» zur Übersicht Regionalsport
    
    
Artikel
 

Schrift vergrößern Text    Schrift verkleinern Text   
VSG im Abstiegsstrudel

Nach einer 0:3-Schlappe in Delitzsch wird es langsam ernst. Ab sofort geht es für die Lokalmatadoren um jeden einzelnen Punkt.

  • Abgeblockt: Meist chancenlos war die VSG Coburg/Grub mit ihren Angriffen am Netz. Foto: Frank Heumann
Bild von

Delitzsch/Coburg - Eigentlich wollte die VSG Coburg/Grub in der 2. Volleyball-Bundesliga dort ansetzen, wo man eine Woche vorher beim Spiel gegen den Tabellenführer Dresden begonnen hatte. Niemals aufgeben, Charakter zeigen, mit Köpfchen spielen und dem Gegner die breite Brust präsentieren. Aber daraus wurde nichts. Mit 0:3 gingen die Lokalmatadoren beim GSVE Delitzsch unter und stecken somit mitten im Abstiegsstrudel.

Spielführer Torsten Spiller äußerte sich nach dem Spiel sehr kritisch und rief gleichzeitig zum Umbruch auf: "Es kann nicht sein, dass wir uns nach einer guten Leistung auf die faule Haut legen und dann eine Woche später mit 0:3 abgefertigt werden. Es geht ab sofort um jeden einzelnen Punkt und ich verlange von jedem die entsprechende Leistung."

Klarer Favorit

Von Beginn an trat Delitzsch als klarer Favorit auf und ließ zu keinem Zeitpunkt nach. Man hatte seine Schwächen aus dem Hinspiel, das man mit 3:0 verloren hatte, aufgearbeitet. Auf der Coburger Seite häuften sich jedoch von Anfang an die Eigenfehler. Die ersten beiden Sätze waren von einer unerklärlichen Unsicherheit geprägt. Der Stadionsprecher merkte auch deshalb im dritten Satz an: "Jetzt ist das endlich ein Zweitligavolleyball, wie wir das hier sehen wollen". Einigen guten Aktionen von den Mittelangreifern Daniel Lottes und Lukas Gudas folgten immer wieder unnötige Aufschlagfehler und Ungenauigkeiten im Spielaufbau.

Bei den Delitzschern war die Zielsetzung präzise: Wir wollen heute zu Hause gewinnen und unsere Gegner des Ost-Dreiecks beeindrucken (Dresden - Delitzsch - Leipzig). Coburg hingegen machte im ersten und zweiten Durchgang mehr den Eindruck, als hätte man die Punkte aus Sachsen bereits während der Anfahrt abgeschrieben. Immer wieder waren beeindruckende Einzelaktionen lobenswert, die jedoch durch Leichtsinnsfehler zunichte gemacht wurden.

Die Stimmung in der VSG-Kabine während der Zehn-Minuten-Pause war entsprechend angespannt. Als hätte Coburg begriffen, dass man nun erst richtig im Abstiegssumpf steckt, besannen sich die Grüber, rund um den eingewechselten Zuspieler Timo Köhler zumindest zeitweise wieder auf die eigenen Fähigkeiten. Eine Fünf-Punkte-Führung war gerechter Lohn dafür. Libero Benjamin Kucera provozierte eine Konfrontation mit dem im Hinspiel regelrecht neutralisierten Sebastian "Sammy" Reichstein. Damit war auch klar, wo der eigentliche Gegner stand: Natürlich auf der anderen Seite des Netzes. Vielleicht wäre diese Definition vor Beginn des ersten Satzes notwendig gewesen.

Trotz einem anfänglich homogeneren Spiel gönnte sich jeder einzelne Spieler wieder mentale Auszeiten. Zwangsläufig schmolz der herausgespielte Vorsprung und am Ende ging auch dieser Satz an den vor Selbstsicherheit strotzenden Gastgeber. Daran änderten auch die Diskussionen mit dem Schiedsgericht über knappe Entscheidungen in den entscheidenden Situationen nichts mehr.

"Unsere Leistung war nicht mehr der von letzter Woche vergleichbar. Anscheinend passen wir uns immer dem Gegner an und lassen diesen dann höflich gewinnen. So geht es aber nicht weiter. Wir müssen jetzt endlich realisieren, dass der Abstiegskampf für uns längst begonnen hat und dass nur noch das Motto -Vollgas- zählt", so der Libero und Jugendtrainer der VSG Beni Kucera nach der frustrierenden Niederlage.

Gemeinsam kämpfen

"Ihr seid das Team! Arbeitet am Zusammenhalt und kämpft gemeinsam gegen den Abstieg" fügt Frank Heumann hinzu und mahnt auch die fehlende Verbindung zwischen den Einzelspielern an. "Gemeinsame Erlebnisse wie jetzt in Delitzsch, auch wenn sie negativ sind, müssen zusammen besprochen und bewertet werden, damit das Wir-Gefühl stärker wird. Erstens gewinnt man als Mannschaft, zweitens braucht man dazu alle wachen Köpfe und drittens muss Einer aus der Mannschaft die "Cujones" an den Tag legen, den anderen den Weg in schwierigen Situationen zu zeigen."

