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Caravaggio und Bernini in Wien

Die römische Malerei und Bildhauerei des 17. Jahrhunderts entdeckt die Wucht der Gefühle. Die Stars der Zeit heißen Caravaggio und Bernini. Der eine von beiden tötete im Zorn im wirklichen Leben.



«Caravaggio & Bernini»
Die Ausstellung "Caravaggio & Bernini" ist vom 15. Oktober 2019 bis 19. Januuar 2020 im Kunsthistorischen Museum zu sehen.   Foto: Harald Schneider/APA/dpa

Das Blut tropft noch aus dem Kopf des Enthaupteten, der Biss einer Eidechse lässt den Knaben entsetzt die Augen aufreißen, der schöne junge Mann verliebt sich beim Blick ins Wasser in sein eigenes Konterfei.

Wie kaum jemand sonst hat Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571-1610) seine Bilder effektvoll mit Emotionen aufgeladen. Seine Werke wie «David mit dem Haupt Goliaths» (1600/1601) oder «Narziss» (1601) lassen auch den Betrachter nicht kalt, lösen Staunen, Entsetzen und Mitleid aus.

Caravaggio und der Bildhauer Gian Lorenzo Bernini (1598-1680) prägten mit ihren äußerst intensiven Werken nicht nur ihre Zeit, sondern viele nachfolgende Künstlergenerationen. Die Ausstellung «Caravaggio & Bernini» im Kunsthistorischen Museum (KHM) in Wien vereint vom 15. Oktober bis zum 19. Januar 2020 rund 80 Meisterwerke auch von Zeitgenossen.

«Er holt die Heiligen auf die Erde und stellt sie in dramatischem Close-up vor», sagte der Direktor der KHM-Gemäldegalerie, Stefan Weppelmann, am Montag bei der Präsentation der Schau über Caravaggio. Ein teils schockierender Realismus mit seinem Hell-Dunkel-Kontrast brachte dem Maler in Rom größte Aufmerksamkeit. Und Caravaggio brach mit der Konvention. Bei ihm ist Johannes der Täufer kein in der Wüste lebender Prediger, sondern ein nackter, höchst sinnlich auf einem Tierfell sitzender Knabe, der einen Widder umarmt. Er scheint mit dem Betrachter geradezu zu flirten.

Zu den wenigen Porträts, die Caravaggio zugeschrieben werden, zählt das Bildnis des Florentiner Aristokraten Antonio Martelli in der Kleidung eines Malteserritters. Die Leihgabe aus den Uffizien in Florenz zeigt einen melancholischen Krieger Christi.

Caravaggio kannte Liebe und Hass, Leidenschaft und Jähzorn. 1606 verletzte er im Streit einen Gegner mit dem Schwert so schwer, dass dieser kurz darauf starb. Der Künstler musste nach Neapel fliehen. Auch dort wurde er für seine Kunst bewundert. Auf Malta landete er im Gefängnis, floh - und starb auf dem Rückweg nach Rom.

Bernini, der mit seinen Werken den Platz vor dem Petersdom in Rom prägt, war ein Meister der dynamischen Bewegung. «Die Körper aus Stein sind bei ihm nicht schwer, sondern gewichtslos», sagte Kuratorin Gudrun Swoboda. Bernini ist unter anderem vertreten mit einer Büste des von Schlangen beherrschten Haupts der Medusa (1638-1640). Neben den beiden Künstlern sind auch wichtige Werke von Zeitgenossen zu sehen. Dazu zählen der «Bethlehemitische Kindermord» (Guido Reni um 1611) oder das erst 2011 wieder aufgetauchte Bild «Maria Magdalena in Ekstase» von Artemisia Gentileschi (um 1620/25 oder 1630/35). Gentileschi war die einzige Frau, die es im frühen 17. Jahrhundert in den Kreis der italienischen Meistermaler schaffte.

Für den Besuch der Sonderausstellung muss ein festes Zeitfenster im Voraus gebucht werden. Die hochkarätige Schau ist in Zusammenarbeit mit dem Rijksmuseum in Amsterdam entstanden. Dort wird sie vom 14. Februar bis zum 7. Juni 2020 zu sehen sein.

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14. 10. 2019
14:07 Uhr

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14. 10. 2019
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