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Buchmarkt entdeckt Parallelwelt der Self-Publisher

Self-Publisher standen lange am Rand des Buchmarkts. Doch das gilt nicht mehr. Die Szene bekommt zunehmend Aufmerksamkeit - und es gibt immer mehr Auszeichnungen. Zum Teil mit ordentlichen Preisgeldern.



Buchmesse Frankfurt
Monika Pfundmeier braucht keinen Verleger mehr.   Foto: Andreas Arnold

Monika Pfundmeier reckt strahlend ihren kleinen Sieger-Strauß aus Sonnenblumen in die Höhe, als hätte sie eine Goldmedaille bei den Olympischen Spielen gewonnen.

Gerade hat die Münchnerin auf der Frankfurter Buchmesse für ihr Buch «Löwenblut» den mit 10.000 Euro dotierten Self-Publishing-Preis gewonnen. Es ist ein historischer Roman aus dem Mittelalter über den letzten Staufer-König Konradin.

Die Selbst-Veröffentlicherin gehöre zu den «stärksten Stimmen der Gegenwartsliteratur», begründet die Jury den Preis. Die Autorin aus Bayern sei von «einem Brennen für die Literatur» erfüllt. Wie Pfundmeier nehmen immer mehr Schreiblustige im Buchmarkt ihr Schicksal in die eigene Hand. Ohne Verlagshilfe kümmern sie sich nach der Fertigstellung des Textes um Gestaltung und Vermarktung ihrer Bücher.

Es ist ein seltsames Phänomen: Die Zahl der Leser sinkt kontinuierlich, zugleich wächst die Zahl der Manuskripte im Selfpublishing. Diese Parallelwelt hat sich in den vergangenen Jahren enorm professionalisiert. Es gibt nicht nur einen eigenen Verband, sondern auch Verlage wie Book on Demand, die den Selfpublishern zur Seite stehen. Falls diese das überhaupt wollen. Auch einige große Publikumsverlage haben innerhalb ihrer Häuser eigene Plattformen geschaffen.

«Selfpublishing ist zu einer relevanten Größe geworden», sagt Markus Fertig, Sprecher des Marketingunternehmens MVB, einer Tochter des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Konkrete Absatz- und Umsatzzahlen seien aber Mangelware. Um Eigenveröffentlicher und klassischen Buchhandel zusammenzubringen, hat die MVB den Preis ausgelobt, den dieses Mal Pfundmeier gewonnen hat. Eine erstaunliche Zahl von 1100 Büchern wurde eingereicht. Es gab eine Long- und Shortlist wie beim großen Deutschen Buchpreis.

Der Dachverband der Buchbranche will mit seinem Engagement auch «Monopolisierungstendenzen» vorbeugen - und bringt sich damit gegen Amazon in Stellung. Der US-Internetkonzern hat das Selfpublishing schon vor Jahren für sich entdeckt. Autoren werden dann an Amazon gebunden. Die Bücher werden über das eigene System wie die digitale Plattform Kindle vertrieben - und sind im traditionellen Buchhandel nicht erhältlich.

Am Donnerstag hat Amazon auf der Buchmesse zum vierten Mal den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten «Kindle Storyteller Award» vergeben - unter anderem mit Schwimmlegende Franziska van Almsick als Jurorin. Über 1200 Werke standen zur Wahl. «Die Szene wird immer größer», sagt Simone Forster von Amazon Publishing. Gewonnen hat Ella Zeiss mit dem historischen Familienroman «Wie Gräser im Wind».

Bei Amazon bleiben den Autoren beim Absatz eines E-Books 70 Prozent der Tantiemen, wie Forster sagt. Für Monika Pfundmeier bringt der Verkauf ihrer gedruckten Bücher im Buchhandel auch mehr als üblich, da sie als Selfpublisherin nichts an einen Verlag zahlen muss. «Ich bin gerne mein eigener Herr», sagt sie.

Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
15:51 Uhr

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dpa

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2018
15:51 Uhr



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