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Linsmeier bedauert "Stinkefinger"

Der Rückraumspieler des HSC Coburg sorgt in Bad Neustadt für einen Eklat. Der 37jährige beleidigt das Publikum und muss jetzt mit einer Sperre rechnen.

Von Werner Fürst
  • Nicht die Faust, sondern den "Stinkefinger" zeigte HSC-Spieler Stefan Linsmeier am Samstag im fränkischen Handballderby dem Bad Neustadter Publikum. Foto: Rosenbusch
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Coburg/Bad Neustadt - Ausgerechnet ein ehemaliger Bad Neustadter hat beim Gastspiel des HSC Coburg beim unterfränkischen Rivalen für unrühmliches Aufsehen gesorgt. Mit einem "Stinkefinger" brüskierte der Coburger Rückraumspieler Stefan Linsmeier, der bis zum Sommer 2011 acht Jahre lang das Trikot des HSC Bad Neustadt getragen hatte, das Publikum in der Bürgermeister-Goebels-Halle (s. NP vom 6. Februar).

Linsmeier wurde von den Schiedsrichtern Frank Kraaz und Michael D´Alessandro disqualifiziert und muss jetzt mit einer Sperre rechnen.

"Das war dumm von mir und total daneben", sagte Linsmeier am Montag der Neuen Presse. "Ich bedauere, was passiert ist, weil es viele getroffen hat, die mich jahrelang unterstützt haben. Ich wollte niemanden aus dem Publikum beleidigen, sondern nur die zwei, drei Leute treffen, die für die Querelen zwischen dem HSC Bad Neustadt und mir verantwortlich sind."

Linsmeier spielt damit auf den Streit mit seinem ehemaligen Klub an, der den Linkshänder im Sommer 2011 ausgemustert hatte. Linsmeier fühlte sich damals ungerecht behandelt und entschloss sich schließlich zu einem Wechsel nach Coburg. "Bad Neustadt hat im vergangenen Sommer verschiedene Vertragsbestandteile nicht eingehalten. So wurde zum Beispiel in unserer Wohnung die Heizung abgestellt, sodass meine Familie und ich in der Sporthalle duschen mussten."

Als Entschuldigung für seinen Ausraster will der 37jährige, der mit seiner Familie nach wie vor in Salz bei Bad Neustadt lebt, das aber nicht gelten lassen. "Was ich am Samstag getan habe, war falsch und sinnlos. Ich habe mich damit selbst bestraft und natürlich auch meine Mannschaft. Auch Cveba Horvat war böse, er hat von mir gleich nach dem Spiel eine Erklärung verlangt."

Der HSC-Rückraumspieler muss jetzt mit einer Sperre von zwei bis drei Spielen rechnen. "Ich habe mich nach dem Spiel bei den Schiedsrichtern, die ich persönlich kenne, entschuldigt. Vielleicht legen sie ja ein gutes Wort für mich ein."

Nicht dramatisch sieht die ganze Angelegenheit HSC-Pressesprecher Thomas Apfel: "Emotionen gehören zum Sport. Manchmal geht einem Spieler halt mal der Gaul durch. Ihm selbst tut die Sache wahrscheinlich am allermeisten leid."

Linsmeier sieht das genauso: "Wenn man ein Vorbild für junge Spieler sein will, darf so etwas nicht passieren."

Zur Person: Stefan Linsmeier

Die sportliche Karriere von Stefan Linsmeier begann vor mehr als 30 Jahren beim AMTV Hamburg. Für den TV Niederwürzbach spielte er vier Jahre lang in der 1.Handball-Bundesliga und wurde mit dem Team zweimal deutscher Vizemeister. Von 1998 bis 2003 stand er beim Zweitligisten TV Altenkessel unter Vertrag. Anschließend spielte Stefan Linsmeier acht Jahre beim Coburger Ligakonkurrenten HSC Bad Neustadt. In der Saison 2010/11 traf er noch 96 mal für die Neustadter.


    
    

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