könne dem aber entgegengewirkt werden. Eine weitere Stärke der Göppinger seien die exzellenten Scharfschützen im Rückraum. "Mit Jens Schöngarth und Adrian Pfahl rechts sowie Lars Kaufmann links haben sie sehr gute Spieler", sagt der HSC-Trainer und kennt bereits das Gegenmittel: "Wir müssen im Abwehrverbund versuchen, sie vom Tor weg zu halten." Darüber hinaus besteche Gästespieler Tim Kneule mit guter Dynamik. Zarko Sesum sei individuell sehr stark und habe eine tolle Übersicht.

Das Team aus Göppingen reist mit breiter Brust ins Frankenland: Nach dem 31:26-Heimsieg gegen den TBV Lemgo will es nun beim HSC den zweiten Sieg in Folge. Mit nunmehr 19 Punkten hat sich das Team von Trainer Magnus Andersson von den unteren Plätzen deutlich entfernt.

Die Coburger brauchen im Abstiegskampf hingegen jeden Punkt: Mit neun Zählern auf dem Konto hängt die rote Laterne beim HSC. Für Jan Gorr sei in der Begegnung vor heimischer Kulisse vor allem die eigene Leistung entscheidend, um gegen den Tabellenelften zu punkten. Nach zuletzt drei Zählern aus drei Spielen sei die Grundlage geschaffen. "Das ist ein sehr positiver Moment. Wir gehen mit Selbstvertrauen in die Partie und rechnen uns schon was aus, wenn wir an die vergangenen Leistungen anknüpfen können", meint der Coach.

Dass die Nominierung von Florian Billek für das Nationalteam eine Rolle spielen könnte, daran glaubt der 38-Jährige nicht: "Das ist eine schöne Auszeichnung für uns als Verein, hat aber mit dem Tagesgeschäft nichts zu tun." Der Fokus liege auf einer ausreichenden Regeneration. "Wir dürfen die Belastung nicht zu hoch werden lassen, wir brauchen ihn in guter körperlicher Verfassung", sagt Jan Gorr im Hinblick auf die beiden Länderspiel-Einsätze von Billek. Für den frisch gebackenen Auswahlspieler ist die Ausrichtung ebenfalls klar. "Ich bin mega happy, wie die vergangene Woche gelaufen ist, aber jetzt gilt die volle Konzentration dem Heimspiel gegen Göppingen", sagt der schnelle Rechtsaußen und ist bereit für den Kampf um den Klassenerhalt im Ligaalltag.

HSC 2000 Coburg (Aufgebot): Kulhánek/Krechel - Wucherpfennig, Kelm, Weber, Büdel, Coßbau, Riehn, Harmandic, Lilienfelds, Hagelin, Billek, Kirveliavicius, Barsties. - Verletzt: Wetzel, Lex.

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Pascal Grosch
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Veröffentlicht am:
20. 03. 2017
18:27 Uhr

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Pascal Grosch

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20. 03. 2017
18:27 Uhr



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