Im anstehenden Heimspiel gegen FT 1844 Freiburg hat das Flaggschiff der VSG die Chance zu zeigen, dass man aus der Klatsche in Delitzsch gelernt hat. "Für Überheblichkeit oder Arroganz ist spätestens jetzt kein Platz mehr", betont Timo Köhler im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben.

So spielten die beiden Mannschaften

VSG Coburg/Grub: Philipp Schumann, Jonas Ickerott, Torsten Spiller, Max Kessel, Timo Köhler, Patrick Speta, Benjamin Kucera, Hans-Peter Nürnberger, Daniel Lottes, Max Meuter, Steffen Reinsch, Lukas Gudas, Evgeny Metelskyi. Trainer: Milan Maric

GSVE Delitzsch: Christoph Rascher, Maik Winkler, Jens Andrä, Paul Geisler, Philipp Windmann, Jakob Feil, Björn Metzger, Sebastian Kynast, Carsten Schulze, René Berlet, Sebastian Reichstein. Trainer: Frank Pietzonka

Vorschau: Am kommenden Samstag, 18. Februar, spielt die VSG um 19.30 Uhr in der HUK-Coburg Arena gegen FT 1844 Freiburg.


    
    

Diesen Artikel

  • Teilen:
  •  
  • Facebook
  •  
  • MySpace
  •  
  • Twitter
  •  
  • StudiVZ / MeinVZ
  •  
  • Google
  •  
  •  
Bewertung: 
  •  
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
0 Bewertungen (Sie müssen angemeldet sein)
    
    

Die neuesten Kommentare

Es wurden noch keine Kommentare geschrieben...
Zum Kommentar abschicken bitte vorher einloggen
Benutzername
Passwort
 
     
Sie sind noch kein Mitglied auf np-coburg.de? Dann jetzt gleich »hier registrieren
    
    

Ȇbersicht Regionalsport

NP Kleenheim Kleenheim-HSC_19 05 12_0081

HSC Coburg gewinnt das letzte Spiel der Saison

Der HSC 2000 Coburg hat die Saison mit einem Sieg beendet. Der Handball-Drittligist siegte in Kleenheim mit 35:24. »mehr
    
    

 
Hilferuf aus dem Froschgrund

Die SpVgg Mittelberg sucht händeringend Fußballer. Ihr Spielleiter Frank Prediger kritisiert den Verband, der die kleine... »mehr
    
 
    

 
HSC schickt Aue ohne Punkt nach Hause

Mit 34:30 hat der HSC 2000 Coburg am Samstagabend den EHV Aue in der HUK-Coburg-Arena besiegt. »mehr
    
 
    

 
Für Kurth zählt nur ein Sieg

Frohnlach bestreitet sein letztes Heimspiel der Bayernliga-Saison gegen den TSV Gersthofen. Der VfL will sich mit einer ... »mehr
    
    

Das könnte Sie auch interessieren 

    
    

Magazine

Bikers Guide 2012
Landesgartenschau 2012
Impulse
Mit dem Fahrrad unterwegs
Bauen Wohnen April 2012
Bikers Guide 2012
Mit dem E-Bike im Frankenwald
Handwerksführer 2012
Hochzeitsmagazin
Börsenforum Februar 2012
Thüringen im Blick
Leserreisen Oktober 2011
    
Anzeige
Marktplatz
    

Tag der Artenvielfalt für die Meere

Ein Fisch, der sieben Kilometer tief unter der Meeresoberfläche lebt. Dort, wo der Druck des Wassers viele U-Boote zerquetschen würde. Violette Würmer, die beim Fressen am Meeresboden spiralige Spuren hinterlassen. »mehr
    
    

Die Sache mit der Patientenverfügung

Frage des Tages
Was ist eigentlich eine Patientenverfügung?, fragt ein Leser. In einer Patientenverfügung könne der Verfügende für Ärzte, Betreuer und Vorsorgebevollmächtigte verbindlich Behandlungswünsche festlegen, sagt Notar Christoph Suttmann. »mehr
    
    

Die historische Stadt 

Webcams Coburg
Die Webcams der VR-Bank Coburg eG und der Stadtwerke-Tochter süc//dacor bieten aus verschiedenen Blickwinkeln aktuelle Kamerabilder von der Stadt Coburg. »mehr
    
    

Studenten-Konzept: Ein Strandbad an der Itz 

Fünf ehemalige Studenten der Hochschule Coburg entwickeln ein Konzept für einen Stadtstrand. Im Juni ist es im Rahmen einer Ausstellung zu sehen. Lob gibt es vom Stadtplaner. »mehr
    
    

Börseninformationen