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60 Jahre Avantgarde-Kunstbewegung ZERO

Die Kunstbewegung ZERO war 1958 ein radikaler Aufbruch. Ausgangspunkt war Düsseldorf, und hier agiert seit 2008 die ZERO-Stiftung. Vom 18. Oktober an wird drei Tage lang der Beginn vor 60 Jahren gefeiert. Viele Schwarzweißfotos illustrieren diese Jahre.



Feuer-Atelier
Das originale Feuer-Atelier von Otto Piene ist bei einer Vorbesichtigung vor dem ZERO-Weekend zu sehen.   Foto: Henning Kaiser » zu den Bildern

Eine unscheinbare Fassade an einer lauten Straße zwischen Feuerwache und Bahnbrücke in Düsseldorf: Das einstige Atelierhaus der künstlerischen Avantgardebewegung ZERO liegt versteckt in einem Hinterhof.

Wo früher die Künstler Otto Piene, Heinz Mack und Günther Uecker Bilder, Plastiken und Installationen schufen, erinnert heute die ZERO-Stiftung an ihr Werk.

Vom 18. bis zum 20. Oktober wird in dem Hinterhof-Haus gefeiert: der Beginn von ZERO vor 60 Jahren in Düsseldorf, das Zehnjährige der Stiftung und die Renovierung des Hauses. Darin wohnte Piene bis zu seinem Tod 2014.

Die Gründung der Gruppe 1958 war ein Neuanfang: Die Künstler begannen in den Nachkriegsjahren auch sprichwörtlich bei Null. Piene, Mack und Uecker fanden international Mitstreiter und entdeckten für sich neue Wege: Piene zündete Leinwände an für seine Feuerbilder, Mack ging für die Kunst in die Wüste und arbeitete mit Licht, Uecker wurde mit Nagelbildern berühmt. Die Arbeiten werden heute auf der ganzen Welt gezeigt. ZERO löste sich 1966 auf. «Die Persönlichkeiten waren stärker als die Gruppe», schrieb damals ein Beobachter. Mit Düsseldorf und der Region blieb die Bewegung, die weltweit Wirkung erzielte, aber verbunden.

«Mack kommt auf jeden Fall», berichtet Barbara Könches, die Geschäftsführerin der Stiftung, über die Absicht des 87-Jährigen, das ZERO-Weekend zu besuchen. Uecker (88) sei gerade da gewesen. Mit dem Museum Kunstpalast hatten die drei ZERO-Künstler 2008 die Stiftung gegründet. Sie verfügt über Archiv und Kunstwerke. Am ZERO-Weekend werden diese Schätze gezeigt: Bilder, Installationen, Fotos, Filme, Plakate und Tondokumente.

Glanzstück ist das rußgeschwärzte Atelier von Piene: Hier zündete er Leinwände an, lenkte den Weg des Feuers. Weil Nachbarn einmal die Feuerwehr gerufen hatten, verdunkelte er dann die Fenster. Die «alchimistische Kammer», wie Könches den Raum nennt, blieb nach seinem Tod unverändert: die Fenster verhangen, Farbdosen auf dem Boden, Leinwände gegen die Wand gelehnt.

Zum ZERO-Fest bespielen jüngere Künstler die angrenzenden Straßen: Der Bahndamm wird zur Film-Projektionsfläche, eine Textilreinigung zum Kunstort. Acht Inszenierungen sind an den drei Tagen geplant. Parallel zeigt die Kunstakademie in ihrer Galerie vom 20. Oktober an bis Januar 2019 Arbeiten von Piene. Im Atelierhaus werden viele Hundert Besucher erwartet, in den Straßen sollen es viel mehr werden.

Veröffentlicht am:
17. 10. 2018
14:57 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
17. 10. 2018
14:57 Uhr



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