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Die Geschichte der Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH, Coburg

Ganze 20 Pfennige kostete die Neue Presse, die am 25. Januar 1946 zwischen Coburg und Lichtenfels sowie Kronach und Ebern zum ersten Mal erschien. Die Tageszeitung – eine Neugründung der amerikanischen Militärregierung - war nach der Nazidiktatur eine kleine Sensation: Erstmals nach vielen Jahren konnten die Menschen Informationen ohne Schönfärberei sowie kritische und mutmachende Kommentare lesen. In Coburg, Kronach, Lichtenfels und Ebern begann ein neues Kapital der Zeitungsgeschichte. Nach zwölfjährigem Gesinnungsterror verlangten die Menschen nach Nachrichten und Kommentaren, die nicht von Propagandalügen verfälscht und entstellt waren.

Lizenznehmer und Chefredakteur der neuen Zeitung war Peter Maslowski. Ihn hatten Presseoffiziere der alliierten Streitkräfte ausgesucht. Maslowski war einer der ersten Deutschen, die von den Nazis ausgebürgert worden waren. Sein Name findet sich auf der „Ministerliste“ neben jenen von Heinrich Mann und Kurt Tucholsky. Im Pariser Exil leitete er die „Internationale Rote Hilfe“, eine Organisation zur Unterstützung von Hitler-Verfolgten. Nach der französischen Niederlage floh Maslowski nach Marseille und nahm Verbindung zur Resistance auf.

Bei Kriegsende meldeten sich die Alliierten in Paris bei Peter Maslowski. Sie ließen den Journalisten, der in Berlin sein Handwerk gelernt hatte, fragen, ob er nicht die Lizenz für eine neue Zeitung in Deutschland übernehmen wolle. Maslowski entschied sich für Coburg, weil sie, wie er sagte, „im Zentrum Deutschlands, an der Nahtstelle zwischen der sowjetischen und amerikanischen Zone liegt, und weil dies die erste...Stadt war, die 1929 in freien Wahlen eine Nazimehrheit erhielt“.

Mit zwei Ausgaben pro Woche fing es an. Öfter konnte nicht gedruckt werden, denn Papier war knapp. Auch die Auflage reichte nie: Die maximal 50000 Exemplare, die produziert werden konnten, waren stets schnell vergriffen. Kein Fluch der Verkäufer konnte an der Rationierung des Rohstoffes Papier etwas ändern.

Der Sommer 1949 brachte West-Deutschland nicht nur die Währungsreform, sondern auch eine Generallizenz für alle Zeitungen. Die Neue Presse musste sich fortan einer harten Konkurrenz stellen. Doch auch diese Hürde wurde gemeistert. Die NP, die im ländlich geprägten Raum Nordfrankens mit seinem Zentrum Coburg erscheint, entwickelte sich so prächtig wie das deutsche Wirtschaftswunder.

Heute erreicht die Tageszeitung montags bis samstags eine durchschnittliche Auflage von 30.000 gedruckten Exemplaren täglich. Die Neue Presse ist die führende Zeitung in Coburg und Kronach und behauptet sich in den Landkreisen Lichtenfels und Hassberge.

1986 übernahm der Süddeutsche Verlag in München die Mehrheitsanteile der Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH Coburg und damit auch die Verlagsführung. 30 Prozent der Anteile verblieben im Besitz der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft GmbH, Hamburg.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 ging die innerdeutsche Grenze auf. Die NP begleitete dieses „Jahrhundertereignis" vor ihrer Haustüre journalistisch von der ersten Stunde an - und musste sich neuen wirtschaftlichen Herausforderungen stellen. Das Freie Wort in Suhl - Südthüringens größte Tageszeitung - wurde gekauft und in die Gruppe des Süddeutschen Verlages integriert.

In der SV-Regionalzeitungsgruppe arbeitet die Neue Presse heute mit ihren Schwesterzeitungen Frankenpost Hof, Freies Wort Suhl und Südthüringer Zeitung Bad Salzungen erfolgreich zusammen. Die vier Tageszeitungen, die in Bayern und Thüringen erscheinen, sind beteiligt an der in Coburg beheimateten Gemeinschaftsredaktion Text- und Bild-Redaktionspartner GmbH. Sie produziert die überregionalen Inhalte der Blätter. Am Friedberg im südthüringischen Suhl steht die Rotationsdruckerei der drei Tageszeitungen Neue Presse, Freies Wort und Südthüringer Zeitung.

Wichtigstes Standbein der Druck- und Verlagsanstalt Neue Presse GmbH Coburg ist die Tageszeitung, deren Redaktion sich als „Stimme der Region“ versteht. Die Internet-Site www.np-coburg.de wird ständig ausgebaut. Daneben hält sie Beteiligungen am lokalen Rundfunksender „Radio 1" und am Anzeigenblattverlag „Wochenspiegel“.

 
 

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