zuletzt bearbeitet: 10.02.2012 06:05 Uhr
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"Heuberger macht seinen Job gut"
Der Coburger Trainer Hrvoje Horvat sieht das deutsche Nationalteam trotz des Ausscheidens bei der Handball-EM auf dem richtigen Weg. Seinem Heimatland Kroatien traut er den Finaleinzug zu.
Wo sehen Sie die Ursachen für das EM-Aus der deutschen Handball-Nationalmannschaft?
Das Spiel gegen Polen war offen. Am Ende hat nicht die bessere, sondern die glücklichere Mannschaft gewonnen. Die Partie passte irgendwie ins Bild dieser Europameisterschaft. Das Niveau ist sehr ausgeglichen. Es gab viele enge Spiele mit nur einem Treffer Unterschied. Deutschland hat gut gekämpft und mit Pech verloren.
Haben die Schiedsrichter ihr Scherflein dazu beigetragen?
Es war für mich absolut unverständlich, dass zwei Spanier das Spiel geleitet haben und so Einfluss auf den Halbfinalgegner ihres Landes nehmen konnten. Neutrale Schiedsrichter wären besser gewesen. Es gab einige umstrittene Entscheidungen gegen Deutschland, besonders in der Schlussphase.
Hat Nationaltrainer Martin Heuberger Fehler gemacht?
Ich denke nicht. Für ihn war es der erste große Wettkampf und er hat in meinen Augen nicht versagt. Heuberger macht seinen Job gut. Er hat während des Turniers viele junge Spieler gebracht und so den Generationswechsel vollzogen. Mit Ausnahme von Roggisch, einem ganz wichtigen Mann in der Abwehr, gibt es keine uralten Spieler. Die deutsche Mannschaft hat durchaus Perspektiven. Heuberger baut auf Spieler, die er schon aus der Jugendzeit kennt. Mit ein bisschen Glück hätte das Team sogar das Halbfinale erreicht. Ich denke, das wäre auf jeden Fall gelungen, hätte Mimi Kraus (verletzungsbedingt nicht nominiert, Anm. der Red.) mitspielen können.
Was sagen Sie zur Leistung von Pascal Hens?
Das war ein Problem für die Deutschen. Eigentlich sollte er ein Vorbild sein und muss mehr bringen. Erstaunlich ist, dass viele Weltklassespieler bei dieser EM schlechte Leistungen gezeigt haben, ob Hens, Karabatic, Jicha oder Balic.
Wie sehen Sie die Chancen Ihres Heimatlandes Kroatien im Halbfinale gegen Serbien?
Kroatien hat bislang eine solide Europameisterschaft gespielt. Auch wenn die beste Mannschaft aufläuft, um das Halbfinale zu gewinnen, muss sich Kroatien in der Abwehr noch steigern.
In dieser Partie ist richtig Feuer unterm Dach, oder?
Das wird kein normales Handballspiel, da stecken jede Menge Emotionen drin. Vor allem politisch gesehen wird es eine ganz schwierige Begegnung für alle - für die Mannschaften, die Schiedsrichter und auch die Zuschauer. Es werden 20000 Fans in der Halle sein. Serbien muss gewinnen, die Kroaten nicht unbedingt. Das könnte der Vorteil für mein Heimatland sein. Wer ruhig bleibt und die Nerven behält, wird gewinnen.
Das Gespräch führte
Michael Hager
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