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Seele des Vereins

Der Fußballverein in Coburg-Neuses steht auf gesunden Beinen. Treue Helfer wie Luggi Lodes machen immer wieder kostengünstige neue Projekte möglich. Dennoch macht sich der 66-Jährige Sorgen um die Zukunft seines Klubs.

Von Michael Döhler

Coburg - "Ganz schön kalt heute am Sportgelände; gehen wir lieber ins Sportheim, da ist es schön warm!" Heinz-Ludwig Lodes geht vor. In "die Kneipe" des FC Fortuna Neuses, wie der 66-Jährige die umgebaute Baracke liebevoll nennt. Und wo ihm wiederum sofort auffällt, dass es ganz so heimelig dann doch nicht sein müsste. "Immer wieder dasselbe. Kann man predigen wie man will, dass nachts der Letzte, der geht, den Regler etwas zurück drehen soll. Oft genug wird es vergessen." Die Kritik klingt aber nicht etwa streng. Eher sorgsam, weil eben auch die stetig steigenden Betriebskosten für einen kleinen Vorstadt-Verein eines Tages das Aus bedeuten könnten.

Derzeit ist der 230 Mitglieder zählende Klub schuldenfrei. Auch dank eines "Luggi" Lodes. Der gehört bereits mehr als 45 Jahre lang dem FC an. Er fungierte als Schüler- und Jugendleiter, bis 2010 als 2. Vorsitzender und sorgt als handwerklich und technisch versierter Aktivposten dafür, dass immer neue Projekte mit viel Eigenleistung kostensparend in Angriff genommen werden. Während er selbst "keinesfalls in den Vordergrund gestellt werden" will, gibt es auf der anderen Seite "nichts, was ich nicht machen würde. Und alles, was Metall angeht, ist beim FC Fortuna immer schon durch meine Hände gegangen", erzählt der Fortunen-Baumeister. Seine Kenntnisse in Konstruktion und Anlagenbau sind ebenso hilfreich wie der glückliche Umstand, jedes nötige Werkzeug bereit halten zu können. Hat er doch vor Jahren seinem ehemaligen Chef eine komplette Werkstatt abgekauft. Aus umgefahrenen Laternen-Masten eine Flutlicht-Anlage zu "basteln", oder aus Rest-Metall ein Ballfang-Netz und eine Spielfeld-Umrandung, hilft eine Menge Geld zu sparen. Daran, dass es immer wieder nur der gleiche überschaubare Kreis von treuen Helfern ist, die bei Arbeitseinsätzen Hand anlegen, hat man sich längst gewöhnt.

Heinz-Ludwig Lodes beobachtet mit etwas Wehmut, wie der Zeitgeist sich ändert und Geselligkeit im Verein immer mehr an Bedeutung verliert. "Die jungen Leute haben immer neue Interessen, Handys und Smartphones bestimmen die Abläufe. Wo früher nach der Spielersitzung eine gemütliche Kart-Runde zusammen gekommen ist, wartet man jetzt auf die Abfahrt in Richtung Coburger Steinweg", beschreibt der eingefleischte Fortune die Entwicklung. Umso mehr ist er stolz, dass "wir als kleiner Verein FC Fortuna Neuses das Phänomen haben, Teams mit eigenen Leuten fast in allen Altersstufen melden zu können". Da wirke freilich noch die hervorragende Jugendarbeit eines Joachim "Jojo" Walter nach, oder eines Andreas Truckenbrodt, auch wenn dieser ins DFB-Nachwuchsleistungszentrum zum DVV Coburg übergewechselt ist.

Der 66-jährige Lodes hofft, noch die Umkleiden und Duschen modernisieren zu können, bevor er ein wenig kürzer treten will. Und vergisst abschließend nicht, vor dem Hinausgehen die Heizung ein wenig zurück zu drehen.

Heinz-Ludwig Lodes hält die Farben seines FC Fortuna Neuses hoch, wo immer er danach gefragt wird. Und sorgt sich als treues Mitglied um die Zukunft des kleinen Stadtvereins. Foto: Michael Döhler


Zur Person

Geboren am/in: 6. April 1945 in Coburg

Familie: Ehefrau Renate (66 Jahre); Tochter Kerstin Jupe (44); drei Enkelsöhne (22, 19 und elf)

Wohnort: Coburg

Erlernter Beruf: Schlossermeister

Ausgeübter Beruf: Schlosser; später Betriebsleiter und Geschäftsführer; jetzt Rentner

Hobbys: Boule; Karten spielen

Vorbilder: Willy Amthor ("Er hat mir im Spielmannszug Neuses alles mitgegeben, um durchzukommen")

Lieblingsgetränk: Bier

Lieblingsspeisen: Alles Deftige

Lieblingsvereine: FC Nürnberg (Fußball); TV Neuses (Handball)

Zuletzt gelesen: Technische Bücher, politische Magazine, Tageszeitung Neue Presse

Musik-Favoriten: Volksmusik

Lebensmotto: Arbeiten und leben

Lebensziele: Gesund sterben


    
    

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